Hockenheim 2015 – Part I + II – Einmal die Welt anhalten bitte..

Juni 25th, 2015 | By Sarah

Alter, was war das denn bitte am letzten Wochenende?! Ich kann doch nicht schon wieder meinen Bericht über das Hockenheim-Spektakel mit den Worten „Es fällt mir schwer, darüber zu schreiben“ beginnen. Aber verdammt liebe Leser, so ist es. Die Onkelz haben es wieder einmal geschafft mir die Sprache zu verschlagen und mir damit die Worte für das Erlebte zu rauben. Seit Samstagnacht stammele ich immer wieder ein Wort vor mich her, das mit einem seligen Grinsen gepaart ist: „Überragend!“ 

Meine Vorfreude war grenzenlos als ich mich vergangenen Freitag mit einer Freundin von Frankfurt nach Hockenheim auf den Weg machte. Schon letztes Jahr hatten wir uns direkt ein Hotel für das Wochenende gebucht um bestens für DAS Event des Jahres vorbereitet zu sein. 7km bis Hockenheim, schönes Zimmer, lecker Frühstück – ja das passte für uns optimal. Letztes Jahr hatten wir noch Teile der Crew in unserem Hotel und eigentlich sollte auch die Band dort hausen, diese entschieden sich jedoch auf Grund der enormen Fandichte dann doch woanders zu nächtigen. Dieses Jahr verirrte sich leider sonst niemand mehr von unseren Pappenheimern in unser Hotel und wir hielten relativ anonym die Flagge oben, zwischen diversen Onkelz-Fans, die sich so wie wir zu alt fürs Campen fühlen. Eine warme Dusche und ein Frühstück mit Rührei und Lachs ist bei Festivalaufenthalten einfach unbezahlbar.

Nach unserem Check In machten wir uns relativ zeitig auf den Weg zum Hockenheimring. Durch unsere Erfahrungen vom letzten Jahr wussten wir dieses Mal auch relativ schnell, wie es zum Eingang Ost geht – der Ort an dem die Gäste-Akkreditierungen für Familie, Freunde und V.I.P.s abgefertigt wurden.  Promoter von Wizard Promotions nahmen und freundlich in Empfang, prüften unsere Daten und wir nahmen einen personalisierten Umschlag entgegen. Darin befanden sich ein nettes Willkommensschreiben, sowie der personalisierte Freundes-Pass und ein paar Getränkemarken. Das Herz pochte, das Grinsen wurde breiter, die Freude wuchs. Ja, jetzt waren wir ausgestattet und wir hatten Bock den Ring mit den Onkelz erneut zu zerlegen. Wir parkten unser Auto im VIP-Bereich und entschieden uns für eine lockere, erste Runde über das Gelände. Hinter der Bühne an den Crew-Zelten vorbei, Richtung Wellenbrecher und Fressbuden. Das Infield war fast menschenleer. Lediglich die fleissigen Arbeiter, erste Securities und

neugierige Besucher, so wie wir, huschten über den Schotterboden. „Das ist also die größte Bühne der Welt!“ dachte ich und betrachtete das Monstrum ehrfürchtig. „Sie haben noch mal ne Schippe drauf gelegt, diese Verrückten!“. In diesem Moment war ich glücklich. Es gab keinen Ort in diesem Moment, wo ich lieber sein wollte, als der Hockenheimring. Beim Spaziergang über das Gelände, immer mit dieser gewaltigen Bühne im Blickfeld, bekamen meine Freundin und ich unglaublich wärmende Gefühle. Dieses verdammte Privileg schon hier zu sein, die Onkelz seit so vielen Jahren schon begleiten zu dürfen und in dieser Dunstwolke von Bekannten und Freunden mit zu schweben, dieses Gefühl war nicht zu benennen und riss und emotional kurz den Boden unter den Füßen weg. Wir strahlten uns an und genossen den Augenblick, kann mal bitte wieder jemand die Welt anhalten?

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CD Review: Auf die Plätze, fertig, los! – Daniel Wirtz

Juni 9th, 2015 | By Jan

CD Review: Auf die Plätze, fertig, los! – Daniel Wirtz

 

Wirtz CoverVon vielen, und dabei schließe ich mich selbst definitiv mit ein, schon mit großer Vorfreude und Spannung erwartet, steht das neue Wirtz Album in den Startlöchern und wartet auf seinen Startschuss am 19.06.2015, um auf Euch losgelassen zu werden. Alles steht auf „Go!“ im Hause Wirtz und in nicht einmal zwei Wochen werden 12 neue Songs unter dem passenden Titel „Auf die Plätze, fertig, los!“ ins Rennen geschickt. Hiermit erscheinen die ersten komplett neuen Wirtz-Songs seit dem 2011er Vorgängeralbum „Akustik Voodoo“. Dabei war Daniel auch in den vier vergangenen Jahren alles andere als untätig und legte ein grandioses Unplugged Album inkl. nachfolgender Tour und Live-CD/DVD vor. Hier konnten seine bisherigen Songs in stillerem Gewand in ganz neuem Licht erstrahlen. Doch nach diesem musikalisch eindrucksvoll geglückten Ausflug in die besinnlichen Klänge von klassischen Instrumenten und in Konzerte mit andächtigem Lauschen in bestuhlten Sälen, ist nun für Daniel die Zeit gekommen, um zu seinen Wurzeln zurückzukehren und wieder mit lauten Stromgitarren diesen großartigen, dreckigen Krach namens Rock `n Roll in die Clubs des Landes zu tragen und dort den Schweiß seines Publikums an die Hallendecken zu rocken. Continue reading »

Broilers – ein Resümee von Herzen

Mai 22nd, 2015 | By Tobias

Broilers

(c) Mindfuck-Society

Ich stelle mir selbst die Frage, was ich hier beginne aufzuschreiben und worum es eigentlich geht!? In aller Kürze würde ich wohl sagen, um die Broilers und warum ich sie so schätze. Ich glaube allerdings kaum, dass mir das nur ansatzweise gelingen wird. Ich denke eher, dass ich einfach nur meinem Verlangen nachkomme, etwas Persönliches zu der Band zu schreiben, die mir doch so viel bedeutet und im Endeffekt einfach mal Danke zu sagen.

Seit Tagen schon kribbelt es in meinen Fingern. Ich komme nicht von dem Gedanken los etwas über die Broilers zu schreiben. Auf das „Warum?“ habe ich allerdings noch keine Antwort. Vielleicht geht es mir auch darum, die Band doch einigen näher zu bringen, die bisher noch keine Berührung mit ihr hatten. Mittlerweile sind die Düsseldorfer zwar schon recht bekannt aber es gibt immer noch genügend Leute da draußen, die mit dem Namen Broilers noch nichts anfangen können. Einige würden das jetzt auch sicherlich als positiv empfinden und auch ich muss gestehen, dass mir die Broilers (gerade live) in kleinerem Rahmen wesentlich besser gefallen. Allerdings muss man da auch mal über seinen eigenen Schatten springen – auch Ich – und von der Idee, die Band für sich zu behalten, abkommen. Underground ist cool – Teilen aber auch! So ergeben sich natürlich auch für die Zukunft immer neue Möglichkeiten was Platten und Shows angeht. Also denke ich mir, Teilen und Supporten was das Zeug hält!

Ich selbst habe die Band auch ehrlich gesagt erst relativ spät für mich entdeckt. Die ersten Berührungspunkte waren diverse Facebook-Postings nach Veröffentlichung der Santa Muerte so gegen Mitte 2011. Noch sehr verhalten, habe ich Songschnipsel konsumiert und es auch vorerst dabei belassen. Der erste Funke sprang dann über, als ich mir das Album spontan gekauft habe. So viele Leute, die mehr Ahnung bzw. ein breiteres Musikrepertoire aufweisen können als ich, können sich ja nicht irren. Also fing ich an, mich immer mehr in die Scheibe reinzuhören und verdammt, sie gefiel mir erstaunlich gut. Ich musste mehr wissen und begann mich durch alle möglichen YouTube-Videos zu wühlen die ich finden konnte. Mein erster Gedanke dabei versetzte meiner Euphorie einen kleinen Dämpfer. Haben die Echt nur ein gutes Album? Der Rest klingt ja Übel. Sammys Stimme sagte mir in den älteren Werken überhaupt nicht zu (jedenfalls zu Beginn meiner Erkundungsphase). Eine gewisse Zeit verging und neben der Santa Muerte hörte ich mir nicht mehr wirklich viel an. Das sollte sich allerdings nach dem 15.10.2011 schlagartig ändern. Ich bekam einen Anruf, ob ich spontan Lust hätte noch am selben Abend nach Neu-Isenburg zu fahren. Continue reading »

Interview Laust Sonne (Mai 2015)

Mai 20th, 2015 | By Redaktion

credits: Morten rygaard

credits: Morten rygaard

Einigen wird Laust Sonne vielleicht als Drummer der dänischen Rockband D-A-D bekannt sein. Neu für viele dürfte die Information sein, dass Laust auch seit geraumer Zeit als Solokünstler unterwegs ist. Nun ist der Zeitpunkt für Laust gekommen, seine Musik in Deutschland vorzustellen, abseits seiner Heimat Dänemark.

Wir haben mit Laust anlässlich seiner vorab EP-Veröffentlichung „Classic Relations“ ein Interview geführt und sind schon ganz gespannt auf das eigentliche Album-Release „Relations“ im Sommer 2015.

1.) First congratulations to your new release „classic relations“.

Laust Sonne: Thank You!

I was wondering that you had the time to work on your own solo stuff, because you were a lot on the road with your other band during the last year. When did you find the time for that?

Laust Sonne: I like to work a lot. I live and breathe music, and music is constantly spinning around in my head, so sometimes it´s actually a relief to get it out of my head and make it real! 

2.) This month you released a small ep with the title „classic relations“. Is there any reason, why you chose this three songs for unplugged versions?

Laust Sonne: All three songs on the EP are going to be singles taken from the forthcoming album “Relations”, and I use the EP as a sort of appetiser for what´s to come. I think all three songs are very strong in their own way, and I thought it was nice to show them in a different light than on the original production.

3.) Was it the first time for you to work with a string quartet?

Laust Sonne: It was. And it was a total joy! The string arranger and cello player on the EP, Pete Morrisson, is a very gifted arranger and player, and he caught the right vibe immediately. I´m very happy with the result.

4.) On may 22nd you’ll release your album „Relations“. What is the difference between your first cd „Laust Sonne“ and „Relations“ ?

Laust Sonne: The date has been changed. The album is due after summer. The new album has greater focus on the songwriting, whereas the first was more club-oriented. The lyrics are more personal this time, and there are more guitar and piano on the new album as well. It´s still very electronic, but I mixed it up with some more organic instruments as well. But the main difference is the songwriting. It´s more personal.

5.) The video of your song „on the radio“ was produced in Berlin. Why did you choose the german capital for the video shoot? Did you know director Dino Fetzer before? 

Laust Sonne: Berlin has always had a special place in the heart of the artists, I think. So many great things has come out of that place. It´s a place where you go and realise your dreams as an artist, where you find yourself. Bowie, Iggy Pop… That´s the myth anyway… And I love the energy of the city! All sorts of people live there, side by side, and it creates this special feeling for me. Berlin is Europe´s  London.

I hooked up with the amazing Dino Fetzer through a mutual friend. I never actually met him before we started planning the video, but I immediately liked his approach and his ideas. He has the mind of a true artist! I´m a big fan of his. We have plans for the future, for sure!

6.) Why it’s so important for you to make your own solo stuff beside the band stuff with D-A-D ?

Laust Sonne: To me, music is like food, in a way. If you keep eating the same food every day, even though you love that kind of food, eventually you´ll get bored with that food and start craving for something else. I feel that way with music. And I find it very inspiring to dive into different musical worlds. I always find something that I can bring back to my other musical worlds.

7.) A friend of mine, who’s musician too, said that „happiness is writing with white ink“. For him it’s difficult to write positive songs.

Is it easier to write about lovesickness, problems or doubts? What do you think?

Laust Sonne: Well, I think it´s difficult to write great songs, period. Whether happy or sad, you need to really hit the right spot, in order to make it appeal to other people than yourself. Sad songs can sometimes have a tendency to be too personal and not invite the listener in on the experience. Happy songs, on the other hand, can be just totally ridiculous! It´s not too easy, really… 

8.) Beside Denmark your focus is at the german music market. What’s the difference between the both markets in your opinion?

Laust Sonne: First of all, the German market is the 3rd biggest music market in the world. I can say without a shadow of a doubt, that Denmark is NOT in the top 10 of that list!!! That gives the German market a big advantage in my mind:-) It means that there is room for many more artists, and many more different types of music in Germany. Denmark is very narrow in that respect, the different “niches” in music are so small in Denmark and the pop-market is overcrowded, so it feels like there´s too little space, too little money, not enough people etc…

9.) Any chances to hear Laust Sonne with „relations“ live in 2015? 

Laust Sonne: Yes! Hopefully I will go on a german tour during the fall of 2015, when the album is out. That is definitely my plan.

10.) How would you describe the music of Laust Sonne in only three words?

Laust Sonne: Modern Pop w Heart

Wer noch nicht in die Solokünste von Laust Sonne reingehört hat, sollte sein Video zu „On the Radio“ checken.

Wie Laust Sonne unplugged in Begleitung eines String-Orchesters klingt? Hört und seht selbst:

Broilers live: 30.04.2015, Stadthalle, Neuwied

Mai 7th, 2015 | By Jan

Broilers live: 30.04.2015, Stadthalle, Neuwied

Der Tanz in den Mai a.k.a. die Walpurgisnacht ist immer ein guter Schritt Richtung Sommer. Somit ein schönes Datum für die Broilers, um ihr Wintergefieder abzustreifen und sich für die bevorstehende Festivalsaison ordentlich warmzuspielen.

Für das erste Broilers Konzert im Jahre 2015 hat man dafür Neuwied, die – Zitat Sammy – „Weltstadt mit Herz“ (sonst ja eher für München verwendet) auserkoren. Ein sympathisches kleines Städtchen bei Koblenz mit knapp 70.000 Einwohnern. Die an diesem Abend zum Totalabriss verdammte „verf%&$# Drecksbude“ war die „Stadthalle Heimatdank“, unweit eines Flippermuseums und einer grandios leckeren Dönerbude mit selbstgebackenem Brot gelegen. Letzteres war die perfekte Mahlzeit nach feinster, eiskalter „Gurkenlimonade“ aus der Thermoskanne auf dem Hinweg.

Das Abrissobjekt war schön klein, kuschelig, kompakt, mit weihnachtsmarktbudenähnlichem Bratwurststand im Außenbereich und innen einer Empore in der ersten Etage, die den Innenraum und die Bühne von drei Seiten einrahmte. An den Seiten kam man unten im Innenraum auch während des Konzertes noch bequem bis ganz nach vorne durch, was das ganze sehr entspannt machte. Und das Merchandise hatte gleich drei neue Shirts im Angebot, die inzwischen auch im Broilers Shop zu erwerben sind. Das Tourshirt für den „Broilers Noir Beach Club“ musste natürlich gleich mal mit.

Als Vorgruppe war die Hamburger Punkband „Arrested Denial“ dabei, die vom Publikum auch recht gut angenommen wurde. Die Jungs zeigten besonders Einsatz, indem sie aufgrund des Feiertagsvorabendverkehrs erst kurz vor ihrem Auftritt ankamen und danach direkt nach Kleve zu einer eigenen Show als Hauptact weiterfuhren.

Danach war es dann soweit und als die ersten üblichen Broilers-Vorprogramm Songs vom Band liefen wusste man, 20150430_220629dass es gleich losgeht. Wie immer besonders gefeiert und mitgesungen: die „Bro Hymn“ von „Pennywise“. Auf einen Vorhang mit Broilers-Video wurde aufgrund der Hallengröße dieses Mal verzichtet, aber dann ging es vertraut weiter mit „Sham 69“s „If The Kids Are United“ zur gleichzeitig abgedunkelten Halle. Nach wie vor kann und will ich mir bei den Broilers keinen anderen Opener mehr vorstellen als das „Vanitas Preludio“ übergehend in „Zurück Zum Beton“. Das ist einfach auch beim dutzendsten Mal immer wieder Gänsehaut und Einmal-um-den-Kopf-Grinsen pur und muss so bleiben.

Es folgte die größtenteils recht einheitliche Noir-Setlist von 2014. Zwar oft gehört aber auch immer wieder gut. Dennoch würde man sich schon ab und zu auch mal ein paar ganz spezielle Bonbons wünschen. Sowas à la „Mit einem Fuß im Grab“, „Wenn ich es will“, „Köng des Viertels“ oder „Richtung Schicksal“. Aber immerhin gab es das „Chuck Berry“ Cover „You Never Can Tell“ und die „Harter Weg“ B-Seite „Warte Auf Mich“, die, korrigiert mich wenn ich falsch liege, beide 2014 nicht gespielt wurden. Außerdem noch „Ich Sah Kein Licht“ und „Ich Bin Bei Dir“, die immerhin recht selten während der „Noir“-Tour zu hören waren.

Die Stimmung war gewohnt unschlagbar großartig und gerade aufgrund der kleinen Halle hallte der Gesang des Publikums besonders imposant wieder. Konstante Partystimmung von Anfang bis Ende, wie man es von den „Broilers“ gewohnt ist.

20150430_224455Kurz vor dem Finale der Show kündigte Sammy noch an, dass man nach den Festivals dieses Jahr am „Noir“-Nachfolger arbeiten und dafür eine Weile abtauchen würde. Der Sommer mit den Festivalkonzerten der Broilers sollte also nochmal in vollen Zügen genossen werden. Denn wer weiß, wie lange man danach auf Entzug sein wird… Ich für meinen Teil werde definitiv im August noch einmal auf dem Highfield Festival dabei sein. Und eigentlich kann man sich ja auch kaum das Heimspiel in der Düsseldorfer Esprit-Arena im September auf dem „Rock im Sektor“ Festival entgehen lassen. Da schrecke ich bisher eigentlich nur vor den heftigen Ticketpreisen und den für mich uninteressanten weiteren Bands zurück. Aber kommt Zeit, kommt Tourabschluss. Wir werden sehen und „Broilers“ geht eigentlich immer. Wer es immer noch nicht erlebt hat, der schäme sich zuerst und erwerbe dann schnellstens ein Ticket. Es ist jeden Cent wert!