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Böhse Onkelz – Memento Tour – Frankfurt

November 29th, 2016 | By Tobias

Nun ist es also soweit. Die Böhsen Onkelz betreten wieder die großen Hallen und drehen den Endorphinpegel ordentlich auf.
Und wo könnte man eine Tour offiziell besser beginnen als in Frankfurt? Dort wo alles angefangen hat, nur zehn mal so groß und mindestens elf mal so gut!

Keine Beschreibung wird dem Gefühl gerecht, diese Band wieder voll und ganz auf der Bühne zu sehen und auf Tour zu wissen. Lasst Euch aber dennoch gesagt eins gesagt sein: Für immer Onkelz! Wir waren vor Ort und haben sogar ein Paar Fotos mitgebracht!  Sie sind wieder da und haben sichtlich noch lange nicht genug!

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Hockenheim 2015 – Part I + II – Einmal die Welt anhalten bitte..

Juni 25th, 2015 | By Sarah

Alter, was war das denn bitte am letzten Wochenende?! Ich kann doch nicht schon wieder meinen Bericht über das Hockenheim-Spektakel mit den Worten „Es fällt mir schwer, darüber zu schreiben“ beginnen. Aber verdammt liebe Leser, so ist es. Die Onkelz haben es wieder einmal geschafft mir die Sprache zu verschlagen und mir damit die Worte für das Erlebte zu rauben. Seit Samstagnacht stammele ich immer wieder ein Wort vor mich her, das mit einem seligen Grinsen gepaart ist: „Überragend!“ 

Meine Vorfreude war grenzenlos als ich mich vergangenen Freitag mit einer Freundin von Frankfurt nach Hockenheim auf den Weg machte. Schon letztes Jahr hatten wir uns direkt ein Hotel für das Wochenende gebucht um bestens für DAS Event des Jahres vorbereitet zu sein. 7km bis Hockenheim, schönes Zimmer, lecker Frühstück – ja das passte für uns optimal. Letztes Jahr hatten wir noch Teile der Crew in unserem Hotel und eigentlich sollte auch die Band dort hausen, diese entschieden sich jedoch auf Grund der enormen Fandichte dann doch woanders zu nächtigen. Dieses Jahr verirrte sich leider sonst niemand mehr von unseren Pappenheimern in unser Hotel und wir hielten relativ anonym die Flagge oben, zwischen diversen Onkelz-Fans, die sich so wie wir zu alt fürs Campen fühlen. Eine warme Dusche und ein Frühstück mit Rührei und Lachs ist bei Festivalaufenthalten einfach unbezahlbar.

Nach unserem Check In machten wir uns relativ zeitig auf den Weg zum Hockenheimring. Durch unsere Erfahrungen vom letzten Jahr wussten wir dieses Mal auch relativ schnell, wie es zum Eingang Ost geht – der Ort an dem die Gäste-Akkreditierungen für Familie, Freunde und V.I.P.s abgefertigt wurden.  Promoter von Wizard Promotions nahmen und freundlich in Empfang, prüften unsere Daten und wir nahmen einen personalisierten Umschlag entgegen. Darin befanden sich ein nettes Willkommensschreiben, sowie der personalisierte Freundes-Pass und ein paar Getränkemarken. Das Herz pochte, das Grinsen wurde breiter, die Freude wuchs. Ja, jetzt waren wir ausgestattet und wir hatten Bock den Ring mit den Onkelz erneut zu zerlegen. Wir parkten unser Auto im VIP-Bereich und entschieden uns für eine lockere, erste Runde über das Gelände. Hinter der Bühne an den Crew-Zelten vorbei, Richtung Wellenbrecher und Fressbuden. Das Infield war fast menschenleer. Lediglich die fleissigen Arbeiter, erste Securities und

neugierige Besucher, so wie wir, huschten über den Schotterboden. „Das ist also die größte Bühne der Welt!“ dachte ich und betrachtete das Monstrum ehrfürchtig. „Sie haben noch mal ne Schippe drauf gelegt, diese Verrückten!“. In diesem Moment war ich glücklich. Es gab keinen Ort in diesem Moment, wo ich lieber sein wollte, als der Hockenheimring. Beim Spaziergang über das Gelände, immer mit dieser gewaltigen Bühne im Blickfeld, bekamen meine Freundin und ich unglaublich wärmende Gefühle. Dieses verdammte Privileg schon hier zu sein, die Onkelz seit so vielen Jahren schon begleiten zu dürfen und in dieser Dunstwolke von Bekannten und Freunden mit zu schweben, dieses Gefühl war nicht zu benennen und riss und emotional kurz den Boden unter den Füßen weg. Wir strahlten uns an und genossen den Augenblick, kann mal bitte wieder jemand die Welt anhalten?

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Live Review: Open Flair: 06.08. – 10.08.2014

August 19th, 2014 | By Redaktion

von Kevin Supper

Dieses Jahr war das 30-Jährige bestehen des Open Flairs. Grund genug dort vorbeizuschauen und die MfSFahne hochzuhalten. Das äußerst sympathische Festival in Eschwege (Hessen) überzeugt durch Charme und das Jahr für Jahr starke Line Up. Die familiäre Atmosphäre  ist auch dieses Jahr deutlich spürbar.  Hierbei sei besonders  zu erwähnen, dass hinter diesem Festival kein Veranstalter steht sondern ein gemeinnütziger Verein und somit jeder ehrenamtlich arbeitet. Großen Respekt!

Nachdem Mittwoch und Donnerstag für Campingplatzerkundungstour und das eine oder andere Kreislaufanregende Getränk drauf gingen, ist Freitag endlich Festivalauftakt! Die Sonne meinte es gut mit den Festivalbesuchern, denn bereits morgens knallte sie derart auf Eschwege herab, sodass es fast nur im Schatten erträglich war. Nichts destotrotz war die erste Band, die ich mir anschaute Fiddlers Green auf der Hauptbühne, die mit ihrem Folkrock die Masse zum Tanzen und feiern brachte. Das Publikum war begeistert, starker Auftritt!

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credits: Kevin Supper

Die nächste Band war insgeheim der eigentliche Hauptgrund nach Eschwege zu reisen. Unsere geliebten und sympathischen Düsseldorfer: Broilers. Wo auch immer ich sie dieses Jahr bei meinen zwanzig Konzerten gesehen habe, sie lösen immer eine Begeisterung aus und setzen eine Energie frei die nicht alltäglich ist. Die gelbe Kugel brannte, die Broilers tischten auf und das Open Flair fraß ihnen aus der Hand! Ein Feuerwerk aus der Hitkiste („Zurück zum Beton“, „Zurück in Schwarz“, „In 80 Tagen um die Welt“, „Tanzt du noch einmal…“) brachte die Masse zu Beginn, an dem ohnehin heißen Sommertag, ordentlich zum Schwitzen. Sammy zeigte seine bekannten Entertainer-Qualitäten und meinte „Das geht hier alles nur zusammen!“ Als Dank gab’s Pogo, klatschende Hände und singendes Publikum bis zum Umfallen. Für mich immer ein Highlight: „Wo es hingeht“  mit einer hüpfenden Masse. Den Schluss machten das unkaputtbare „Meine Sache“ und die musikalische „Blume“. So wurde das OF in den Abend entlassen. Die Broilers lieben das Open Flair und das Open Flair liebt die Broilers.

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Broilers live: Zitadelle, Berlin 26.07.2014

Juli 27th, 2014 | By Redaktion

Broilers live: Zitadelle, Berlin 26.07.2014

credits: Kevin Supper

credits: Kevin Supper

von Jan M.

Als bekanntgegeben wurde, dass die Broilers auf ihrer umfangreichen Noir Tour erstmalig in ihrer Karriere ein eigenes Open-Air spielen würden, war die Reise vom Ruhrgebiet in die Hauptstadt für mich gleich gebucht. Wer die Broilers in den vergangen Jahren schon auf Festivals erlebt hat, wird festgestellt haben: Broilers, Kaltgetränke, Sonne und blauer Himmel, das passt einfach zu gut und verbreitet Sommer-Feeling und gute Laune. Die Vorfreude auf den Sommer war also umso größer, als die Tickets mitten im Winter geordert wurden. Anzumerken wäre noch, dass Berlin einige Monate später zum zweiten Open Air Konzert in der Broilers Laufbahn „degradiert“ wurde, da dem Noir-Tourplan für den Tag vor Berlin noch ein Open Air in Dresden hinzugefügt wurde. Aber den Dresdnern sei es gegönnt und für mich war die in Berlin gewählte Location alleine schon absoluter Selbstläufer: Die wunderschöne Zitadelle Spandau im gleichnamigen Stadtteil. Diese war mir bereits aus Sightseeing-Perspektive durch ein Rittermahl und eine Führung durch die Katakomben bekannt, aber auch schon als Konzertlocation, als dort 2009 der Wacken-Ableger „Wacken Rocks Berlin“ mit Der W, Volbeat, D-A-D und Heaven Shall Burn gastierte.

Kommen wir aber zum eigentlichen Konzerttag, an dem das Wetter glücklicherweise beste sommerliche Open Air Bedingungen lieferte und die Sonne durchgängig pflichtbewusst auf die Zitadelle schien. Der Innenhof der Festung war dementsprechend bestens mit „feinen, feinen Menschen“ gefüllt. Da Sammy wenige Tage vorher in einem Radio Interview die Show als fast komplett ausverkauft ankündigte, und die Kapazität der Zitadelle auf 10.000 Leute beziffert wird, lässt sich daraus eine ordentliche Hausnummer bzgl. der Zuschauerzahl ableiten.

Als erste Supportband hatten die Broilers, wie bereits auf einigen vorherigen Noir-Konzerten, „Feine Sahne Fischfilet“ mit am Start. Diese waren somit vielen Fans bereits bekannt und sorgten mit ihrem Punkrock, inkl. Einsatz von zwei Trompeten, und ihren diversen Ansagen gegen Rechts für großen Zuspruch vom Publikum. Die zweite Supportband waren „Bombshell Rocks“ aus Schweden, die die Fans ebenfalls ordentlich anheizten und gut angenommen wurden.

Gegen 21 Uhr kam dann der Moment, auf den alle gewartet hatten. „If The Kids Are United“ von Sham 69 erklang als Intro und links und rechts von der Bühne stieg schwarz- und rotgefärbter Nebel auf. Die Vorfreude des Publikums machte sich durch lautstarke Chorbegleitung bei dem, in „Zurück zum Beton“-mündenden, „Preludio Vanitas“- Intro eindrucksvoll bemerkbar. Als Sammys Stimme einsetzte, Bierbecher in die Luft flogen und die komplette Zitadelle tanzte, war schon zu erwarten: dieser Abend wird groß. Die nächsten vier Lieder („Zurück in Schwarz“, „In 80 Tagen um die Welt“, „Grau, grau, grau“ und „Tanzt Du noch einmal mit mir“) wurden, ohne dem Publikum eine Pause zu gönnen, in einem durchgespielt, bevor es die erste Verschnaufpause und die Begrüßung gab. Sammy war offensichtlich bester Laune und erklärte jenes Wochenende zu einem seiner Lieblingswochenenden. Wie er erklärte, hatte die Band an den beiden vorhergehenden Tagen bereits das zu „Santa Muerte“-Zeiten verloste Wohnzimmerkonzert vor 50 Leuten sowie das Open Air in Dresden gespielt und beides war laut Sammy ein voller Erfolg.

Direkt weiter ging es mit der ersten „Noir“ – Singleauskopplung „Ist da Jemand?“ und es fiel auf, dass die anfangs von vielen eher skeptisch betrachteten Songs von „Noir“, inzwischen ähnlich bis genauso abgefeiert werden wie die Klassiker.

Ein besonderes Highlight gab es im späteren Verlauf des Abends bei der aktuellen Single „Ich will hier nicht sein“, als die Protagonisten aus dem Video zum Song, welches in deutschen Flüchtlingslagern gedreht wurde, auf die Bühne gebeten wurden. Schöne Geste, wichtiger Song!

Beim „Held in unserer Mitte“ suchte sich Sammy einen jungen Mann aus dem Publikum, der auf den Schultern seines Kumpels saß und erkor diesen zum Namensgeber des Songs. Dies wurde dann nach Sammys Aufforderung mit einem riesigen Circle Pit um den „Helden in unserer Mitte“ herum zelebriert.

Die Gelegenheit einer Open Air Kulisse wurde von vielen Fans genutzt, um reichlich Bengalos abzufackeln. Auch Sammy ließ es sich bei „Nur nach vorne gehen“ nicht nehmen, die Bühne damit in rotes Licht zu tauchen.

Lustig war es im Zwischenteil vom Slime-Cover „Zusammen“ als direkt vor der Bühne ein kleiner Junge auf den Schultern seines Vaters saß und Sammy ihm versicherte, dass sich in seinem Glas nur „Gurkenlimonade“ befände. Wer die Broilers näher verfolgt weiß, das sich hinter ihrem Warm up – Drink Gin Tonic mit Schlangengurke verbirgt… Anschließend forderte Sammy den kleinen Nachwuchsfan auf, sich die Ohren zuzuhalten, weil er jetzt unbedingt ein Schimpfwort benutzen müsse, worauf dann das übliche „Reissen wir die verf… Drecksbude jetzt ab, oder was?“ folgte.

Den Abschluss bildete nach etwa zwei Stunden wie immer das Broilers-Debut „Blume“ begleitet vom einzigen Regenschauer des Abends – zum Glück nur bestehend aus Konfetti – und dem Outro von „Journey“ – „Don’t stop believin‘“. So ging ein großartiger Abend zu Ende, den die Meisten mit einem glückseligen Grinsen im Gesicht verlassen haben dürften.

Zur Setlist (unten angefügt) bleibt zu sagen, dass diese zwar kaum Überraschungen bot, aber das bei der hohen Dichte von Hits und Stimmungskrachern bei den Broilers absolut ok war. Die Songauswahl war eine sichere Bank, die vom Publikum auch als solche dankbar angenommen und abgefeiert wurde. Einzig „Alles was ich tat“ kann als Überraschung gesehen werden, da der Song auf der „Noir“ Tour bislang komplett fehlte, während er noch auf der „Santa Muerte“ Tour fest in der Setlist integriert war.

Für mich war es von 2007 bis heute mittlerweile das vierzehnte Broilers Konzert und ich würde es für mich persönlich ganz klar unter den Top 3 ansiedeln. Grandiose Stimmung, gutgelaunte Band, tolle Akustik, gut gewählte Setlist, perfektes Wetter und eine großartige Location. Es bleibt abzuwarten, ob Bochum und Düsseldorf das dieses Jahr noch toppen können.

Für alle die noch kein Konzert der Broilers auf der laufenden „Noir“ – Tour gesehen haben und die mit deren Musik etwas anfangen können, ist zu sagen: Lasst Euch das nicht entgehen! Ihr verpasst eine großartige Live Band, die einfach unheimlich Spaß macht.

 

Setlist Berlin, Zitadelle am 26.07.2014:

Preludio Vanitas
Zurück zum Beton
Zurück in schwarz
In 80 Tagen um die Welt
Grau, grau, grau
Tanzt du noch einmal mit mir?
Ist da jemand?
Harter Weg (Go!)
Wo es hingeht
Ruby light & dark
Alles, was ich tat
Paul, der Hooligan
Die Letzten (an der Bar)
Ich will hier nicht sein
In ein paar Jahren …
LoFi
Wie weit wir gehen
Ich brenn‘
(Ich bin) Bei dir
Nur die Nacht weiß
Held in unserer Mitte
Nur nach vorne gehen

Heute schon gelebt
33 rpm
Meine Sache

Singe, seufze & saufe
Zusammen (Cover Slime)
Cigarettes & Whiskey (Cover The Sons of the Pioneers)
Blume
Outro (Don’t stop believin‘ – Journey)

 

Der W live in Stuttgart: Der Regen weicht der Familie Weidner

Mai 4th, 2013 | By Sarah

Wir schreiben Samstag den 04. Mai. Nun ist es also soweit, das letzte Konzert der Tour steht heute für mich an. Ein wenig wehmütig aber voller Freude denke ich kurz an die vergangen Wochen zurück. Berlin, Hamburg, Frankfurt und was da noch so alles auf dem Plan stand. Und heute soll es schon vorbei sein? Ein wenig traurig macht es mich ja schon, denn schließlich sind es nicht nur die Konzerte an sich, sondern auch die vielen tollen Menschen die man auf Tour wieder trifft. Die Traurigkeit weicht aber schnell der Vorfreude auf den heutigen Abend. Stuttgart war ja bekanntlich bisher immer eine Stadt auf die man sich stimmungstechnisch verlassen konnte.

Ich werfe meine Kamera und mich ins Auto und begebe mich in Richtung Autobahn nach Stuttgart. Keine Ausflüge, keine Umwege, kein Hotel. Der Weg führt direkt zum LKA. Heute etwas früher als sonst, denn für uns steht noch ein kurzer Interview Termin an. Als Sarah und ich gegen 16:30 an der Halle ankommen machen wir uns erst einmal zu einer kleinen Begrüßungsrunde auf. Vor dem Einlass stehen auch schon die Ersten “Die Hards” um sich, trotz des noch anhaltenden Regens, Ihren Platz ganz vorne zu sichern. Ich bin bei jedem Mal wieder erstaunt, was die Leute alles über sich ergehen lassen nur um ganz vorne zu stehen. Respekt!
Wir reden reden also noch kurz mit ein Paar der Anwesenden über die vergangen Tage und machen uns dann auch schon bald auf um die Location für das Interview zu checken. Noch im Ungewissen wo das Interview denn nun letztendlich stattfinden soll, wählen wir den großen Vorraum des Backstagebereiches um die Technik zu checken und einen ersten Schlachtplan zu entwerfen. Der von Konzertpostern tapezierte Raum sollte uns da einige Möglichkeiten bieten. Wir nutzen die noch verbleibende Zeit, um mit der Crew und einigen Bandenmitgliedern zu reden, bevor dann auch ein sichtlich gut gelaunter Stephan dazu stößt, um uns zusammen mit Dirk Rede und Antwort zu stehen. Die Sterne stehen gut, denn wir sind vorbereitet und die Eintracht hat gewonnen, was sowohl bei uns als auch bei Stephan zu sichtlich guter Laune beigetragen hat. Dementsprechend locker verläuft auch das Interview. Die Zeit vergeht wie im Flug und der Band bleibt nicht viel Zeit, insbesondere Stephan und Dirk nicht, die sich ja gerade erst aus dem Sichtfeld unserer Kamera bewegt haben. Denn es steht direkt der nächste Termin an. Meeeeeet and Greeeeeeet! Die Fans werden von Stefan Kempe in den Backstagebereich geleitet um dort mit der Band einen paar Worte zu wechseln, Fotos zu machen und allerhand W-Stuff unterschreiben zu lassen. Eine Aktion die sich auf jeden Fall lohnt, denn den Fans macht es sichtlich Freude.

Viel Zeit, um mir das Treiben rund um das Meet and Greet anzuschauen bleibt nicht, denn die Vorbereitungen für den Fotograben mussten noch getroffen werden. Da steht die Wahl des Objektivs, es mussten Einstellungen geprüft und der Graben an sich gecheckt werden. Man will ja schließlich nicht unvorbereitet Fotos schießen. Pünktlich um 20:00 Uhr geht es dann auch schon los. Dunderbeist betreten die Bühne und heizen die Menge mit Ihrem, von Sarah so liebevoll genannten “Battle-Metal” schon mal ordentlich ein. Man merkt hier schon, Stuttgart hat Bock heute. Dunderbeist gehören musikalisch sicherlich nicht zu dem favorisierten Genre des gemeinen W-Fans, doch wissen die Jungs durch ihr Können und ihre Qualitäten die Menge schon ordentlich zu begeistern. Das gefällt, und macht Spaß! Im fast ausverkauften Haus wird schon gut gefeiert und sich warm gemacht, was sich auch schnell auf die Temperatur in der Halle auswirkt. Es verspricht ein sehr warmer Abend zu werden. Um 20:45 Uhr ist das Set vorbei und der Umbau beginnt, während sich Dunderbeist bei gebührendem Applaus verabschieden. Wie ich finde eine sehr gute Wahl als Support-Act, wenn auch aus einem ganz anderen Genre stammend. Das macht es für mich aber auch gerade so interessant.

Ich nutze die Zeit des Umbaus, um vor der Tür noch schnell meinem Laster nachzugehen und durfte mit Erfreuen feststellen, dass auch das Wetter nun besser geworden ist. Der Regen musste einem fast wolkenlosen Himmel mit Sonnenschein weichen und sollte erst zu einem späteren Zeitpunkt in der Halle wieder einsetzen. Dazu komme ich aber noch.

Es ist soweit, Henning, Dirk, JC, und Stephan stehen in den Startlöchern und machen sich so langsam warm für die Show. Ich mache mich währenddessen auf in den Graben. Man merkt jetzt auch langsam die Spannung im Publikum. Die obligatorischen “Stephan Weidner” Rufe schallen durchs LKA und den ersten Reihen sieht man deutlich an, dass sie es kaum erwarten können. Ich bringe mich also in Stellung, um die ersten 3 Lieder auf Bild festhalten zu können. In Stellung bringen ist hierbei auch das richtige Wort, denn der Graben bietet nicht viel Platz für schnelle Stellungswechsel.

Aber zurück zum Wesentlichen, dem W., der Band den Weidnern. Dirk, Henning und JC Weidner betreten unter lautem Jubel die Bühne zum Intro. Der Jubel und die lautstarke Freude der Fans steigert sich nochmal um einige Dezibel als auch Stephan die Bühne zu “Operation Transformation” betritt. Es wurde nicht zuviel erwartet, denn Stuttgart zeigt wirklich nochmal, dass Sie ein feierfreudiges Volk sind. Manchmal sogar ein wenig zu feierfreudig, denn Stephan hatte das ein oder andere Mal damit zu kämpfen, seine Ansprachen zwischen den Songs zu platzieren. So musste der ein oder andere Fan kurz getadelt werden und an den “Respekt vor Erwachsenen” erinnert werden. Alles in Allem aber kein Problem und so wurde es ein richtig gutes Konzert. Stuttgart hat hier keineswegs enttäuscht.

Warum aber habe ich ein Paar Zeilen zuvor von “Weidnern” gesprochen? Tippfehler? Nein! Dies ist einer fixen des Herrn am Gesang geschuldet. Bei den vielen “Stephan Weidner” Chören kam dem Front-Weidner die Idee, “den Rest der Band zu adoptieren”, denn so könne man mit den “Weidner” rufen vielleicht auch viel besser leben. Das ist es aber auch was man hier auf der Bühne zu sehen bekommt, eine Einheit die schon fast einer Familie gleicht. Das scheint auch beim Publikum so anzukommen. Stephan erkennt es schon vorweg und redet von dem Gefühl, dass die Leute nunmehr nicht nur wegen einem Ex-Onkel, sondern wegen der Band “Der W” kommen. Das hat sich für mich auch bei dem zum Schluss einsetzenden “Regen” gezeigt. Hatte man zu Anfang der Tour noch das Gefühl, dies wäre der am stärksten gefeierte Song, musste auch ich an diesem Abend freudig feststellen, dass dem nicht mehr so zu sein scheint. Regen ist sicherlich eines der Highlights im Publikum, hat aber gefühlt keinen Schwerpunkt mehr in der Stimmungsskala. So ist es schön zu sehen, dass mehr “Der W” als Band und nicht mehr der Ex-Onkel hier im Fokus steht. Mit diesem Song verabschiedet die Band die Stuttgarter Fans dann auch in die Nacht.
Ein wirklich gelungener Abend und man wird sicherlich gerne wiederkommen. Das Gleiche gilt selbstverständlich auch für mich! Ich packe also langsam meine Sachen zusammen und mache mich zusammen mit Sarah auf, um allen auf Wiedersehen zu sagen bevor Crew und Band sich auf den Weg nach Oberhausen machen.

Das war es von mir aus Stuttgart und Meinem Teil der Tour. Somit verabschiede ich mich in die Nacht, mache mich auf den Heimweg und zurück in den Alltag, während der Tourbus noch ein Paar Tage weiter rollt.

Tobias Stark

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