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Broilers live: ISS,Dome Düsseldorf, 19. + 20.12.2014

Januar 25th, 2015 | By Jan

brlrs_180214_2Broilers live – 19. + 20.12.2014, Düsseldorf, ISS Dome – 20 Jahre Jubiläumsshows

Man nehme den ISS Dome in Düsseldorf, einen Freitagabend, einen Samstagabend, 20 Jahre mehr Ups als Downs, eine Band und 24.000 Geburtstagsgäste. Dazu reiche man ein das eine oder andere Gläschen Gurkenlimonade und fertig ist die Broilers-Sause des Jahres. Und wenn eine solch feine Band wie die Broilers zum Geburtstag einladen, sind wir natürlich dabei, um an beiden Tagen mitzufeiern.

20 Jahre ist es also schon her, dass die damals noch pubertierenden Broilers in ihren übergroßen Bomberjacken ihre erste Single „Blume“ veröffentlichten. Dies war der Grundstein zu einer Erfolgsgeschichte, wie sie heute leider recht selten geworden ist. Kontinuierliche Weiterentwicklung und eine stetig wachsende Fangemeinde, jedoch nie zu viele Sprossen der Erfolgsleiter auf einmal nehmend und nie ihre große Sympathie einbüßend. Jedes Album bot eine klare Weiterentwicklung zum Vorgänger, ganz allmählich wurden die Hallen größer und erst nach 16 Jahren Bandgeschichte, nach dem Release von Santa Muerte, wurde die Band einem breiteren Publikum außerhalb der Oi-Punk-Szene bekannt. Aber auch hier nicht über Nacht, sondern man erspielte sich durch eigene Konzerte, Festivalauftritte und Supportshows (u.a. für die Hosen) einen immer größeren Beliebt- und Bekanntheitsgrad. 2014 gipfelte all das im Nr. 1 Charterfolg des Albums Noir, der bisher umfangreichsten Tour mit vielen ausverkauften Shows und den bis dato größten Broilers Konzerten in der Dortmunder Westfalenhalle und im ISS Dome. Und auch weiterhin ist nach oben hin alles offen. Continue reading »

REVIEW: Wirtz – Live und Unplugged

Januar 12th, 2015 | By Tobias

510Fm9+6B4LWirtz, unverzerrt und ohne Strom. Bei dem Wahlfrankfurter war eine gewisse Liebe zur Akustikgitarre schon lange erkennbar, allerdings hat er mit seinem letzten Album “Unplugged” nochmal einen drauf gesetzt. Songs der letzten drei Alben wurden um arrangiert und man hat sich selbst neu interpretiert, sodass aus Rocksongs wahre Balladen voller Emotionen entstanden sind. Die Resonanz auf das Album war bereits durchgehend positiv und auch die darauf folgende Unplugged-Tour konnte als durchgehender Erfolg verbucht werden.

Das man so einen besonderen Moment im Leben eines Rockmusikers natürlich auch auf Bild und Ton festhalten möchte liegt auf der Hand. Das Resultat kommt am 23.01.2015 in die Regale und trägt den Namen “Wirtz – Live & Unplugged im Gibson Club Frankfurt”.

Wir durften das Material bereits sichten und können Euch vorab versprechen, dass sich der Kauf lohnen wird. Damit meine ich auch nicht nur die alt eingesessenen Wirtz-Fans, sondern jeden der gute Musik und atmosphärische Interpretationen von schnellen Stücken zu schätzen weiß. Ich möchte auch gar nicht so sehr auf die eigentlichen Songs eingehen, denn die sollten größtenteils hinsichtlich bekannt sein. Im Vordergrund steht dieses Erlebnis eines Rockmusikers die E- gegen die Akustikgitarre zu tauschen und das Ganze mit klassischen Instrumenten aufzufüllen.

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Talco Live: Bahnhof Langendreer, Bochum 05.12.2014

Dezember 19th, 2014 | By Redaktion

Talco, Bahnhof Langendreer, Bochum 05.12.2014

von Jan M.

Was fängt man am besten am Vorabend des Nikolaustages mit seinen Stiefeln an? Stimmt genau, man steigt hinein, um damit auf einem feinen Konzert das Tanzbein zu schwingen. Beste Gelegenheit dazu bot die sechsköpfige Ska-Punk Kapelle Talco aus der italienischen Romantik-Hochburg Venedig, die an diesem Abend im Bahnhof Langendreer in Bochum zu Gast war.

Mit einer Tour und einem sehr gelungenen Doppelpaket aus Live-Album und Doku-DVD namens 10 Years (https://www.youtube.com/watch?v=RceRHka7l6Y) zelebriert die Band aktuell ihr 10jähriges Jubiläum, 2004-2014. Talco wurde zwar eigentlich bereits im Jahre 2000 gegründet, das Debut-Album Tutti Assolti erschien allerdings erst 2004. Die Jubiläumstour führte die Band im Laufe des Jahres auf viele europäische Club- und Festivalbühnen, darunter auch eine ganze Reihe Termine in Deutschland.

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credits: Benjamin Scheller

Musikalisch stehen Talco für eine Mischung aus äußerst tanzbaren und gute Laune verbreitenden Ska-Rhythmen, Punkrockeinflüssen, mitreißenden Trompeten- und Saxophon Einsätzen, italienischem Folkloresound sowie politischen, antifaschistischen und vom Lebensgefühl der italienischen Arbeiterklasse beeinflussten Texte. Ihren selbstkreierten Musikstil bezeichnen Talco gerne als Patchanka, benannt nach dem Debut-Album der französischen Kult-Band Mano Negra, von der sich Talco inspirieren ließen. Ihr Sound ist außerdem recht gut mit dem der Spanier von Ska-P vergleichbar.

Obwohl Talco aus Italien stammen, ihre Karriere dort begann und ihre Songs durchgängig auf Italienisch getextet sind, so können sie dennoch ihre bislang größten Erfolge eher in Spanien und Deutschland vorweisen. Seit mehreren Jahren haben Talco einen deutschen Manager und sind seit 2009 beim Berliner Label Destiny Records unter Vertrag. Insbesondere zur Stadt Hamburg entwickelte man eine enge Verbundenheit, nicht zuletzt bedingt durch Talco‘s Engagement für die Punkrocker unter den Fußballvereinen, den FC St. Pauli. Der Mannschaft wurde der Song St. Pauli gewidmet und 2010 hatten Talco einen ihrer bislang größten Auftritte anlässlich des 100 jährigen Vereinsjubiläums im Millerntor Stadion, wo sie sich die Bühne mit Bands wie Fettes Brot, Slime, Kettcar oder Bela B. teilten.

Wie es der Zufall wollte, insofern es denn überhaupt ein Zufall war, spielte der FC St.Pauli ausgerechnet am Abend des Talco Gigs in Bochum wenige Kilometer entfernt ein Auswärtsspiel gegen den Gastgeber VfL Bochum. Um den Fans zu ermöglichen, beides miteinander zu verbinden, gab der Veranstalter im Vorfeld bekannt, dass die Supportband, später als gewöhnlich, erst um 20:30 Uhr und Talco um 21:30 Uhr auf der Bühne stehen würden. Wer weiß, vielleicht wollte auch einfach die Band selbst vorher noch im Stadion vorbeischauen. Gegen 21 Uhr strömten dann auch nicht wenige Nachzügler aus dem Stadion in die alte Bahnhofshalle und füllten deren letzte Kapazitäten aus. Continue reading »

Review: Bombshell Rocks – Generation Tranqualized

November 19th, 2014 | By Redaktion

CD Review: Bombshell Rocks – Generation Tranqualized 

bombshellrocksDer Klang von angeschlagenen, langen nachklingenden Gitarrensaiten, plötzlich einsetzende Drums und schon nach wenigen Sekunden ist man mittendrin und es erfasst einen die Energie vom neuen Bombshell Rocks Album. Denn so heißt einen dessen Opener willkommen und zeigt: Die fünf Jungs aus Västerås, Schweden sind zurück und das sogar endlich wieder in ihrer vollen Originalbesetzung. Nachdem Sänger Mårten Cedergran 2003 die Band verließ, veröffentlichten Bombshell Rocks 2005 nur noch zu viert ihr bis dato letztes Album „The Conclusion“. Auf diesem Album übernahmen die Gitarristen Christian Määttä and Richard Andersson den Gesang des fehlenden Frontmanns. 2012 kehrte Cedergran jedoch überraschend wieder in die Band zurück und seitdem sind die Jungs wieder in der Originalbesetzung on the road, wo ich sie bereits diesen Sommer bestens gelaunt im Vorprogramm meiner Lieblingsdüsseldorfer, den Broilers, live erleben durfte. Nach der EP „Scars & Tattoos“ zu Beginn dieses Jahres, erscheint nun nach elf Jahren am 28.11.2014 der erste neue Longplayer der Band „Generation Tranqualized“ in Originalbesetzung mit allen fünf Bandmitgliedern.

Große Erwartungen mit denen die Fans der Schweden dieses Album ersehnen dürften. Ob diese erfüllt werden, muss natürlich jeder für sich selbst beurteilen, denn gerade Fans sind ja oft die größten Kritiker. Ich für mich habe aber auf jeden Fall ein Punkrock Album entdeckt, was ordentlich Spaß macht und mich überzeugt. Ein Album, gemacht für ein paar Bierchen mit Freunden in der Sonne oder eine sommerliche Autofahrt mit heruntergelassenem Fenster. Ein lupenreines Sommeralbum mitten im November – Punkrock aus Skandinavien im kalifornischen Stil à la Social Distortion. Klingt widersprüchlich, weiß aber zu begeistern.

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Rise Against live: Festhalle, Frankfurt – 16.11.2014

November 17th, 2014 | By Gast Autor

RA_LOGO_WHITE-547x600Heimspiel für mich, Rise Against in Frankfurt. 16.11.2014

von Stefanie “Jackie” Schu

Nachdem ich noch kein Ticket für das Rise Against Konzert am Abend hatte, trug ich mich kurz mit dem Gedanken, nicht hinzufahren. In weiser Voraussicht, den Entschluss später sicher zu bereuen habe ich mich dann doch noch aufgerafft und war gegen 18:00 Uhr an der Halle.

Normalerweise ist es kein Problem vor Konzerten noch Tickets zu erwerben, diesmal sollte es sich jedoch als schwieriger herausstellen. Nachdem jeder, den ich angesprochen habe nur noch Rang-Plätze hatte, die für mich in etwa so attraktiv sind wie Herpes, finde ich direkt vor der Festhalle dann doch noch einen freundlichen jungen Mann, der ein Innenraum-Ticket für den Schnäppchenpreis von 60€ abzugeben hat. Wohlwissend, dass Rise Against auch die 20€ Unterschied zum Normalpreis wert sind, schlage ich zu. Ich reihe mich also in die Menge vor dem Einlass ein und stelle zufrieden fest, dass der Altersdurchschnitt im Vergleich zu Amsterdam heute Abend deutlich höher ist. Das Anstellen geht schneller als gedacht, der Einlass hat bereits begonnen und so finde ich mich gegen 18:20 Uhr in der Halle wieder. Noch kurz meine Jacke zur Garderobe bringen (mit den Jahren kann man sich auch mal was gönnen) und auf dem Weg dorthin den Merch-Stand abchecken. Das T-Shirt, welches ich mir in Amsterdam gekauft habe wird nicht angeboten. Die Sweatshirt-Jacke jedoch schon. Auf Grund des höher als erwarteten Ticketpreises nehme ich jedoch erst mal von einem Kauf Abstand. Continue reading »