Browsing: Reviews

Social Distortion live: 28.04.2015, Palladium, Köln

Mai 6th, 2015 | By Jan

Social Distortion live: 28.04.2015, Palladium, Köln

 

„Social Distortion“ ist eine dieser Bands, die seit vielen Jahren eigentlich andauernd auf Tour ist. Dabei kommt aber Europa leider oft etwas kurz oder die Auftritte hier finden eher im Rahmen von Festivals statt. Da wird es dann natürlich immer gern genommen, wenn die lebende Punkrocklegende Mike Ness und seine Bandkollegen hierzulande mal auf eine Hallen-/Clubtour vorbeischauen. So wie es im vergangenen April endlich wieder der Fall war.

Anlass für diese Tour war das 25jährige Jubiläum des selbstbetitelten Albums „Social Distortion“, nicht zu verwechseln mit der Gründung der Band, die sich bereits vergangenes Jahr zum 35. Mal jährte. Um das Jubiläumsalbum angemessen abzufeiern, hatte man die Idee, dieses auf den Konzerten komplett mit sämtlichen zehn Songs zu spielen.

Sechs Städte standen dafür in Deutschland auf dem Programm und nachdem auf einigen der ersten fünf Konzerte schon diverse „Mindfuck Society“ Mitglieder vertreten waren, war es für mich am letzten Abend der Tour im Kölner Palladium soweit. Zwar ist das E-Werk auf der gegenüberliegenden Straßenseite die schönere Halle, aber was soll’s, ins Palladium passen dafür mehr Leute rein.

Im Vorprogramm war „Social Distortion“ -Gitarrist „Johnny Two Bags“ am Start, der sein 2014 erschienenes Solo-Album „Salvation Town“ vorstellte. Sehr gechillte folklastige Platte, die sich durchaus hören lassen kann.

Damit aber nicht genug, denn als zweite Vorgruppe hatte man noch „Jessica Hernandez & The Deltas“ mit dabei. Sehr coole Band, deren Frontfrau und Namensgeberin stimmlich und optisch durchaus etwas an „Amy Winehouse“ in etwas rockigerem Gewand erinnert. Sehr unterhaltsam und bei dieser Band lohnt es sich sicherlich nochmal genauer reinzuhören. Ich hab es mir jedenfalls fest vorgenommen.

Gegen 21 Uhr war es dann soweit und Mike Ness betrat unter großem Jubel die Bühne des Palladiums und stimmte den ersten Song an. Ganz im Zeichen des Jubiläumsalbums, dessen Cover auch die Bühnenrückwand zierte, war dann erwartungsgemäß „So Far Away“, der Opener des Albums, natürlich auch der Opener der Show. Nahtlos gefolgt von den weiteren Songs des Albums, inklusive darauf enthaltener Hits wie: „Story Of My Life“, „Sick Boy“ oder „Ball And Chain“. Einzig das Johnny Cash Cover „Ring Of Fire“ sparte man sich für einen späteren Zeitpunkt auf.

Nachdem alle Songs des Albums gespielt waren, ging man zum zweiten Teil der Show über. Es folgten „Machine Gun Blues“ und „Gimme The Sweet And Lowdown“ vom aktuellen Album „Hard Times and Nursery Rhymes“ (was inzwischen auch schon wieder vier Jahre auf dem Buckel hat) sowie eine großartige Coverversion des Rolling Stones Klassikers „Wild Horses“ mit atmosphärischer Lightshow.

Nach etwa anderthalb Stunden stand dann schon das Finale der Show an und auch das letzte fehlende Stück vom Jubiläumsalbum, nämlich „Ring Of Fire“, kam zum Einsatz. Als zweite Zugabe wurde noch „Don’t Drag Me Down“ hinterhergejagt und das war es dann leider auch schon wieder.

Insgesamt war die Stimmung durchaus gut, allerdings war das Publikum nach anfänglichem Jubel den größten Teil der Show relativ zurückhaltend. Und dass, obwohl Mike Ness für seine Verhältnisse gut drauf und fast schon in Plauderlaune war. Die Zurückhaltung des Publikums mag zum einen an der Setlist aus einem einzelnen Album liegen, die natürlich nicht nur Hits beinhaltete oder auch daran, dass die Setlist eher von langsameren bzw. Mid-Tempo Songs dominiert wurde. Zumal die beiden grandiosen Alben „White Light, White Heat, White Trash“ und „Sex, Love & Rock’n‘ Roll“ arg zu kurz kamen. Dennoch wurde andächtig gelauscht und jedem Song brav applaudiert. Musikalisch gab es an der Show sowieso nichts zu meckern und auch der Legendenbonus von Mike sollte nicht unterschätzt werden. Und dass sowohl „Social Distortion“ als auch ihr Publikum ohne weiteres auch eine Riesenparty auf die Beine stellen können, bewiesen die beiden großen Hits „Ring Of Fire“ und „Don’t Drag Me Down“ im Zugabenblock, zu denen das Publikum dann kurz vor Ende doch nochmal so richtig ausflippte und der Show noch ein würdiges Ende gesetzt wurde. Zwar etwas kurz, aber schön war es. Bis zum nächsten Mal, Mr. Ness!

71BREdQsWPL._SL1118_

 

Massendefekt live: 18.04.2015, Turock, Essen

Mai 5th, 2015 | By Jan

Massendefekt live: 18.04.2015, Turock, Essen

Die Faktoren Samstagabend, Sonne, Bier und Punkrock lieferten Mitte April perfekte Voraussetzungen fürs „Massendefekt“ Konzert im Essener „Turock“ bei festivalähnlicher Atmosphäre. Das Konzert fiel genau mit einem der ersten Frühlingswochenenden des Jahres zusammen, an dem die Sonne richtig in die Vollen ging. Viele Konzertbesucher ließen sich also im nördlichen Teil der Essener Innenstadt, wo diverse abgerockte Metal- und Punkkneipen bzw. –Clubs angesiedelt sind, in den Biergärten und auf dem Platz vor dem „Turock“ nieder und genehmigten sich noch ein paar Bierchen in der Abendsonne zur Einstimmung.

Doch nicht nur die längst überfällige Frühlingssonne stärkte „Massendefekt“ an diesem Abend den Rücken, sondern auch gleich zwei großartige Vorbands verkürzten das Warten auf die vier Jungs aus Meerbusch bei Düsseldorf. Ein feines Doppelpack bestehend aus zwei Bands aus München: „Whiskey Foundation“ und „Blackout Problems“.

Die „Whisky Foundation“ erwies sich als eine lupenreine Bluesband, ein absoluter musikalischer Leckerbissen mit hohem Coolness-Faktor, nach kultigen Bands aus früheren Zeiten klingend, ohne dabei altbacken zu wirken. Hat viel Spaß gemacht und die Resonanz nach dem Auftritt in Smalltalks am Urinal (wo man halt so auf Konzerten flüchtig ins Gespräch kommt 😉 ) war voll des Lobes.

Gleiches galt für die „Blackout Problems“ (Ja, das Bier muss halt irgendwohin). Diese kamen musikalisch stadionrockartig pompös daher (Da wird während des Openers erstmal auf der Bühne die Pauke gedroschen) und unterstrichen dies durch ihr Repertoire an großen Rockstarposen. Das wurde direkt während des ersten Songs deutlich, indem Sänger Mario mitten durchs Publikum stürmte und in bester Campino-Manier außen am Geländer einer Treppe fast bis zur Empore des „Turocks“ hochkletterte. Beim Publikum machte das auf jeden Fall Eindruck. Selten habe ich gesehen, wie eine Vorband so schnell vom Großteil des Publikums angenommen und abgefeiert wurde wie „Blackout Problems“. Die Show wirkte zum Teil fast schon eher wie ein Hauptact statt wie eine Vorgruppe. Sehr gekonntes Spiel mit dem Publikum und ein Sound, der gefühlt hoch hinaus will. Mir hat’s definitiv gefallen und während ich hier schreibe, läuft bei mir gerade ihr 2012er Album „Life“.

Nach kurzer Verschnaufpause erklang dann „Major Tom“ als Intro von „Massendefekt“. Gänsehaut schon allein bei der Lautstärke mit welcher das komplette Publikum die Refrainzeile „…dann hebt er ab und völlig losgelöst“ mitsang. Stimmungsmäßig ein guter Vorgeschmack auf das, was noch folgen sollte.

Als dann „Der Weg“ als Opener startete, war die komplette Menge nicht mehr zu halten und sofort voll in Bewegung. Ein gelungener Auftakt mit feiernder Meute, die den ganzen Abend über nicht gemäßigter unterwegs war. Eher im Gegenteil. „Massendefekt“ legten aber auch immer wieder gekonnt mit Hits wie „Singend durch die Hölle“, „Stadt der Engel“, „Wer sitzt fliegt raus“, „Tanz im Nebel“, „Wellenreiter“ oder auch Klassikern wie „Land in Sicht“ Kohle im Feuer nach.

Überhaupt verstehen es „Massendefekt“ verdammt gut, mit dem Publikum zu interagieren. Man hatte definitiv auf- sowie vor der Bühne seinen Spaß. Egal ob man nun das Publikum mit ihren Kleidungsstücken wedeln ließ oder einem Fan eine Kamera mit Stativ in die Hand drückte und ihm dann den kompletten Moshpit auf den Hals hetzte… Letzteres nicht ohne scherzhaften Seitenhieb an die befreundeten „Broilers“ : „Das Video schicken wir den Broilers für ihr Tourtagebuch. Damit es bei denen auch mal voll aussieht“.

Neben den „Massendefekt“ Songs wurde die Setlist zusätzlich durch einige Coversongs verfeinert. Besonders gefreut hat mich „Totgesagte leben länger“, von den von mir geschätzten und leider 2010 aufgelösten „Planlos“. Auch im Zugabenblock reihten sich dann noch zwei weitere Cover ein, die die Halle nochmal so richtig zum Toben brachten. Zum einen eine spaßige Punkrockversion des 90er-Jahre Dance-Hits „Mr.Vain“ und direkt im Anschluss die „Bro Hymn“ von „Pennywise“, die durch ihren, wie der Name schon sagt, Hymnencharakter sicher die letzten Stimmen endgültig heiser bekommen hat. Zum krönenden Abschluss gab es dann noch den selbstbetitelten Song „Massendefekt“, dem Opener des ersten Albums „Nur für Euch“. Und als danach das Licht anging und vom Band das Outro in Form von der Akustikversion von „Wellenreiter“ erklang, traten die meisten Leute den Heimweg sicherlich mit einem Grinsen im Gesicht an. Zurecht, denn es war eine feine Show die „Massendefekt“ da hingelegt haben. Jederzeit gerne wieder!

 

11037253_10153798997494466_6266492015710830387_n

Photo Credit: Massendefekt, Facebook

 

Homepages: 

www.massendefekt.de

www.thewhiskeyfoundation.de

www.blackout-problems.com

 

Kommende Tour-/Festivaldaten Massendefekt:

12.06.    Düsseldorfer Altstadt Konzert -Düsseldorf

13.06.    Esel Rock Festival – Wesel

20.06.    Rock am Berg – Open Air – Merkers-Kieselbach

11.07.    Neuenkirchener Open Air – Neuenkirchen

31.07.    Big Day Out Festival – Anröchte

14.08.    Serengeti Festival – Schloß Holte-Stukenbrock

21..08.  Karben Open Air – Karben

22.08.    Bergfunk Open Air – Königs Wusterhausen

 

 

CD Review: Verlorene Jungs – Verlorene Jungs

April 9th, 2015 | By Jan

CD Review: Verlorene Jungs – Verlorene Jungs

Fast hätte man annehmen können, die „Verlorenen Jungs“ hätten ihren Namen zu wörtlich genommen und wären verloren gegangen. Sechs Jahre war Funkstille bei der Band aus Düsseldorf / dem Ruhrgebiet. Nun aber melden sie sich mit dem selbstbetitelten Longplayer „Verlorene Jungs“ wieder zurück.

Continue reading »

Review: Dunderbeist – Hyklere

März 12th, 2015 | By Jan

Review: Dunderbeist – Hyklere

Viele von Euch die im Frühjahr 2013 den letzten Teil der „III“ – Tour von Stephan Weidner besucht haben, werden sich an „Dunderbeist“ (dt.: Donnerbiest) erinnern. Jene bärtigen Norweger, die in schwarze oder weiße Hemden gewandet und mit schwarz bemalten Augen im Zorro-Masken-Style die W-Crowd rockten. Damals hatten die Jungs gleich zwei neue Alben im Gepäck, die beide im Jahr 2012 (im Februar und November) erschienen sind. 61xbAj-3YqL._SL1000_Nachdem vorher Schlag auf Schlag jedes Jahr ein neuer Tonträger kam, insgesamt seit Bandgründung fünf Alben und eine EP, war nach dem letzten Album „Songs Of The Buried“ erst einmal zweieinhalb Jahre Pause. Nun aber sind die sieben Norweger wieder zurück und veröffentlichen zum zweiten Mal in ihrer Karriere ein Album in ihrer Heimatsprache norwegisch. Dies war neben den ansonsten englischsprachigen Alben bereits 2011 auf dem selbstbetitelten Album „Dunderbeist“ der Fall. Ihr neues Werk nennt sich „Hyklere“ (dt.: Heuchler) und wurde von niemand geringerem als Vincent Sorg produziert, der unter anderem auch Alben von den „Toten Hosen“, den „Broilers“, den „Donots“, „In Extremo“, „Betontod“ oder „Kreator“ den letzten Schliff verpasste. Wir haben mal für Euch reingehört, was der eisige Nordwind da aus Norwegen zu uns herüberbläst.

Gleich der erste Song „Skaubror“ startet mit einem satten Girarrenbrett und stellt klar, wo der Wikingerhammer hängt. Im weiteren Verlauf geht der Song über in ruhigere Passagen mit sehr melodischem Gesang und einem Refrain, den man so schnell nicht aus dem Ohr bekommt. Diese Mischung ist überhaupt sehr charakteristisch für das gesamte Album: Heftig rockende Parts mit tiefgestimmten Gitarren, zwischendurch dann etwas gezügeltes Tempo, um kurz darauf wieder voll durchzustarten. Die wunderbar tiefe aber doch klare Stimme von Sänger Torgrim Torve wurde besonders großartig in Szene gesetzt. Immer wieder werden in den Songs zwischendurch die Instrumente kurz zurückgenommen oder ausgesetzt, wodurch die Stimme für einen Moment für sich alleine steht und ihr ganzes Potential entfalten kann.

Generell kommt das Album sehr facettenreich daher. Von folkig („Spaan“ und „Langsint (og tresk)“) über punkige Gitarren und Chöre („Siagord“) sowie Balladen („Punktum Mortale“ und „Sjøldestruksjon“) bis hin zu richtigen Rockbrettern („Gryta“ und „Titusentimer“) wird alles bedient. Besonders livetauglich klingen „Spaan“, bei dem man sofort einen ordentlichen Circle Pit vor Augen hat, oder „Groms“ zu dem man sich in einer auf- und abspringenden Meute wähnt.

Als meine Favoriten würde ich die beiden Stücke „Sjøldestruksjon“ und „Vardøgger (Det var jo da)“ bezeichnen. Beide besitzen eine Dramaturgie, wie man sie eher von Klassikstücken kennt, steigern sich stetig im Einsatz von Instrumenten und bauen sich immer soundgewaltiger auf. Gerade „Sjøldestruksjon“ beginnt sehr spartanisch, bis dann Instrument für Instrument Torgrims Stimme ergänzt. Die Drums setzen beispielsweise erst nach über zwei Minuten ein. Und als krönender Abschluss des Albums dann das grandiose „Vardøgger (Det var jo da)“, was äußerst cool daher kommt und nach Endzeitstimmung oder Tarantino-Showdown klingt.

Alles in allem wirklich sehr gelungen, was Dunderbeist hier vorlegt haben. Ich hätte mir persönlich zwar eher wieder englische Texte gewünscht, aber andererseits entfalten die Songs durch die norwegische Sprache ein ganz spezielles Flair. Irgendwie mystischer, folkiger und individueller. Es macht wirklich Spaß dieses Album wieder und wieder zu hören, weil es immer neue Facetten zu entdecken gibt. Eintönig klingt anders. Hört mal rein und lasst Euch auf die besondere Atmosphäre ein, die die Songs zu erzeugen imstande sind.

Als Download ist „Hyklere“ bereits seit dem 02.03. erhältlich. Wer aber wie ich eher ein Freund von klassischen Tonträgern zum Anfassen und ins Regal stellen ist, kann ab dem 13.03. beim CD- und ab dem 27.03. beim Plattendealer seines Vertrauens zuschlagen.

 
Hyklere

  1. Skaubror
  2. Gryta
  3. Punktum Mortale
  4. Groms
  5. Langsint (og Tresk)
  6. Sjøldestruksjon
  7. Slagord
  8. Spaan
  9. Titusentimer
  10. Vardøgger (Det var jo da)

 

Releasedaten: 02.03.2015 (Download), 13.03.2015 (CD), 27.03.2015 (Vinyl)

Spieldauer: 37:21Min.

Label: Indie Recordings

Homepage: www.dunderbeist.net

 

 

Männi live: Musikbunker, Aachen, 27.02.2015

März 11th, 2015 | By Jan

Männi – Musikbunker, Aachen 27.02.2015

Anfang Februar haben wir Euch das vielversprechende Debut von Männi vorgestellt. Wer sich unser Review dazu noch einmal in Erinnerung rufen möchte, findet dieses hier: http://www.mindfuck-society.de/2015/02/03/review-maenni-wille-aus-beton Und alle potentiellen Lesemuffel unter Euch können es sich sogar von Männi persönlich vorlesen lassen: https://www.youtube.com/watch?v=qEmCRKgtlRg.

Hinter dem Projekt Männi verbirgt sich der sympathische Aachener Musiker Samuel Dickmeis, dessen 5-Track-EP „Wille aus Beton“ uns auf Anhieb begeistern konnte. Ein überzeugendes Argument für mich, die rund 130 km von Essen nach Aachen zurückzulegen, um bei der Releaseparty und Live-Uraufführung der Scheibe dabei zu sein. Und um eins schon einmal vorwegzunehmen: Die Fahrt hat sich gelohnt. Continue reading »

Seite 212345...Letzte »