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CD Review: Alkohol & Melancholie – MÄNNI

März 14th, 2017 | By Jan

Album Review „Alkohol & Melancholie“ – MÄNNI

Vor etwa zwei Jahren hatten wir das Vergnügen, euch die Aachener Ein-Mann-Band MÄNNI alias Samuel Dickmeis vorzustellen. Damals erschien Wille aus Beton, seine Debut-EP als Solo-Künstler, nachdem er vorher bereits in verschiedenen Bands mitwirkte. Die 5 Songs der EP wussten damals auf Anhieb zu begeistern und auch die Live-Erstaufführung auf der Release-Party im Aachener Musikbunker, in dem auch MÄNNIs Proberaum und Studio ansässig sind, war ein großartiger, feucht-fröhlicher Abend, an den ich persönlich gerne zurückdenke. In den zwei Jahren danach war MÄNNI  keineswegs untätig, sondern tourte als Live-Schlagzeuger mit den Düsseldorfer Rappern Antilopen Gang durch ganz Deutschland. Mit ihrer Punkrock-Attitüde  und beim Hosen-Label JKP unter Vertrag stehend, war es obligatorisch für die Antilopen, irgendwann die genreübergreifende Brücke vom Hip Hop zum Punk zu schlagen. Somit spendierten sie ihrem im Januar erschienenen Album Anarchie und Alltag das Bonus-Album Atombombe auf Deutschland, das für meinen eigenen Geschmack sogar das eigentliche Album in den Schatten stellte (kleine Kostprobe aller Tracks: https://www.youtube.com/watch?v=6-lfl9OfOYw ). Als Gastsänger konnte man u.a. Campino, Bela B., Ingo und Guido von den Donots, Wolfgang Wendland von den Kassierern und Monchi von Feine Sahne Fischfilet gewinnen. Diese und andere hüllten eine Reihe von Antilopen Gang – Songs in ein lautes, schnelles, biertriefendes Punk-Gewand, was den Songs tatsächlich verdammt gut zu Gesicht steht. Gitarre, Bass und Schlagzeug auf Atombombe auf Deutschland wurden, und damit kommen wir wieder zum eigentlichen Thema zurück, komplett von Samuel Dickmeis eingespielt. Somit kann er nun von sich sagen, auf einem Nummer 1 -Album zu einem nicht unwesentlichen Anteil mitgewirkt zu haben. Mit diesem Rückenwind in den Segeln startet MÄNNI nun mit seinem ersten Solo-Album namens Alkohol & Melancholie durch. Das Album ist über die letzten zwei Jahre im Aachener Musikbunker entstanden und ist nun endlich erschienen.

Das Album umfasst 10 Songs, die einem größtenteils in pogo-tauglicher Geschwindigkeit um die Ohren fliegen und absolutes Live-Potenzial haben. Opener ist das mit einem Augenzwinkern versehene  und nicht einmal zwei Minuten lange „Mentholzigarette“, das textlich eine Ode an selbige ist und vorab bereits durch das zugehörige Video bekannt war (https://www.youtube.com/watch?v=DMfSXSk_Ddg). Hat man diesen Song erst einmal im Gehörgang, ist er ein hartnäckiger Ohrwurm. Zweiter Song des Albums ist „Abgefuckt“ (https://www.youtube.com/watch?v=jJQqNrsQGXU ), der auf Anhieb zu einem meiner Favoriten auf der Scheibe wurde. Schön rauhe Stimme, eingängiger Refrain, lockere Gitarrenriffs und beschwingte Bassmelodie. Alles angereichert mit einer Portion Ska im Mittelteil. Weitere Anspieltipps sind: Hotel Spk, bei dem es um das Nächtigen in Sparkassen-Eingangsbereichen geht. Textlich amüsant und musikalisch ein Song, der vor allem zu Beginn absoluten Mitsing-Charakter hat. Ebenfalls grandios: Der Namensgeber des Albums, Alkohol und Melancholie, der mit seinem kraftvollen Refrain nach Partysong klingt, dabei aber textlich leicht ironisch beschreibt, wie herrlich man sich selbstmitleid-zelebrierend in der Kombination aus Alkohol und Melancholie verlieren kann. Gefolgt wird dieser von einem starken Stimmungssong namens Stinkehand. Der Titel ist Programm und beim Text kann man sich selbst nach mehrmaligem Hören nicht immer ein Lachen verkneifen. Vor allem die gesangliche Darbietung des Themas macht das ganze umso lustiger. Abschluss des Albums stellt der langsamste Song, Wille aus Beton, dar, der zwar heißt wie die EP von 2015, aber auf dieser nicht enthalten war. Nein, alle 10 Songs des Albums sind taufrisch und bieten neue Noten.

Wie es für ein klassisches Punkrock-Album typisch ist, sind die einzelnen Songs und auch das gesamte Album recht kurz gehalten (Gesamtspielzeit ca. 33 Minuten), was aber dem Spaß keinen Abbruch tut, sondern wodurch jeder Durchgang absolut kurzweilig ist und man sofort nach Verklingen der letzten Note schon wieder Bock auf die nächste Runde hat. Thematisch widmet sich das Album humorvollen Spaßthemen, diversen Charakterstärken und –schwächen, Totalabstürzen und dem zwischenmenschlichen Umgang  miteinander. Hervorzuheben ist dabei noch der Song Irgendwie seltsam, der Klartext zur aktuellen Situation auf der Welt spricht, in der viel zu vielen Leuten Mitleid, Empathie und aufeinander zu achten irgendwie völlig abgeht.

Ich muss sagen, ich bin wirklich angetan von dem was MÄNNI hier vorlegt und das, obwohl ich nach der grandiosen EP schon mit sehr hochgeschraubten Erwartungen an die Sache herangegangen bin. Für mich sicher ein Album, was mich dieses Jahr durch Frühling und Sommer begleiten wird.  Ich kann jedem Punkrock-Freund empfehlen, mal in diese charmante, frische, abgefuckte, humorvolle Scheibe mit Herz reinzuhören. Es lohnt sich und macht einfach verdammt viel Spaß! Ich würde mich freuen, wenn wir von MÄNNI noch viel zu hören bekommen.

 

Alkohol & Melancholie

Release: 10.02.2017

 

Tracklist:

  1. Mentholzigarette
  2. Abgefuckt
  3. Kartoffelsalat
  4. Hotel Spk
  5. Irgendwie seltsam
  6. Alkohol & Melancholie
  7. Stinkehand
  8. Alles okay
  9. Alleine in ’ner Band
  10. Wille aus Beton

 

Tourdaten:

  • 25.03.2017 – Jülich – Kuba
  • 28.03.2017 – Hamburg – Freundlich + Kompetent
  • 05.04.2017 – Düsseldorf – Tube
  • 06.04.2017 – Berlin – Badehaus
  • 07.04.2017 – Potsdam – Nil
  • 08.04.2017 – Cottbus – Bebel
  • 22.04.2017 – Essen – Don’t Panic
  • 23.04.2017 – Aachen – Musikbunker
  • 01.05.2017 – Frankfurt – Yachtclub

 

 

Böhse Onkelz – Tour 2016

Mai 11th, 2016 | By Tobias

onkelz_tour2016

Das Warten hat ein Ende! Die Onkelz haben die von Allen lang erwarteten Tourdaten für 2016 veröffentlicht und der Vorverkauf hat begonnen.
19 Konzerte in 10 Städten stehen auf dem Programm. Nach den grandiosen Hockenheim-Konzerten sind es nun endlich wieder die großen Hallen die bespielt werden.

Wir sind tierisch erfreut endlich wieder mit der Planung beginnen zu können. Die erste Stufe im Vorverkauf hat ja bereits begonnen. Lasst uns wissen wie Euer Tourplan bisher aussieht.


Tourdaten:

21.11.2016 – Frankfurt – Festhalle 
22.11.2016 – Frankfurt – Festhalle
24.11.2016 – Dortmund – Westfalenhalle
25.11.2016 – Dortmund – Westfalenhalle
27.11.2016 – Stuttgart – Schleyer-Halle
28.11.2016 – Stuttgart – Schleyer-Halle
01.12.2016 – Wien – Wiener Stadthalle
04.12.2016 – Zürich – Hallenstadion
06.12.2016 – Hannover – TUI Arena
07.12.2016 – Hannover – TUI Arena
09.12.2016 – Leipzig – Messehalle 1
10.12.2016 – Leipzig – Messehalle1
12.12.2016 – Hamburg – Barclaycard Arena
13.12.2016 – Hamburg – Barclaycard Arena
16.12.2016 – Berlin – Mercedes-Benz Arena
17.12.2016 – Berlin – Mercedes-Benz Arena
19.12.2016 – München – Olympiahalle
20.12.2016 – München – Olympiahalle
22.12.2016 – Frankfurt – Festhalle


 

Warum Ghost meine neue Lieblingsband ist..

Februar 27th, 2016 | By Sarah

..und warum auch ihr Ghost lieben solltet!

eine musikalische Liebeserklärung von Sarah

copyright: Mindfuck Society

copyright: Mindfuck Society

Mit Lieblingsbands verhält es sich ungefähr so wie mit Lieblingsmenschen. Du triffst sie und es macht einfach „BÄM!“
Ich war auf etlichen Konzerten in der letzten Zeit, einfach um meinen musikalischen Horizont stetig zu erweitern und um letztendlich eine gute Zeit zu erleben. Nie hätte ich erwartet, dass ich dabei ganz unverhofft auf meine neue Lieblingsband treffe, ohne sie explizit gesucht zu haben: Ghost!
Meine erste Begegnung mit den schwedischen Okkult-Rockern wäre 2014 auf dem Sonisphere Festival in Hamburg gewesen. Das Problem an der Sache ist, dass meine eigentliche Intension dieses Festival zu besuchen, der Headliner war. Metallica. Aus diesem Grund war ich erst relativ spät in der Venue und sah nur zwei von drei Supportbands. Die erste Band verpasste ich – Ghost! Wäre mir nicht zufällig in den letzten Tagen mein Festivalticket in die Hände gefallen, auf dem mich das Bandlogo der Schweden anlächelte, wäre mir diese eiskalte Tatsache erspart geblieben, dass ich meine jetzige Lieblingsband mal locker lässig verpasst habe. #epicfail nennt man sowas wohl im Social Web und in der Blogosphäre.

Okay, meine erste richtige Begegnung mit Ghost, an die ich mich auch erinnern kann, war dann doch erst vergangenen Dezember. Ein Arbeitskollege mit exzellentem Musikgeschmack, schwärmte die ganze Zeit, ja fast schon penetrant, von den übermächtigen Ghost. Wie es das Schicksal wollte, hatte er noch ein Ticket für das Konzert in Hamburg über. Die ersten Songs auf Spotify überzeugten mich nicht zu 100%. Die Musik entsprach zwar meinem Geschmack, aber ich konnte mich anfänglich einfach nicht mit der Stimme des Sängers anfreunden. Da ich aber Bock auf Neues hatte, entschied ich mich, der Band live eine Chance zu geben. Und ganz ehrlich Leute, das war die beste Entscheidung die ich 2015 in Sachen Musik getroffen hatte. Denn die Band liefert nicht nur ein solides Metal-Konzert ab. Nein, sie kreieren ihre ganz eigene Messe. Der Dunst, der im Vorfeld der Show auf der Bühne entfachten Räucherstäbchen, umgarnt ehrfürchtigen Kirchenchorgesang, der bereits erahnen lässt, was hier auf den neugierigen Konzertbesucher zukommt. Ghost spielen ganz bewusst mit satanischen Texten und verpacken diese gekonnt mit geballter Ironie in ihrer Live-Inszenierung.

Aber wer sind denn jetzt eigentlich Ghost?

copyright: Mindfuck Society

copyright: Mindfuck Society

Allein schon die Erkenntnis, das man gar nicht so genau weiß, wer sich hinter der Maskerade versteckt, macht die Band so interessant. Im Fokus liegt klar die theatralische Inszenierung ihrer Konzerte. Es sind die geheimnisvollen Masken der fünf „Nameless Ghouls“ und ein übermächtiger „Papa Emeritus III“, der wie ein teuflischer Derwisch durch die musikalische Messe führt. Ein weiteres bedeutendes Faszinosum ist der regelmäßige Austausch von Papa Emeritus. Die Pfiffigen unter euch, werden sich sicherlich beim Lesen der letzten Sätze gedacht haben: „Papa Emeritus III? Was ist mit I und II“?  Glückwunsch, ihr seid auf der richtigen Spur. Der amtierende Papa Emeritus III hatte bereits zwei Vorgänger. Das Prozedere ist gänzlich einfach:

Zu jeder Album-Produktion wird ein neuer Papa gewählt, der das Amt übernimmt und als Leader der „Nameless Ghouls“ fungiert. Ghost halten bewusst ihre Identität geheim und schüren damit zusätzlich die Neugierde unter ihren Fans. Magazine munkelten bereits, dass sogar Dave Grohl (Foo Fighters) in Verkleidung eines Ghoul, bereits ein Ghost Konzert spielte. Es könnte sich also eine musikalische Supergroup hinter Ghost verbergen, die ganz anonym das abliefern möchte, was sie am besten kann: Faszination für das wirklich wichtige – die Musik. Ego-Befindlichkeiten finden bei dieser Band einfach nicht statt. Ein Hoch auf die Anonymität, die gleichzeitig so anziehend sein kann.
Nicht umsonst haben Ghost erst neulich den Grammy für die beste Metal-Performance abgeräumt und das sogar als erste europäische Band überhaupt. Einfach mal lässig Slipknot und Lamb of God in die Tasche gesteckt, damit hätten sie wohl selbst am wenigsten gerechnet. Die Journalisten auf dem roten Teppich vermutlich ebenso wenig. Sonst wären die Interviews mit Ghost sicherlich nicht so unvorbereitet und dementsprechend peinlich abgelaufen. „Oh erzählt doch mal was zu euren Outfits?“ – eine nervige Frage, die Papa Emeritus III ziemlich cool beantwortet: „Gut, sie sind schwarz und reichen von hier oben bis nach unten.“ So watscht man oberflächige Billboard-Journalisten ab. Einfach groß..ääh ghostartig! (Das Interview gibt es übrigens hier)

Lange genug geschwärmt, jetzt folgt Musik.
Ghost –  Cirice

Ghost – Monstrance Clock:

Ghost – He Is

Und weil keiner so schön Roky Erickson covert:
Ghost – If You Have Ghost (übrigens mein absoluter Übersong!)

12 Jahre Mindfuck Society

August 5th, 2015 | By Tobias

12yearsMFS

Was? Schon wieder ein Jahr rum? Grade hatten wir doch noch zum 11jährigen angestoßen.
Jetzt sind es also schon 12 Jahre Mindfuck Society.
12 Jahre Herzblut, Support und Berichterstattung für die besten Fans der Welt.
Aus dem kleinen niedlichen GUSD-Baby ist ganz schön was geworden, oder?
Wir bedanken uns für eure Treue, eure Unterstützung und auch für die ein oder andere Reiberei. „wink“-Emoticon

Holt euch ein Bier und stoßt heute mit uns an. Auf 12 Jahre Mindfuck Society!

Eure
Sarah, Tobias, Kevin und Jan

Broilers – ein Resümee von Herzen

Mai 22nd, 2015 | By Tobias

Broilers

(c) Mindfuck-Society

Ich stelle mir selbst die Frage, was ich hier beginne aufzuschreiben und worum es eigentlich geht!? In aller Kürze würde ich wohl sagen, um die Broilers und warum ich sie so schätze. Ich glaube allerdings kaum, dass mir das nur ansatzweise gelingen wird. Ich denke eher, dass ich einfach nur meinem Verlangen nachkomme, etwas Persönliches zu der Band zu schreiben, die mir doch so viel bedeutet und im Endeffekt einfach mal Danke zu sagen.

Seit Tagen schon kribbelt es in meinen Fingern. Ich komme nicht von dem Gedanken los etwas über die Broilers zu schreiben. Auf das „Warum?“ habe ich allerdings noch keine Antwort. Vielleicht geht es mir auch darum, die Band doch einigen näher zu bringen, die bisher noch keine Berührung mit ihr hatten. Mittlerweile sind die Düsseldorfer zwar schon recht bekannt aber es gibt immer noch genügend Leute da draußen, die mit dem Namen Broilers noch nichts anfangen können. Einige würden das jetzt auch sicherlich als positiv empfinden und auch ich muss gestehen, dass mir die Broilers (gerade live) in kleinerem Rahmen wesentlich besser gefallen. Allerdings muss man da auch mal über seinen eigenen Schatten springen – auch Ich – und von der Idee, die Band für sich zu behalten, abkommen. Underground ist cool – Teilen aber auch! So ergeben sich natürlich auch für die Zukunft immer neue Möglichkeiten was Platten und Shows angeht. Also denke ich mir, Teilen und Supporten was das Zeug hält!

Ich selbst habe die Band auch ehrlich gesagt erst relativ spät für mich entdeckt. Die ersten Berührungspunkte waren diverse Facebook-Postings nach Veröffentlichung der Santa Muerte so gegen Mitte 2011. Noch sehr verhalten, habe ich Songschnipsel konsumiert und es auch vorerst dabei belassen. Der erste Funke sprang dann über, als ich mir das Album spontan gekauft habe. So viele Leute, die mehr Ahnung bzw. ein breiteres Musikrepertoire aufweisen können als ich, können sich ja nicht irren. Also fing ich an, mich immer mehr in die Scheibe reinzuhören und verdammt, sie gefiel mir erstaunlich gut. Ich musste mehr wissen und begann mich durch alle möglichen YouTube-Videos zu wühlen die ich finden konnte. Mein erster Gedanke dabei versetzte meiner Euphorie einen kleinen Dämpfer. Haben die Echt nur ein gutes Album? Der Rest klingt ja Übel. Sammys Stimme sagte mir in den älteren Werken überhaupt nicht zu (jedenfalls zu Beginn meiner Erkundungsphase). Eine gewisse Zeit verging und neben der Santa Muerte hörte ich mir nicht mehr wirklich viel an. Das sollte sich allerdings nach dem 15.10.2011 schlagartig ändern. Ich bekam einen Anruf, ob ich spontan Lust hätte noch am selben Abend nach Neu-Isenburg zu fahren. Continue reading »

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