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CD Review: Verlorene Jungs – Verlorene Jungs

April 9th, 2015 | By Jan

CD Review: Verlorene Jungs – Verlorene Jungs

Fast hätte man annehmen können, die „Verlorenen Jungs“ hätten ihren Namen zu wörtlich genommen und wären verloren gegangen. Sechs Jahre war Funkstille bei der Band aus Düsseldorf / dem Ruhrgebiet. Nun aber melden sie sich mit dem selbstbetitelten Longplayer „Verlorene Jungs“ wieder zurück.

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Review: Dunderbeist – Hyklere

März 12th, 2015 | By Jan

Review: Dunderbeist – Hyklere

Viele von Euch die im Frühjahr 2013 den letzten Teil der „III“ – Tour von Stephan Weidner besucht haben, werden sich an „Dunderbeist“ (dt.: Donnerbiest) erinnern. Jene bärtigen Norweger, die in schwarze oder weiße Hemden gewandet und mit schwarz bemalten Augen im Zorro-Masken-Style die W-Crowd rockten. Damals hatten die Jungs gleich zwei neue Alben im Gepäck, die beide im Jahr 2012 (im Februar und November) erschienen sind. 61xbAj-3YqL._SL1000_Nachdem vorher Schlag auf Schlag jedes Jahr ein neuer Tonträger kam, insgesamt seit Bandgründung fünf Alben und eine EP, war nach dem letzten Album „Songs Of The Buried“ erst einmal zweieinhalb Jahre Pause. Nun aber sind die sieben Norweger wieder zurück und veröffentlichen zum zweiten Mal in ihrer Karriere ein Album in ihrer Heimatsprache norwegisch. Dies war neben den ansonsten englischsprachigen Alben bereits 2011 auf dem selbstbetitelten Album „Dunderbeist“ der Fall. Ihr neues Werk nennt sich „Hyklere“ (dt.: Heuchler) und wurde von niemand geringerem als Vincent Sorg produziert, der unter anderem auch Alben von den „Toten Hosen“, den „Broilers“, den „Donots“, „In Extremo“, „Betontod“ oder „Kreator“ den letzten Schliff verpasste. Wir haben mal für Euch reingehört, was der eisige Nordwind da aus Norwegen zu uns herüberbläst.

Gleich der erste Song „Skaubror“ startet mit einem satten Girarrenbrett und stellt klar, wo der Wikingerhammer hängt. Im weiteren Verlauf geht der Song über in ruhigere Passagen mit sehr melodischem Gesang und einem Refrain, den man so schnell nicht aus dem Ohr bekommt. Diese Mischung ist überhaupt sehr charakteristisch für das gesamte Album: Heftig rockende Parts mit tiefgestimmten Gitarren, zwischendurch dann etwas gezügeltes Tempo, um kurz darauf wieder voll durchzustarten. Die wunderbar tiefe aber doch klare Stimme von Sänger Torgrim Torve wurde besonders großartig in Szene gesetzt. Immer wieder werden in den Songs zwischendurch die Instrumente kurz zurückgenommen oder ausgesetzt, wodurch die Stimme für einen Moment für sich alleine steht und ihr ganzes Potential entfalten kann.

Generell kommt das Album sehr facettenreich daher. Von folkig („Spaan“ und „Langsint (og tresk)“) über punkige Gitarren und Chöre („Siagord“) sowie Balladen („Punktum Mortale“ und „Sjøldestruksjon“) bis hin zu richtigen Rockbrettern („Gryta“ und „Titusentimer“) wird alles bedient. Besonders livetauglich klingen „Spaan“, bei dem man sofort einen ordentlichen Circle Pit vor Augen hat, oder „Groms“ zu dem man sich in einer auf- und abspringenden Meute wähnt.

Als meine Favoriten würde ich die beiden Stücke „Sjøldestruksjon“ und „Vardøgger (Det var jo da)“ bezeichnen. Beide besitzen eine Dramaturgie, wie man sie eher von Klassikstücken kennt, steigern sich stetig im Einsatz von Instrumenten und bauen sich immer soundgewaltiger auf. Gerade „Sjøldestruksjon“ beginnt sehr spartanisch, bis dann Instrument für Instrument Torgrims Stimme ergänzt. Die Drums setzen beispielsweise erst nach über zwei Minuten ein. Und als krönender Abschluss des Albums dann das grandiose „Vardøgger (Det var jo da)“, was äußerst cool daher kommt und nach Endzeitstimmung oder Tarantino-Showdown klingt.

Alles in allem wirklich sehr gelungen, was Dunderbeist hier vorlegt haben. Ich hätte mir persönlich zwar eher wieder englische Texte gewünscht, aber andererseits entfalten die Songs durch die norwegische Sprache ein ganz spezielles Flair. Irgendwie mystischer, folkiger und individueller. Es macht wirklich Spaß dieses Album wieder und wieder zu hören, weil es immer neue Facetten zu entdecken gibt. Eintönig klingt anders. Hört mal rein und lasst Euch auf die besondere Atmosphäre ein, die die Songs zu erzeugen imstande sind.

Als Download ist „Hyklere“ bereits seit dem 02.03. erhältlich. Wer aber wie ich eher ein Freund von klassischen Tonträgern zum Anfassen und ins Regal stellen ist, kann ab dem 13.03. beim CD- und ab dem 27.03. beim Plattendealer seines Vertrauens zuschlagen.

 
Hyklere

  1. Skaubror
  2. Gryta
  3. Punktum Mortale
  4. Groms
  5. Langsint (og Tresk)
  6. Sjøldestruksjon
  7. Slagord
  8. Spaan
  9. Titusentimer
  10. Vardøgger (Det var jo da)

 

Releasedaten: 02.03.2015 (Download), 13.03.2015 (CD), 27.03.2015 (Vinyl)

Spieldauer: 37:21Min.

Label: Indie Recordings

Homepage: www.dunderbeist.net

 

 

Männi live: Musikbunker, Aachen, 27.02.2015

März 11th, 2015 | By Jan

Männi – Musikbunker, Aachen 27.02.2015

Anfang Februar haben wir Euch das vielversprechende Debut von Männi vorgestellt. Wer sich unser Review dazu noch einmal in Erinnerung rufen möchte, findet dieses hier: http://www.mindfuck-society.de/2015/02/03/review-maenni-wille-aus-beton Und alle potentiellen Lesemuffel unter Euch können es sich sogar von Männi persönlich vorlesen lassen: https://www.youtube.com/watch?v=qEmCRKgtlRg.

Hinter dem Projekt Männi verbirgt sich der sympathische Aachener Musiker Samuel Dickmeis, dessen 5-Track-EP „Wille aus Beton“ uns auf Anhieb begeistern konnte. Ein überzeugendes Argument für mich, die rund 130 km von Essen nach Aachen zurückzulegen, um bei der Releaseparty und Live-Uraufführung der Scheibe dabei zu sein. Und um eins schon einmal vorwegzunehmen: Die Fahrt hat sich gelohnt. (mehr …)

Jaya The Cat live: Turock, Essen, 16.01.2015

Februar 11th, 2015 | By Jan

Jaya The Cat, Turock, Essen 16.01.2015

Nachdem sie vergangenes Jahr im Vorprogramm von Ska-P überzeugen konnte, wurde mir die Band Jaya The Cat empfohlen. Mit meiner Vorliebe für guten Skapunk war damit meine Neugierde geweckt. Nach und nach befasste ich mich mit der bisherigen Diskographie von Jaya The Cat und konnte mich schnell für diese durchgeknallte Truppe begeistern. Ob schnelle Ska-, Punkrock- oder Rock Songs zum Abgehen, tiefenentspannte Reggae Songs zum Relaxen, Akustikballaden für die nachdenklichen Momente oder aber auch Hip Hop Beats zum Kopfnicken – Jaya The Cat beherrschen dieses bunte Potpourri aus verschiedenen Stilrichtungen hervorragend und präsentieren sich als das Gegenteil von eintönig. Mit der herrlich kratzigen Stimme von Sänger Geoff Lagadec im Ohr fragt man sich unweigerlich, warum der Band der endgültige Durchbruch bis heute noch verwehrt blieb.

Gegründet wurde Jaya The Cat bereits im Jahre 1995 in Boston im US-Bundesstaat Massachusetts. 2003 kam es dann zu einem Split in der Band. Sänger und Gitarrist Geoff Lagadec sowie Schlagzeuger David „The Germ“ Germain (ehemals Mitglied von Shadows Fall) verließen die USA und wanderten in die niederländische Metropole Amsterdam aus, nachdem bereits vorher mehrere Tourneen die Band nach Europa geführt hatten. Im liberalen Amsterdam fühlen sie sich scheinbar sehr wohl, touren mehrfach im Jahr durch Europa und haben seit ihrer Einwanderung zwei Alben mit niederländischen Musikern aufgenommen, die inzwischen zur Stammbesetzung der Band gehören.

Als ich von einer Konzertankündigung in meiner Heimatstadt Essen erfuhr, dazu noch im Turock (www.turock.de), einer Institution in Sachen Metal im Ruhrgebiet, war es beschlossene Sache, mich selbst von der Livetauglichkeit der Band zu überzeugen. Für den Auftritt im Turock hatte man als Support die Düsseldorfer Skapunk-Band The Tips mit an Bord. Drei Jungs, die sowohl musikalisch als auch optisch unterhalten konnten. Beim Anblick des vollbärtigen Bassisten Philip „Faf“ Pfaff mit kurzer Hose, hochgezogenen weißen Kniestrümpfen, umgedrehter Cap und Brille musste man einfach Grinsen. Mit ihren schnellen Punkrocksongs kam die Band beim Publikum gut an. Motto: „Habt Ihr Bock zu tanzen?“ gefolgt von einem trockenen „Ja dann macht das doch!“ Und so machte man auch.

Nach der Umbaupause, in der die Jungs von Jaya The Cat ihre Instrumente selbst aufbauten, eröffnete dann kurz darauf der Song Rebel Sound die Show des Hauptacts. Die Bühne wurde per Nebelmaschine und sicher auch durch den Konsum diverser pflanzlicher Substanzen in Nebel gehüllt, bis nach dem sphärischen Synthesizer-Intro des Songs zuerst das Gitarrenriff und dann der Reggae Offbeat einsetzte, der das Publikum mit seinem Groove ergriff.

q_IMG_6854Photo Credit: Benjamin Scheller

Im Moment als Frontmann Geoff Lagadec die Bühne betrat, kam man nicht umhin, seine charismatische Bühnenpräsenz zu bemerken. Mit seinen Markenzeichen, dem langen grauen Bart, Sonnenbrille und Rasta Wollmütze war seine Performance einfach durchgängig spaßig anzusehen. Weitere Hingucker waren aber auch das Hyper Hyper Scooter Shirt von Bassist Jan Jaap „Jay“ Onverwagt, das gleich zu Beginn mit einer Ansage stolz präsentiert und ironisch bejubelt wurde. Auch der Aufkleber: Designated Hand Job Area (Ausgewiesener Handjob Bereich) auf dem Keyboard brachte den einen oder anderen zum schmunzeln. Ebenso wie der Einsatz einer sogenannten Melodica, einem kleinen Tasteninstrument, auf dem durch blasen in einen Schlauch Töne erzeugt werden. (mehr …)

Review: Männi – Wille aus Beton

Februar 3rd, 2015 | By Jan

PromoImageMnniImmer wieder liest man im Netz das Genörgel von Leuten, dass „ihre“ Band zu groß, zu erfolgreich, zu kommerziell geworden sei und dass früher ja alles besser war. Da kann geholfen werden, denn hier haben wir einen echten Geheimtipp für Euch, bei dem alles noch auf Anfang steht. Hier könnt ihr ganz jungfräulich einsteigen, wenn vielleicht etwas Großes beginnt. Denn nichts Geringeres verspricht der erfrischende, originelle Sound von Männi.

Hinter Männi verbirgt sich eine Ein-Mann-Band, nur bestehend aus dem Aachener Musiker Samuel Dickmeis. Und auch wenn Männi sich noch unter der 1.000 Follower Grenze auf Facebook bewegt, noch keinen Wikipedia-Eintrag und bislang auch noch kein Album auf dem Markt hat, so ist Samuel Dickmeis musikalisch dennoch kein unbeschriebenes Blatt und hat bereits bei mehreren Bands Erfahrungen gesammelt. Als Bassist war er Mitglied bei der Post-Hardcoreband Longing For Tomorrow, die sich 2011 auflöste. Woraufhin er und sein damaliger Bandkollege Damian Altdorf die Punkband Inozit mit Samuel als Sänger und Gitarrist gründeten.

Nachdem es eine Weile etwas ruhiger um ihn geworden war, steht er nun als Männi in den Startlöchern, um richtig durchzustarten. Und bei der Gelegenheit macht er gleich alles komplett selbst. Komposition, Text, Gesang und sämtliche Instrumente – alles made and played by Samuel a.k.a. Männi.

Öffnet man die metaphorische Schublade, muss man sich fragen, wo man Männi bloß hinstecken soll. Ist nämlich alles andere als einfach. Männi vereint diverse unterschiedliche Einflüsse in seiner Musik. Rock, Punk, Elektrosounds und -beats sowie eine Prise modernen Hip Hop. Alles bunt gemischt und nur so strotzend vor Potenzial was damit alles möglich ist. Für den Anfang legt Männi erstmal eine 5-Track EP vor, die es aber schon ordentlich in sich hat. Eindrucksvoll demonstriert er hier sein Können im Zusammenspiel der unterschiedlichen Styles und sein Gespür für ohrwurmtaugliche Refrains. Erarbeitet wurden die Songs in einem alten Kriegsbunker in Männis Heimatstadt Aachen, in dem auch einfach kurzerhand am 27.02.2015 die Releaseparty zur EP steigen wird.

Opener der EP, die den Namen Wille aus Beton trägt, ist das bereits mit offiziellem Video im Netz verfügbare „Du hast Recht“ (https://www.youtube.com/watch?v=rfVRYcnMUs0). Ein Song mit rasantem Intro und getragenem Refrain. Textlich ein schöner Mutmacher über das Gute am Leben und über einen anderen Menschen, den es manchmal braucht, um einem das mal wieder bewusst zu machen.

Die zweite Nummer ist „Rotterdam“, ein musikalischer Road Trip, der Freiheit aus allen Poren atmet. „Im Morgengrauen, es riecht nach Meer, keiner weiß mehr, wie kommen wir hierher…“ Man würde am liebsten sofort alles hinter sich lassen, seine Lieblingsmenschen einpacken und losfahren, wenn man diesen Song hört. Aber „wenn der Fahrer brechen muss, ist erstmal Schluss…“ kein Wunder bei „ohne Plan und ohne Ziel, aber viel Alkohol im Spiel“.

Gefolgt von „Es geht nicht mehr“, einem Song über eine ganz besondere Person, die man unerwartet kennenlernt, eine unvergessliche Nacht miteinander verbringt und danach merkt, dass einem dieser Mensch nicht mehr aus dem Kopf geht.

Der vierte Song, „Nur Das“,  ebenfalls schon mit Video verfügbar (https://www.youtube.com/watch?v=pFn6ynmWMRs), ist eine Abrechnung mit der modernen Leistungsgesellschaft. Menschen funktionieren, schleppen sich Tag für Tag zu einer Arbeit, die sie nicht gerne machen, Ellenbogengesellschaft. Aber warum sich nicht bemühen, eine Arbeit für sich zu finden, auf die man Bock hat? Unabhängig von den Erwartungshaltungen der Gesellschaft leben und in sich hineinhorchen, was einem selbst gut tut. Viel Beatbox im Song und viel Sushi im Video.

Der fünfte und letzte Song „Niemals“ ist zugleich mein persönlicher Favorit. Hier geht es eine ganze Ecke gechillter zu als bei den vier vorherigen Songs. Gitarrenakkorde, die nach Lagerfeuer klingen. Textliche Message: Lasst Euch nicht zu sehr von anderen Leuten ins eigene Leben hineinreden und dadurch von euren Zielen abbringen. Folgt lieber eurem Herzen und inneren Überzeugungen.

Alles in allem macht die von Männi hier vorgelegte EP jede Menge Spaß und definitiv Lust auf mehr. Musik zum Abgehen, zum Feiern, aber mit persönlichen Texten zum Nachdenken. Die Fusion der verschiedenen Musikrichtungen birgt viel Potenzial und man darf gespannt sein, wie es mit Männi weitergeht. Nach so einer EP darf jedenfalls gerne bald der erste Longplayer her.

Wer aus Aachen und Umgebung kommt, ist zu empfehlen, mal beim Release-Gig vorbeischauen. Denn ganz so wie Multitasking-Männi gerne diverse Stilrichtungen und Instrumente auf sich vereint, gibt es auch hier gleich multiple Gründe zum Feiern: Releaseparty, Männis Geburtstag und Konzert in einem. Mit Männi an allen Instrumenten und inkl. Aftershowparty mit Bier und „dicker Ladung Sushi im Mund“. Als Support gibt es waschechten Ska von Bonanska, bei denen, ja wer wohl, am Schlagzeug sitzt? Genau… Wirklich eine musikalische One-Man-Gang, dieser Männi….

Wille aus Beton – EP

Tracklist:

  1. Du hast Recht
  2. Rotterdam
  3. Es geht nicht mehr
  4. Nur das!
  5. Niemals

Release: 27.02.2015

Spieldauer: 18:30 Min.

Release Gig am 27.02.2015 im Musikbunker, Aachen

Homepage: www.mnni.de

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