Warum Ghost meine neue Lieblingsband ist..

Februar 27th, 2016 | By Sarah

..und warum auch ihr Ghost lieben solltet!

eine musikalische Liebeserklärung von Sarah

copyright: Mindfuck Society

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Mit Lieblingsbands verhält es sich ungefähr so wie mit Lieblingsmenschen. Du triffst sie und es macht einfach „BÄM!“
Ich war auf etlichen Konzerten in der letzten Zeit, einfach um meinen musikalischen Horizont stetig zu erweitern und um letztendlich eine gute Zeit zu erleben. Nie hätte ich erwartet, dass ich dabei ganz unverhofft auf meine neue Lieblingsband treffe, ohne sie explizit gesucht zu haben: Ghost!
Meine erste Begegnung mit den schwedischen Okkult-Rockern wäre 2014 auf dem Sonisphere Festival in Hamburg gewesen. Das Problem an der Sache ist, dass meine eigentliche Intension dieses Festival zu besuchen, der Headliner war. Metallica. Aus diesem Grund war ich erst relativ spät in der Venue und sah nur zwei von drei Supportbands. Die erste Band verpasste ich – Ghost! Wäre mir nicht zufällig in den letzten Tagen mein Festivalticket in die Hände gefallen, auf dem mich das Bandlogo der Schweden anlächelte, wäre mir diese eiskalte Tatsache erspart geblieben, dass ich meine jetzige Lieblingsband mal locker lässig verpasst habe. #epicfail nennt man sowas wohl im Social Web und in der Blogosphäre.

Okay, meine erste richtige Begegnung mit Ghost, an die ich mich auch erinnern kann, war dann doch erst vergangenen Dezember. Ein Arbeitskollege mit exzellentem Musikgeschmack, schwärmte die ganze Zeit, ja fast schon penetrant, von den übermächtigen Ghost. Wie es das Schicksal wollte, hatte er noch ein Ticket für das Konzert in Hamburg über. Die ersten Songs auf Spotify überzeugten mich nicht zu 100%. Die Musik entsprach zwar meinem Geschmack, aber ich konnte mich anfänglich einfach nicht mit der Stimme des Sängers anfreunden. Da ich aber Bock auf Neues hatte, entschied ich mich, der Band live eine Chance zu geben. Und ganz ehrlich Leute, das war die beste Entscheidung die ich 2015 in Sachen Musik getroffen hatte. Denn die Band liefert nicht nur ein solides Metal-Konzert ab. Nein, sie kreieren ihre ganz eigene Messe. Der Dunst, der im Vorfeld der Show auf der Bühne entfachten Räucherstäbchen, umgarnt ehrfürchtigen Kirchenchorgesang, der bereits erahnen lässt, was hier auf den neugierigen Konzertbesucher zukommt. Ghost spielen ganz bewusst mit satanischen Texten und verpacken diese gekonnt mit geballter Ironie in ihrer Live-Inszenierung.

Aber wer sind denn jetzt eigentlich Ghost?

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Allein schon die Erkenntnis, das man gar nicht so genau weiß, wer sich hinter der Maskerade versteckt, macht die Band so interessant. Im Fokus liegt klar die theatralische Inszenierung ihrer Konzerte. Es sind die geheimnisvollen Masken der fünf „Nameless Ghouls“ und ein übermächtiger „Papa Emeritus III“, der wie ein teuflischer Derwisch durch die musikalische Messe führt. Ein weiteres bedeutendes Faszinosum ist der regelmäßige Austausch von Papa Emeritus. Die Pfiffigen unter euch, werden sich sicherlich beim Lesen der letzten Sätze gedacht haben: „Papa Emeritus III? Was ist mit I und II“?  Glückwunsch, ihr seid auf der richtigen Spur. Der amtierende Papa Emeritus III hatte bereits zwei Vorgänger. Das Prozedere ist gänzlich einfach:

Zu jeder Album-Produktion wird ein neuer Papa gewählt, der das Amt übernimmt und als Leader der „Nameless Ghouls“ fungiert. Ghost halten bewusst ihre Identität geheim und schüren damit zusätzlich die Neugierde unter ihren Fans. Magazine munkelten bereits, dass sogar Dave Grohl (Foo Fighters) in Verkleidung eines Ghoul, bereits ein Ghost Konzert spielte. Es könnte sich also eine musikalische Supergroup hinter Ghost verbergen, die ganz anonym das abliefern möchte, was sie am besten kann: Faszination für das wirklich wichtige – die Musik. Ego-Befindlichkeiten finden bei dieser Band einfach nicht statt. Ein Hoch auf die Anonymität, die gleichzeitig so anziehend sein kann.
Nicht umsonst haben Ghost erst neulich den Grammy für die beste Metal-Performance abgeräumt und das sogar als erste europäische Band überhaupt. Einfach mal lässig Slipknot und Lamb of God in die Tasche gesteckt, damit hätten sie wohl selbst am wenigsten gerechnet. Die Journalisten auf dem roten Teppich vermutlich ebenso wenig. Sonst wären die Interviews mit Ghost sicherlich nicht so unvorbereitet und dementsprechend peinlich abgelaufen. „Oh erzählt doch mal was zu euren Outfits?“ – eine nervige Frage, die Papa Emeritus III ziemlich cool beantwortet: „Gut, sie sind schwarz und reichen von hier oben bis nach unten.“ So watscht man oberflächige Billboard-Journalisten ab. Einfach groß..ääh ghostartig! (Das Interview gibt es übrigens hier)

Lange genug geschwärmt, jetzt folgt Musik.
Ghost –  Cirice

Ghost – Monstrance Clock:

Ghost – He Is

Und weil keiner so schön Roky Erickson covert:
Ghost – If You Have Ghost (übrigens mein absoluter Übersong!)

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