Broilers – ein Resümee von Herzen

Mai 22nd, 2015 | By Tobias

Broilers

(c) Mindfuck-Society

Ich stelle mir selbst die Frage, was ich hier beginne aufzuschreiben und worum es eigentlich geht!? In aller Kürze würde ich wohl sagen, um die Broilers und warum ich sie so schätze. Ich glaube allerdings kaum, dass mir das nur ansatzweise gelingen wird. Ich denke eher, dass ich einfach nur meinem Verlangen nachkomme, etwas Persönliches zu der Band zu schreiben, die mir doch so viel bedeutet und im Endeffekt einfach mal Danke zu sagen.

Seit Tagen schon kribbelt es in meinen Fingern. Ich komme nicht von dem Gedanken los etwas über die Broilers zu schreiben. Auf das „Warum?“ habe ich allerdings noch keine Antwort. Vielleicht geht es mir auch darum, die Band doch einigen näher zu bringen, die bisher noch keine Berührung mit ihr hatten. Mittlerweile sind die Düsseldorfer zwar schon recht bekannt aber es gibt immer noch genügend Leute da draußen, die mit dem Namen Broilers noch nichts anfangen können. Einige würden das jetzt auch sicherlich als positiv empfinden und auch ich muss gestehen, dass mir die Broilers (gerade live) in kleinerem Rahmen wesentlich besser gefallen. Allerdings muss man da auch mal über seinen eigenen Schatten springen – auch Ich – und von der Idee, die Band für sich zu behalten, abkommen. Underground ist cool – Teilen aber auch! So ergeben sich natürlich auch für die Zukunft immer neue Möglichkeiten was Platten und Shows angeht. Also denke ich mir, Teilen und Supporten was das Zeug hält!

Ich selbst habe die Band auch ehrlich gesagt erst relativ spät für mich entdeckt. Die ersten Berührungspunkte waren diverse Facebook-Postings nach Veröffentlichung der Santa Muerte so gegen Mitte 2011. Noch sehr verhalten, habe ich Songschnipsel konsumiert und es auch vorerst dabei belassen. Der erste Funke sprang dann über, als ich mir das Album spontan gekauft habe. So viele Leute, die mehr Ahnung bzw. ein breiteres Musikrepertoire aufweisen können als ich, können sich ja nicht irren. Also fing ich an, mich immer mehr in die Scheibe reinzuhören und verdammt, sie gefiel mir erstaunlich gut. Ich musste mehr wissen und begann mich durch alle möglichen YouTube-Videos zu wühlen die ich finden konnte. Mein erster Gedanke dabei versetzte meiner Euphorie einen kleinen Dämpfer. Haben die Echt nur ein gutes Album? Der Rest klingt ja Übel. Sammys Stimme sagte mir in den älteren Werken überhaupt nicht zu (jedenfalls zu Beginn meiner Erkundungsphase). Eine gewisse Zeit verging und neben der Santa Muerte hörte ich mir nicht mehr wirklich viel an. Das sollte sich allerdings nach dem 15.10.2011 schlagartig ändern. Ich bekam einen Anruf, ob ich spontan Lust hätte noch am selben Abend nach Neu-Isenburg zu fahren.

IMG_1808Wohin? Zur Broilers-Show! Ich lies mich nicht lange bitten und ehe ich mich versehen konnte befand ich mich schon auf dem Weg zur Hugenottenhalle. Was mich da erwartete war so ein bisschen der Beginn von Allem und ich denke, seither hat mich der Virus dann auch vollends gepackt. Damals wie heute sind Ines und die Jungs eine echte Bank was Live-Shows angeht. Da steht niemand still oder ruht seinen Arsch gemütlich auf nem Plastikstuhl auf den Rängen aus. Das zieht sich auch bis heute durch das immer größer werdende Publikum. Vielleicht nicht immer alle in derselben Intensität aber die Energie springt dennoch von der Bühne bis zum Letzten in der Halle über. Das war wohl auch was mir so imponiert hat und mich dann schlussendlich in den Bann zog. Eine Band die Live alles aus sich heraus holt und weiß, wie man das Publikum mitreißt. Es ist einfach eine ganz eigene Atmosphäre, die man so eigentlich nicht beschreiben kann, sondern erlebt haben muss.
Nachdem der Abend durch ein sehr überzeugendes Konzert bestach, gab es im Anschluss sogar noch ein kleines Sahnehäppchen oben drauf. Die Einladung zu ein paar Bierchen und netten Worten mit der Band. Ich war, wie bereits erwähnt, noch nicht wirklich lange mit der Band vertraut, was mich auch relativ entspannt den restlichen Teil des Abends genießen lies. Man unterhielt sich und ich bekam einen kurzen, kleinen Eindruck von den Menschen, die ich vorher nur auf der Bühne oder dem CD-Booklet gesehen habe. Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass alles so gut verlaufen ist. Keinerlei Starallüren oder Hochnäsigkeiten. Nette Menschen und das durch die Bank weg, von Band bis Crew. Das zeigt sich auch heute noch und ich glaube, das macht die Band für mich noch sympathischer. Diese herzliche Art mit der man empfangen wird ist so auch einfach nicht selbstverständlich. Hätte ich damals schon ein schlechtes Gefühl gehabt, würde ich wohl heute immer noch nur die Santa Muerte kennen. So ergab es sich allerdings, dass ich mich immer mehr mit der Band beschäftigte. Ich wollte wissen, welche Songs ich da auf diesem grandiosen Konzert abgefeiert habe. Ich besorgte mir alles, was der lokale Händler anzubieten hatte und schaute jedes YouTube-Video nochmal. Meine Begeisterung über diese Band stieg von Mal zu Mal. Amazon lieferte mir die Anti-Archives DVD, welche ich mir auch direkt zweimal angeschaut habe. Ich war infiziert und das auf eine Weise, wie es bisher nur wenige Bands bei mir geschafft haben. Hier stimmte einfach alles – super Musik, spitzen Konzerte und man hat auch heute noch das Gefühl wirklich sympathische Menschen zu unterstützen. Manchmal scheut man sich ja sogar „seiner“ Band zu begegnen, aus Angst das aufgebaute Bild zu zerstören und die Musik später nicht mehr in dem Maße genießen zu können wie es vielleicht vorher der Fall war. Hier allerdings komplett anderer Fall. Ich hätte mich vorher nicht wirklich als Fan bezeichnet und vielleicht war es sogar diese entspannte Begegnung, gepaart mit der unvergleichlichen Live-Performance die mich dann doch noch zu einem werden ließ.

Natürlich war das Konzert in Neu-Isenburg nicht das Letzte. Es folgten noch einige andere und mein Eindruck von damals bestätigte sich immer wieder und verstärkte sich vielleicht sogar noch. Ich kann an der Band einfach nichts Schlechtes finden und muss sie einfach jedem weiterempfehlen der ein offenes Ohr hat.

Ich bin keiner der die Broilers seit der ersten Stunde verfolgt soviel ist klar. Dafür habe ich sie einfach zu spät entdeckt. Ich habe mich von aktuellem Material in die Vergangenheit zurückgearbeitet und festgestellt, dass das Material welches ich aktuell am häufigsten höre doch älterer Natur ist. Was ich allerdings nicht teilen kann, ist der Aufschrei, die Band würde sich verkaufen oder gar Ihre Wurzeln vergessen. Noir ist erst kürzlich mit Gold-Status ausgezeichnet worden. Natürlich ist das ein Resultat aus einer wachsenden Fanbase und Abnehmerzahl. Diese geht vielleicht sogar daraus hervor, dass die Musik der Band sich etwas verändert hat und hier und da auch etwas massentauglicher geworden ist. Was aber nicht bedeutet, dass sie weniger kritisch oder inhaltsleerer ist. Ich denke hier lässt sich wunderbar die Entwicklung einer Band verfolgen. Themen werden ernster, sozialkritischer und persönlicher aber auch fröhlicher und gelassener. Gewisse Sachen geht man mit Anfang 30 auch einfach anders an als mit Anfang 20. Ich merke es bei mir selbst. Dinge die mir vor einigen Jahren als die wichtigsten überhaupt vorkamen, sind zwar immer noch vorhanden, werden aber in ihrer Priorität und in ihrer Tiefe etwas anders behandelt als noch vor ein paar Jahren. So ist für mich, die anstehende Vaterschaft und meine Familie meine absolute Nr. 1 Priorität. Natürlich sind mir andere Themen nicht weniger wichtig geworden, aber es passieren Dinge die es verdienen, höher Priorisiert oder auch einfach aus einem anderen Licht betrachtet zu werden. Im Gegenzug können solche Veränderungen dementsprechend Auswirkungen auf manch andere Betrachtungsweisen haben oder auch entspannter mit einigen Situation umzugehen. Was ich damit eigentlich sagen will ist, dass man auch einer Band eine gewisse Entwicklung zugestehen muss, sowohl inhaltlich wie musikalisch. Stillstand ist der Tod. So kann ich die Veränderung die dort geschieht nur begrüßen und bin der festen Meinung, eine Band zu sehen die immer noch für das steht was sie bisher ausgezeichnet hat. Hochkarätige Unterhaltung gepaart mit jeder Menge Sympathie und Musik die einfach mitreißt! Man spürt die Energie bis heute auf jedem Broilers-Konzert und das ganz gleich der Besucherzahl. Egal ob kleiner Club oder große Konzerthalle – „Ich brenn'“ jedes Mal!

Wenn ich auch nur daran denke, was nebenher noch alles passierte auf den Broilers Shows. Wir haben neue Leute kennen gelernt, unter Anderem einen Menschen der mittlerweile auch fester Bestandteil des Teams bei Mindfuck-Society geworden ist. Ich lernte nicht nur den Fotografen Christian Thiele kennen, dessen Live-Bilder ich heute noch bewundere, ich durfte sogar selbst Fotos im Graben schießen. Auf Letzteres bin ich im Übrigen besonders Stolz, da einige der Fotos mittlerweile auch meinen Wohnraum schmücken und ich vor ein paar Jahren noch froh war, überhaupt den Auslöser bei der Kamera zu finden. Man kann auch irgendwie gar nicht alles im Detail beschreiben was mich mit dieser Band verbindet. Jeder Besuch auf einem Broilers Konzert fühlt sich an wie ein kleines Klassentreffen von Menschen die zwar nie eine Schulbank zusammen geteilt haben, allerdings auch keine fremden Gestalten mehr sind und man sich auf jedes wiedersehen freut. Schon vor den Hallen trifft man bekannte Gesichter und tauscht sich aus. Irgendwo rennt immer jemand rum den man kennt oder zumindest schon mal gesehen hat.

Die Broilers verbinden und mit Ihnen verbinde ich tolle Erinnerungen, Möglichkeiten und Erlebnisse. Ich bin gespannt was die Zeit noch zu bieten hat und welch musikalischen Erlebnisse da noch auf uns zu kommen.
Und auch wenn ich bald etwas auf dem Arm trage, das so aussieht wie ich und die meiste meiner Zeit beanspruchen wird – Ein Besuch bei den Broilers ist sicher drin. Und das kann ich jedem nur empfehlen. Es lohnt sich!

Damit ich jetzt aber nicht weiter Ausschweife oder wild anfange meine Gedanken aneinander zu reihen, komme ich besser mal zum Schluss. Jeder Text braucht schließlich einen Anfang und ein Ende. Das Ende meines Resümees habe ich mir nun also gesetzt, allerdings ist das Ende dieser Geschichte – so hoffe ich – noch in weiter Ferne!
Zeit „Danke“ zu sagen! – Danke für die herzlichen Momente! Danke für die grandiosen Konzerte! Und vorallem: Danke für die Musik, die uns alle begleitet!

Auf bald!

broilers

(c) Mindfuck-Society

 

One Response to “Broilers – ein Resümee von Herzen”

  1. Mona sagt:

    Broilers #Beste

    !!!

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