Broilers live: 30.04.2015, Stadthalle, Neuwied

Mai 7th, 2015 | By Jan

Broilers live: 30.04.2015, Stadthalle, Neuwied

Der Tanz in den Mai a.k.a. die Walpurgisnacht ist immer ein guter Schritt Richtung Sommer. Somit ein schönes Datum für die Broilers, um ihr Wintergefieder abzustreifen und sich für die bevorstehende Festivalsaison ordentlich warmzuspielen.

Für das erste Broilers Konzert im Jahre 2015 hat man dafür Neuwied, die – Zitat Sammy – „Weltstadt mit Herz“ (sonst ja eher für München verwendet) auserkoren. Ein sympathisches kleines Städtchen bei Koblenz mit knapp 70.000 Einwohnern. Die an diesem Abend zum Totalabriss verdammte „verf%&$# Drecksbude“ war die „Stadthalle Heimatdank“, unweit eines Flippermuseums und einer grandios leckeren Dönerbude mit selbstgebackenem Brot gelegen. Letzteres war die perfekte Mahlzeit nach feinster, eiskalter „Gurkenlimonade“ aus der Thermoskanne auf dem Hinweg.

Das Abrissobjekt war schön klein, kuschelig, kompakt, mit weihnachtsmarktbudenähnlichem Bratwurststand im Außenbereich und innen einer Empore in der ersten Etage, die den Innenraum und die Bühne von drei Seiten einrahmte. An den Seiten kam man unten im Innenraum auch während des Konzertes noch bequem bis ganz nach vorne durch, was das ganze sehr entspannt machte. Und das Merchandise hatte gleich drei neue Shirts im Angebot, die inzwischen auch im Broilers Shop zu erwerben sind. Das Tourshirt für den „Broilers Noir Beach Club“ musste natürlich gleich mal mit.

Als Vorgruppe war die Hamburger Punkband „Arrested Denial“ dabei, die vom Publikum auch recht gut angenommen wurde. Die Jungs zeigten besonders Einsatz, indem sie aufgrund des Feiertagsvorabendverkehrs erst kurz vor ihrem Auftritt ankamen und danach direkt nach Kleve zu einer eigenen Show als Hauptact weiterfuhren.

Danach war es dann soweit und als die ersten üblichen Broilers-Vorprogramm Songs vom Band liefen wusste man, 20150430_220629dass es gleich losgeht. Wie immer besonders gefeiert und mitgesungen: die „Bro Hymn“ von „Pennywise“. Auf einen Vorhang mit Broilers-Video wurde aufgrund der Hallengröße dieses Mal verzichtet, aber dann ging es vertraut weiter mit „Sham 69“s „If The Kids Are United“ zur gleichzeitig abgedunkelten Halle. Nach wie vor kann und will ich mir bei den Broilers keinen anderen Opener mehr vorstellen als das „Vanitas Preludio“ übergehend in „Zurück Zum Beton“. Das ist einfach auch beim dutzendsten Mal immer wieder Gänsehaut und Einmal-um-den-Kopf-Grinsen pur und muss so bleiben.

Es folgte die größtenteils recht einheitliche Noir-Setlist von 2014. Zwar oft gehört aber auch immer wieder gut. Dennoch würde man sich schon ab und zu auch mal ein paar ganz spezielle Bonbons wünschen. Sowas à la „Mit einem Fuß im Grab“, „Wenn ich es will“, „Köng des Viertels“ oder „Richtung Schicksal“. Aber immerhin gab es das „Chuck Berry“ Cover „You Never Can Tell“ und die „Harter Weg“ B-Seite „Warte Auf Mich“, die, korrigiert mich wenn ich falsch liege, beide 2014 nicht gespielt wurden. Außerdem noch „Ich Sah Kein Licht“ und „Ich Bin Bei Dir“, die immerhin recht selten während der „Noir“-Tour zu hören waren.

Die Stimmung war gewohnt unschlagbar großartig und gerade aufgrund der kleinen Halle hallte der Gesang des Publikums besonders imposant wieder. Konstante Partystimmung von Anfang bis Ende, wie man es von den „Broilers“ gewohnt ist.

20150430_224455Kurz vor dem Finale der Show kündigte Sammy noch an, dass man nach den Festivals dieses Jahr am „Noir“-Nachfolger arbeiten und dafür eine Weile abtauchen würde. Der Sommer mit den Festivalkonzerten der Broilers sollte also nochmal in vollen Zügen genossen werden. Denn wer weiß, wie lange man danach auf Entzug sein wird… Ich für meinen Teil werde definitiv im August noch einmal auf dem Highfield Festival dabei sein. Und eigentlich kann man sich ja auch kaum das Heimspiel in der Düsseldorfer Esprit-Arena im September auf dem „Rock im Sektor“ Festival entgehen lassen. Da schrecke ich bisher eigentlich nur vor den heftigen Ticketpreisen und den für mich uninteressanten weiteren Bands zurück. Aber kommt Zeit, kommt Tourabschluss. Wir werden sehen und „Broilers“ geht eigentlich immer. Wer es immer noch nicht erlebt hat, der schäme sich zuerst und erwerbe dann schnellstens ein Ticket. Es ist jeden Cent wert!

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