Review: Dunderbeist – Hyklere

März 12th, 2015 | By Jan

Review: Dunderbeist – Hyklere

Viele von Euch die im Frühjahr 2013 den letzten Teil der „III“ – Tour von Stephan Weidner besucht haben, werden sich an „Dunderbeist“ (dt.: Donnerbiest) erinnern. Jene bärtigen Norweger, die in schwarze oder weiße Hemden gewandet und mit schwarz bemalten Augen im Zorro-Masken-Style die W-Crowd rockten. Damals hatten die Jungs gleich zwei neue Alben im Gepäck, die beide im Jahr 2012 (im Februar und November) erschienen sind. 61xbAj-3YqL._SL1000_Nachdem vorher Schlag auf Schlag jedes Jahr ein neuer Tonträger kam, insgesamt seit Bandgründung fünf Alben und eine EP, war nach dem letzten Album „Songs Of The Buried“ erst einmal zweieinhalb Jahre Pause. Nun aber sind die sieben Norweger wieder zurück und veröffentlichen zum zweiten Mal in ihrer Karriere ein Album in ihrer Heimatsprache norwegisch. Dies war neben den ansonsten englischsprachigen Alben bereits 2011 auf dem selbstbetitelten Album „Dunderbeist“ der Fall. Ihr neues Werk nennt sich „Hyklere“ (dt.: Heuchler) und wurde von niemand geringerem als Vincent Sorg produziert, der unter anderem auch Alben von den „Toten Hosen“, den „Broilers“, den „Donots“, „In Extremo“, „Betontod“ oder „Kreator“ den letzten Schliff verpasste. Wir haben mal für Euch reingehört, was der eisige Nordwind da aus Norwegen zu uns herüberbläst.

Gleich der erste Song „Skaubror“ startet mit einem satten Girarrenbrett und stellt klar, wo der Wikingerhammer hängt. Im weiteren Verlauf geht der Song über in ruhigere Passagen mit sehr melodischem Gesang und einem Refrain, den man so schnell nicht aus dem Ohr bekommt. Diese Mischung ist überhaupt sehr charakteristisch für das gesamte Album: Heftig rockende Parts mit tiefgestimmten Gitarren, zwischendurch dann etwas gezügeltes Tempo, um kurz darauf wieder voll durchzustarten. Die wunderbar tiefe aber doch klare Stimme von Sänger Torgrim Torve wurde besonders großartig in Szene gesetzt. Immer wieder werden in den Songs zwischendurch die Instrumente kurz zurückgenommen oder ausgesetzt, wodurch die Stimme für einen Moment für sich alleine steht und ihr ganzes Potential entfalten kann.

Generell kommt das Album sehr facettenreich daher. Von folkig („Spaan“ und „Langsint (og tresk)“) über punkige Gitarren und Chöre („Siagord“) sowie Balladen („Punktum Mortale“ und „Sjøldestruksjon“) bis hin zu richtigen Rockbrettern („Gryta“ und „Titusentimer“) wird alles bedient. Besonders livetauglich klingen „Spaan“, bei dem man sofort einen ordentlichen Circle Pit vor Augen hat, oder „Groms“ zu dem man sich in einer auf- und abspringenden Meute wähnt.

Als meine Favoriten würde ich die beiden Stücke „Sjøldestruksjon“ und „Vardøgger (Det var jo da)“ bezeichnen. Beide besitzen eine Dramaturgie, wie man sie eher von Klassikstücken kennt, steigern sich stetig im Einsatz von Instrumenten und bauen sich immer soundgewaltiger auf. Gerade „Sjøldestruksjon“ beginnt sehr spartanisch, bis dann Instrument für Instrument Torgrims Stimme ergänzt. Die Drums setzen beispielsweise erst nach über zwei Minuten ein. Und als krönender Abschluss des Albums dann das grandiose „Vardøgger (Det var jo da)“, was äußerst cool daher kommt und nach Endzeitstimmung oder Tarantino-Showdown klingt.

Alles in allem wirklich sehr gelungen, was Dunderbeist hier vorlegt haben. Ich hätte mir persönlich zwar eher wieder englische Texte gewünscht, aber andererseits entfalten die Songs durch die norwegische Sprache ein ganz spezielles Flair. Irgendwie mystischer, folkiger und individueller. Es macht wirklich Spaß dieses Album wieder und wieder zu hören, weil es immer neue Facetten zu entdecken gibt. Eintönig klingt anders. Hört mal rein und lasst Euch auf die besondere Atmosphäre ein, die die Songs zu erzeugen imstande sind.

Als Download ist „Hyklere“ bereits seit dem 02.03. erhältlich. Wer aber wie ich eher ein Freund von klassischen Tonträgern zum Anfassen und ins Regal stellen ist, kann ab dem 13.03. beim CD- und ab dem 27.03. beim Plattendealer seines Vertrauens zuschlagen.

 
Hyklere

  1. Skaubror
  2. Gryta
  3. Punktum Mortale
  4. Groms
  5. Langsint (og Tresk)
  6. Sjøldestruksjon
  7. Slagord
  8. Spaan
  9. Titusentimer
  10. Vardøgger (Det var jo da)

 

Releasedaten: 02.03.2015 (Download), 13.03.2015 (CD), 27.03.2015 (Vinyl)

Spieldauer: 37:21Min.

Label: Indie Recordings

Homepage: www.dunderbeist.net

 

 

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