Review: Männi – Wille aus Beton

Februar 3rd, 2015 | By Jan

PromoImageMnniImmer wieder liest man im Netz das Genörgel von Leuten, dass „ihre“ Band zu groß, zu erfolgreich, zu kommerziell geworden sei und dass früher ja alles besser war. Da kann geholfen werden, denn hier haben wir einen echten Geheimtipp für Euch, bei dem alles noch auf Anfang steht. Hier könnt ihr ganz jungfräulich einsteigen, wenn vielleicht etwas Großes beginnt. Denn nichts Geringeres verspricht der erfrischende, originelle Sound von Männi.

Hinter Männi verbirgt sich eine Ein-Mann-Band, nur bestehend aus dem Aachener Musiker Samuel Dickmeis. Und auch wenn Männi sich noch unter der 1.000 Follower Grenze auf Facebook bewegt, noch keinen Wikipedia-Eintrag und bislang auch noch kein Album auf dem Markt hat, so ist Samuel Dickmeis musikalisch dennoch kein unbeschriebenes Blatt und hat bereits bei mehreren Bands Erfahrungen gesammelt. Als Bassist war er Mitglied bei der Post-Hardcoreband Longing For Tomorrow, die sich 2011 auflöste. Woraufhin er und sein damaliger Bandkollege Damian Altdorf die Punkband Inozit mit Samuel als Sänger und Gitarrist gründeten.

Nachdem es eine Weile etwas ruhiger um ihn geworden war, steht er nun als Männi in den Startlöchern, um richtig durchzustarten. Und bei der Gelegenheit macht er gleich alles komplett selbst. Komposition, Text, Gesang und sämtliche Instrumente – alles made and played by Samuel a.k.a. Männi.

Öffnet man die metaphorische Schublade, muss man sich fragen, wo man Männi bloß hinstecken soll. Ist nämlich alles andere als einfach. Männi vereint diverse unterschiedliche Einflüsse in seiner Musik. Rock, Punk, Elektrosounds und -beats sowie eine Prise modernen Hip Hop. Alles bunt gemischt und nur so strotzend vor Potenzial was damit alles möglich ist. Für den Anfang legt Männi erstmal eine 5-Track EP vor, die es aber schon ordentlich in sich hat. Eindrucksvoll demonstriert er hier sein Können im Zusammenspiel der unterschiedlichen Styles und sein Gespür für ohrwurmtaugliche Refrains. Erarbeitet wurden die Songs in einem alten Kriegsbunker in Männis Heimatstadt Aachen, in dem auch einfach kurzerhand am 27.02.2015 die Releaseparty zur EP steigen wird.

Opener der EP, die den Namen Wille aus Beton trägt, ist das bereits mit offiziellem Video im Netz verfügbare „Du hast Recht“ (https://www.youtube.com/watch?v=rfVRYcnMUs0). Ein Song mit rasantem Intro und getragenem Refrain. Textlich ein schöner Mutmacher über das Gute am Leben und über einen anderen Menschen, den es manchmal braucht, um einem das mal wieder bewusst zu machen.

Die zweite Nummer ist „Rotterdam“, ein musikalischer Road Trip, der Freiheit aus allen Poren atmet. „Im Morgengrauen, es riecht nach Meer, keiner weiß mehr, wie kommen wir hierher…“ Man würde am liebsten sofort alles hinter sich lassen, seine Lieblingsmenschen einpacken und losfahren, wenn man diesen Song hört. Aber „wenn der Fahrer brechen muss, ist erstmal Schluss…“ kein Wunder bei „ohne Plan und ohne Ziel, aber viel Alkohol im Spiel“.

Gefolgt von „Es geht nicht mehr“, einem Song über eine ganz besondere Person, die man unerwartet kennenlernt, eine unvergessliche Nacht miteinander verbringt und danach merkt, dass einem dieser Mensch nicht mehr aus dem Kopf geht.

Der vierte Song, „Nur Das“,  ebenfalls schon mit Video verfügbar (https://www.youtube.com/watch?v=pFn6ynmWMRs), ist eine Abrechnung mit der modernen Leistungsgesellschaft. Menschen funktionieren, schleppen sich Tag für Tag zu einer Arbeit, die sie nicht gerne machen, Ellenbogengesellschaft. Aber warum sich nicht bemühen, eine Arbeit für sich zu finden, auf die man Bock hat? Unabhängig von den Erwartungshaltungen der Gesellschaft leben und in sich hineinhorchen, was einem selbst gut tut. Viel Beatbox im Song und viel Sushi im Video.

Der fünfte und letzte Song „Niemals“ ist zugleich mein persönlicher Favorit. Hier geht es eine ganze Ecke gechillter zu als bei den vier vorherigen Songs. Gitarrenakkorde, die nach Lagerfeuer klingen. Textliche Message: Lasst Euch nicht zu sehr von anderen Leuten ins eigene Leben hineinreden und dadurch von euren Zielen abbringen. Folgt lieber eurem Herzen und inneren Überzeugungen.

Alles in allem macht die von Männi hier vorgelegte EP jede Menge Spaß und definitiv Lust auf mehr. Musik zum Abgehen, zum Feiern, aber mit persönlichen Texten zum Nachdenken. Die Fusion der verschiedenen Musikrichtungen birgt viel Potenzial und man darf gespannt sein, wie es mit Männi weitergeht. Nach so einer EP darf jedenfalls gerne bald der erste Longplayer her.

Wer aus Aachen und Umgebung kommt, ist zu empfehlen, mal beim Release-Gig vorbeischauen. Denn ganz so wie Multitasking-Männi gerne diverse Stilrichtungen und Instrumente auf sich vereint, gibt es auch hier gleich multiple Gründe zum Feiern: Releaseparty, Männis Geburtstag und Konzert in einem. Mit Männi an allen Instrumenten und inkl. Aftershowparty mit Bier und „dicker Ladung Sushi im Mund“. Als Support gibt es waschechten Ska von Bonanska, bei denen, ja wer wohl, am Schlagzeug sitzt? Genau… Wirklich eine musikalische One-Man-Gang, dieser Männi….

Wille aus Beton – EP

Tracklist:

  1. Du hast Recht
  2. Rotterdam
  3. Es geht nicht mehr
  4. Nur das!
  5. Niemals

Release: 27.02.2015

Spieldauer: 18:30 Min.

Release Gig am 27.02.2015 im Musikbunker, Aachen

Homepage: www.mnni.de

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