Der Mindfuck Society – Jahresrückblick 2014

Januar 11th, 2015 | By Redaktion

MFS1Das letzte Jahr ist wieder einmal so schnell vergangen, dass man länger in sich gehen muss, um all die erlebten Konzerte noch einmal Revue passieren zu lassen. So einiges ist 2014 in der mindfuck’schen Musikszene passiert und daran möchten wir uns gemeinsam mit euch erinnern.

Während die meisten von uns im Januar noch im Winterschlafmodus vor sich hin siechten, werkelte eine Band ganz euphorisch an ihrem Comeback. Die Böhsen Onkelz triggerten uns mit Video-Trailern, die Großes herauf beschwörten. Sollte es etwa ein Comeback geben? Nervliche Zusammenbrüche bei den ersten Fans wurden gesteigert durch bundesweite Plakatierungen. Was sollte da bloß auf uns zukommen? Die Musikindustrie tat ihr übriges und in Veranstalterkreisen kursierte das eigentlich doch unmögliche Comeback-Gerücht stärker denn je. Ein einzelner Auftritt in Wacken stand im Raum, ebenso wie die BluRay-Veröffentlichung des Vaya Con Tioz Konzerts von 2005 auf dem Lausitzring. Je mehr die Onkelz uns Fans mit unvollständigen Aussagen fütterten, desto fester etablierte sich der Glaube an ein richtiges Live-Comeback der Band. Diese Bestätigung bekamen wir ein paar Tage vor öffentlicher Ankündigung vorab durch die Band und wir waren im mindfuck’schen Kollektiv einfach nur sprachlos. Diese Neuigkeit hatte es in sich und musste sich erst mal bei uns setzen. Unsere Gefühle fuhren Achterbahn und wir beobachteten mit großer Neugierde sämtliche Internet-Foren und soziale Netzwerke. Welche Fans waren schon auf der richtigen Spur? Welche Fans prophezeiten felsenfest das es niemals ein Comeback geben würde? Es blieb spannend. Die Onkelz machten dem nervenaufreibenden Spiel ein Ende und kündigten am 31.01. das Comeback des Jahres 2014 an. Von dann an war es also klar: DIE ONKELZ KOMMEN WIEDER ZURÜCK!

Die Wochen danach wechselten sich mit tranceartigen Zuständigen und nicht zu bändigender Begeisterung ab und erlebten am Tag des Vorverkaufstarts am 07.Februar ihren fulminanten Höhepunkt. Sold out in nur 50 Minuten! Das hatte Deutschland noch nicht erlebt.

Von da an nahm die wieder entfachte Onkelz-Hysterie ihren Lauf. Urlaubszettel wurden eingereicht und die Anreise zum Hockenheimring geplant. Hotel oder Camping? Das war nicht die einzige Frage, die die Fans für sich klären mussten, denn die Onkelz legten mit einem Zusatzkonzert nach. Wer 100.000 Tickets in 50 Minuten ausverkauft, der schaffte diesen Wahnsinn auch ein zweites Mal. Auch diese Konzertkarten waren in weniger als einer Stunde nicht mehr verfügbar und von da an war klar: Die Onkelz wurden stärker denn je vermisst und ihre Fanbase war größer als nie zuvor.

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credits: Mindfuck Society

Bevor jedoch das Comeback des Jahres anstand, gingen wir erst mal im Februar auf große „30 Jahre Jubiläums-Tour“ von D-A-D. Die Dänen spielten 30 Clubkonzerte in ihrer Heimat Dänemark und wir nahmen  in Kolding und Vejle teil. Es war wie immer etwas ganz besonderes die Jungs in ihrer vertrauten Umgebung zu sehen, da sie ein ganz anderes Programm spielten als im Ausland.  In Dänemark bekam man noch echte Songperlen zu hören, Lieder die selten gespielt wurden und aberwitzige Interaktionen von Jesper Binzer mit dem dänischen Publikum. Highlight war sicherlich die Hip Hop-Version des Songs „Counting the Cattle“, bei dem Jesper die Fans ordentlich zum Bouncen aufforderte. Wir haben diesen Moment für euch in Vejle festgehalten:

 

Da uns die dänischen Shows nicht genug waren, schauten wir im April noch in London und Leicester vorbei. D-A-D freuen sich immer sehr auf ihre Shows in UK und auch wir waren schwer angetan von ihrem Konzert im Londoner „Garage“-Club. Knapp 400 englische Fans feierten D-A-D lautstark ab und das gab den Jungs positiven Aufschwung für den Rest ihrer Jubiläums-Tournee. Natürlich wurde auch in Deutschland Halt gemacht und wir kamen noch einmal zum netten Stell-Dich-Ein in Berlin, Frankfurt, Hamburg und Flensburg  zusammen, bevor wir die Band wieder schweren Herzens Richtung Dänemark ziehen ließen.

Massig Ablenkung bescherten uns auch 2014 die Broilers. Ihre Platte „Noir“ schoss auf Platz 1 der deutschen Charts und ihre Konzerte waren beinahe alle ausverkauft. Im Frühjahr fand der erste Part der Noir-Tour statt und wir von Mindfuck waren auf einigen Konzerten dabei. Insbesondere unser Kevin, einer der Broilers Die-Hard-Fans, sammelte massig Videoeindrücke von den Shows exklusiv für Mindfuck. Habt ihr Bock noch mal in eine geile Broilers-Party einzutauchen? Wie wäre es z.B. mit der Live-Version zu „Wo bist du? (du fehlst)“

Wirklich Pause machten die Broilers auch nicht im Sommer, denn da standen für die Düsseldorfer einige Festivals an. Neben dem Auftritt in Rock’n’Heim waren sie u.a. auch auf dem Zeltfestival Ruhr (wir berichteten). Doch selbst das war den Broilers nicht genug und kurzerhand stampften sie eigene Noir-Festivals aus dem Boden. In Dresden und Berlin feierte die Band den Sommer ausgelassen und setzte damit ein gewaltiges Zeichen in der deutschen Musiklandschaft. Die Broilers waren spätestens jetzt in der oberen Liga angekommen.

Reisen wir zurück in den Juni 2014.  Wir waren alle im Onkelz-Fieber und zählten die Tage bis zum großen Wiedersehen.  Bevor es aber soweit sein sollte, gastierten Metallica in Deutschland und riefen zum allmächtigen „Sonisphere Festival“ in Hamburg. Neben  Megadeath, Ghost und Slayer sahen wir auch endlich die einzigartigen Metallica live. Dieses Erlebnis hat zugegebenermaßen ziemlich lange bei uns gedauert, aber auch wir können jetzt definitiv sagen: „Metallica lohnen sich live immer wieder!“. Durch ziemlich viel Glück kamen wir in den Front-Of-Stage-Bereich und zu den Zugabensongs sogar noch in den „inner circle“ direkt vor James Hetfield. Es war für uns wie das musikalische Paradies und die Welt hätte in diesem Moment auch gerne wieder stehen bleiben können. Gänsehaut bescherte der Über-Song „Nothing else matters“, den wir unbedingt aufzeichnen mussten. Einfach nur der Wahnsinn!

Doch kommen wir endlich zum unbestrittenen Höhepunkt des Jahres: Die Reunion-Konzerte der Böhsen Onkelz. 200.000 Fans über zwei Tage lang auf dem Hockenheimring. Natürlich war auch die ganze Mindfuck-Riege am Start, das Spektakel wollte sich niemand entgehen lassen.  Es gab so viel zu erleben, auf dem Gelände, im Backstage oder auf den Zeltplätzen. Wir hatten Schwierigkeiten mit unseren Synapsen alles aufzusaugen, denn im Hinterkopf lauerte die große Emotion, die drohte uns zu übermannen. Wie würde es sein, nach 9,5 Jahren die ersten Akkorde von „Hier sind die Onkelz“ wieder live zu hören? Der Gefühlstaumel hatte uns alle im Griff, doch es überwog eindeutig das selige Grinsen in unseren Gesichtern. Es brauchte lange um wirklich zu begreifen, dass wirklich DIE ONKELZ wieder auf der Bühne stehen und das man wieder ein Teil einer neugeschriebenen Rock-Geschichte war. Lagen wir uns 9,5 Jahre zuvor weinend auf dem Lausitzring in den Armen, so feierten wir auf dem Hockenheimring die Wiedergeburt. Unsere Lieblingsband war nicht nur wieder aktiv, nein, auch der Way of Life, den die Onkelz kreierten war wieder deutlich spürbar. Die Reunion machte noch einmal bewusst, dass diese Band einfach so viel mehr war als nur Musik. Sie transportieren das Gefühl des Zusammenhalts, in guten wie in schlechten Zeiten. Ein Gefühl sich selbst anzutreiben, nie aufzugeben und ehrlich zu sich und seiner Umwelt zu sein. Werte, die in der heutigen Zeit oft gar nicht mehr so sichtbar sind. Hockenheim bebte und die Onkelz setzten einen weiteren Meilenstein in ihrer Karriere.

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credits: Mindfuck Society

Stand Stephan Weidner im Juni noch auf der größten Bühne Europas, so gab es im Juli direkt eine kleine aber feine Clubtour mit Der W. Stephan und seine Band erlebten hier ein überaus begeistertes Publikum und hatten Spaß auf der Bühne wie schon lange nicht mehr. Wir schauten dieses Mal leider nur in Düsseldorf und Karlsruhe vorbei, genossen aber die Momente umso intensiver. In Düsseldorf hatten wir noch vor der Show Zeit mit Stephan und Dirk im Backstage zu quatschen und maßgeblich die Setliste zu beeinflussen. So wollte die Band erst anfänglich nicht „Bring mich Heim“ spielen, änderte jedoch auf lautstarken Protest von Sarah ihre Meinung. „Dirk, dass können wir nicht machen. Das ist Sarahs Lieblingslied.“ lenkte Stephan ein und wir waren zufrieden. Der Track ist nicht nur auf Platte wahnsinnig schön, sondern auch live ein echtes weidner’sches Schmankerl. Danke Stephan, dass du dich hast erweichen lassen. 🙂 Interessant war auch, dass in Düsseldorf ziemlich viel lokale Prominenz anwesend war. Sammy (Broilers), Vom (Die Toten Hosen) und das letzte Einhorn (In Extremo) schauten sich die Show aus der Publikumsperspektive an. Nicht vergessen wollen wir in dieser Aufzählung auch Toxpack aus Berlin, die als Vorgruppe einen ziemlich coolen Job gemacht hatten. Nicht nur bei Der W, sondern auch bei den Broilers-Festivals, von denen wir schon erzählten.

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credits: Kevin Supper

Im Winter kamen die Broilers noch einmal zurück auf die Bühnenbretter um Part II der Noir-Tour einzuläuten. Trotz der unzähligen Auftritte in 2014 konnte man immer noch die Spielfreude in den Gesichtern der Düsseldorfer erkennen. Mittlerweile waren die großen Hallen kein Neuland mehr für die Band und sie wussten dementsprechend mit dem Publikum umzugehen. Wir schauten u.a. in Frankfurt vorbei und bekamen dort einen würdigen Jahresabschluss. Neben einem euphorischen Konzert in der Jahrhunderthalle, nahmen sich Ron und Ines auch die Zeit für ihr erstes Mindfuck-Interview. In entspannter Atmosphäre besuchten wir die Beiden vor der Show im Catering und plauderten über ihr erfolgreiches Jahr aber auch die bedrohende PeGiDa-Bewegung in Deutschland. Nachlesen könnt ihr das Interview hier. Ebenso findet ihr in unserem Archiv auch einige feine Antworten von Tommy (Toxpack).

Was stand noch letztes Jahr an? Festivals wie das Elbriot in Hamburg und das Copenhell in Kopenhagen. Viele Konzerte u.a. Casper, Wirtz Unplugged, Talco, Rise Against, In Extremo, Die Toten Hosen, Motorjesus, Supercharger, Psychopunch oder Edguy. Illustre Parties, wie u.a. die Premiere der „Nichts Ist Für Die Ewigkeit“-DVD, zu der die Onkelz einen kleinen Kreis an Menschen in ein Berliner Independent-Kino geladen hatten. Wir haben fleissig Berichte geschrieben, Fotos und Videos gemacht um euch die tollen Live-Eindrücke nach Hause zu transportieren. Ist uns das gelungen? Euer Feedback ist immer sehr erwünscht.

Zusammen wollen wir uns nun auf ein weiteres ereignisreiches Jahr freuen. 2015 hat auch so einiges wieder an Konzerten zu bieten und wir werden nicht müde werden, euch darüber zu berichten. Wollt ihr wissen, was bei uns schon auf der persönlichen Konzert-Agenda steht? In erster Linie freuen wir uns auf die zweite Runde Hockenheim mit den Onkelz. Doch auch die Konzerttermine von Social Distortion, Jaya the Cat, Danko Jones, Die Toten Hosen, Foo Fighters, Wirtz und Archive sind bei uns dick im Kalender markiert. Wir wünschen uns in jedem Falle eine weitere Der W – Tour, denn ohne Stephan Weidner geht es bei uns einfach nicht. Ansonsten blicken wir mit voller Vorfreude in ein musikalisches 2015 und hoffen, dass ihr weiter an unserer Seite  bleibt.

In Dankbarkeit,

euer Mindfuck Society Team (Sarah, Tobias, Jan & Kevin)

 

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