Die Broilers im Interview auf Mindfuck Society

Dezember 31st, 2014 | By Redaktion

credits: Mindfuck Society

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Wir trafen Ines und Ron von den Broilers in der Jahrhunderthalle in Frankfurt zum Interview. Im Catering bei Tee und massig Crew-Trubel nahmen sich die Beiden ausführlich Zeit und stellten sich unseren Fragen.

Erst einmal Glückwunsch für das erfolgreiche Broilers-Jahr 2014. Gold für Noir, Platz 1 der Charts, fast alle Konzerte ausverkauft und ein Auftritt in Rock’n’Heim. Wie war das Jahr für euch, wenn ihr es kurz Revue passieren lasst?

Ron: Es war super, wie du schon sagst ein Jahr der Superlative irgendwie für uns. Klar, Nummer 1 mit dem Album war ja schon so ein Superstart ins Jahr und dann halt die ganzen Konzerte bis jetzt, quasi bis zum 31.Dezember unterwegs, das ist schon großartig.

Ines: Wir können uns nicht und dürfen uns nicht beschweren…

Ron: Genau.

Ines: ..wollte ich noch abschließend sagen.

Gab es Momente in dem Jahr die vielleicht nicht so gut gelaufen sind, z.B. deine Rückenprobleme Ines?

Ines: Ja, ääh habe ich sogar schon verdrängt… (Gelächter). Als du mich gerade gefragt hast, habe ich überlegt „was gibt es für schlimme Dinge?“, ist mir also nicht auf Anhieb eingefallen, habe ich also sehr verdrängt. Ja, aber das war schon blöd. Das war so was, was die Band betrifft echt beschissen, ist aber auch alles wieder gut. Es passiert Mal, glaube ich, dass man mal ein Wehwehchen hat aber ansonsten muss ich sagen…nöö…

Ron: Also das war wirklich schon so ein Schreckmoment für alle, weil wir ja auch nicht wussten was los ist. Aber ansonsten sagen wir immer gerne, dass wenn man dann klagt, es auf hohem Niveau ist. Es ist also nicht der Rede wert.

Ines: Ne, sonst ist bisher eigentlich alles gut gegangen dieses Jahr. Fast schon zu gut. (lacht)

Wie seid ihr denn mit Ines Ausfall umgegangen? Das war in Saarbrücken, oder?

Ines nickt.

Konntest du dann auf einmal einfach nicht mehr spielen?

Ines: Ich hatte das eigentlich von Anfang an schon gemerkt, dass ich irgendwie mir was verrenkt habe und es weh tat. Dann habe ich aber so gedacht: „Ach komm, Arschbacken zusammenkneifen und durch!“, das ist eigentlich sonst immer meine Devise. Nur als ich dann irgendwann so bei Lied 18 gemerkt habe, dass ich nicht mehr atmen kann und keine Luft mehr kriege, wurde es dann etwas unangenehm und dachte: „Ach komm, Sammy spielt jetzt auf der Gitarre erst mal alleine, setzte mal eben den Bass ab und nach einer Sekunde kannst du wieder spielen..“ aber dem war nicht so. Deswegen habe ich vorher auch niemandem bescheid gesagt und deswegen war es für die Jungs auch sehr überraschend, als ich dann auf einmal nicht mehr auf der Bühne stand. „Ach die muss bestimmt aufs Klo..“– ja deswegen war es etwas blöd aber eigentlich habe ich bisher nur von hinten aus dem anderen Bereich mitbekommen, habt ihr das auf der Bühne aber ganz gut gemeistert. Marcel ist ja dann auch eingesprungen.

Ron: Ich habe dann erst mal ein bisschen gespielt. Dann hat Marcel ein paar Lieder gespielt, die er auf dem Bass konnte. Ist halt improvisiert worden.

Ines: Ja, aber ich glaube ganz gut.

Ihr hattet jetzt gut ein Jahr Zeit die Reaktionen auf die „Noir“-Platte bei euren Fans zu beobachten. Würdet ihr sagen, es ist vielleicht ein neues Broilers-Zeitalter angebrochen und sich grundlegende Dinge verändert haben? Das die heutigen Broilers, nicht mehr die sind, die sie damals waren?

Ines: Mit Sicherheit was ja auch gut so ist. Ich möchte auch nicht mehr wie ne 15jährige oder 20jährige sein, mittlerweile. (lacht).

Ron: Bist du doch! Viel älter sind wir ja gar nicht!

Ines: Nein, aber natürlich glaube ich, ist aber auch gut so. Ich glaube, dass dieses Gemeckere das grade stark am Anfang da war von vielen Leuten, das viele auch mit der Zeit, nach ein paar Wochen oder Monaten auch wieder zurückgerudert sind. Es war dann so das „Ach, so schlecht ist es ja doch alles gar nicht“. Andererseits und ich sage es ganz ehrlich mittlerweile: Man kann es nicht allen Recht machen. Es ist egal was man macht, man hat immer Leute die es toll finden und immer Leute, die was scheiße finden. Solange wir, ich, dahinter stehen können, ist mir das auch pupsegal.

Ron: Das Schöne ist ja, dass wir trotzdem aus allen Lagern auch positive Resonanzen kriegen. Vorallem auch von vielen alten Leuten, die uns schon Ewigkeiten kennen und auch viel zu Konzerten früher gekommen sind und dann eine Zeit lang gar nicht, die es aber trotzdem sagen. Die sind aber selber auch „erwachsen“ geworden und das ist nur das logische Album geworden, was sie auch super finden und können da gar nichts gegen sagen.

credits: Mindfuck Society

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Wenn man jetzt in die Hallen guckt sind Leute da, die euch von Beginn an kennen aber manche auch erst seit der „Noir“. Fällt euch da ein Unterschied zwischen den Leuten auf? 

Ron: Ich finde es ist oft, so blöd es vielleicht klingt, Grüppchenbildung. Man merkt schon, dass viele ältere Leute, die schon lange dabei sind gar nicht mehr vorne unbedingt im Pogo-Mob mit sind, sondern da bildet sich dann eine Gruppe am FOH (Front of House) oder so, die dann aber auch richtig Gas geben, die man aber erst später entdeckt.  Wo man dann auch denkt: „Moment, krass da ist so eine Gruppe, die voll ab geht“ – das sind aber „die älteren“ Fans und Freunde.

Ines: Was mir eigentlich extrem auffällt, dass der Durchschnitt des Alters sich total gemischt hat, was ich total schön finde. Das man, ich sag jetzt mal „Kiddies“ oder Jüngere da stehen sieht und aber auch Ältere und das finde ich total schön. Wie schön ist das, wenn Musik Generationen verbinden kann? Und ob die jetzt schon 10 Jahre Broilers-Fans sind oder erst 10 Wochen, das ist  mir dann in dem Moment echt scheissegal, solange die Musik die Menschen so verbindet.

Ron: Ich weiß nicht mehr, wer es die Tage gesagt hat..aber es war quasi so das Bild Tochter mit Mutter..und man denkt dann so: „Ja, okay dann steht die Mutter halt dabei oder die Tochter wird mitgeschleppt“, aber beide haben richtig mitgesungen und fanden das super. Das ist halt ein schönes Bild, was man dann mitkriegt.

Registriert ihr denn die Fans die auf ganz viele Konzerte von euch gehen? Schafft man da noch einen persönlichen Umgang mit den Fans zu wahren oder wird es jetzt auf Grund der Bekanntheit immer schwieriger? Es gibt ja z.B. die Broilers Die Hard Fans.

Ines:  Ja, also man hat schon natürlich die Leute, die man jetzt über längere Zeit immer mal wieder gesehen hat..oder dann merke ich auch, das so seit ein paar Monaten immer mal wieder Gesichter kommen, die man wieder sieht. Es spielt sich allerdings bei mir nur ab, bei den Leuten die in den ersten Reihen stehen. Alles andere sieht man natürlich nicht, aber es fällt schon auf und ich freue mich immer, wenn ich dann bekannte Gesichter wieder sehe. Finde ich immer schön.

Ihr habt ja mittlerweile einen gewissen Bekanntheitsgrad. Gibt es da Dinge die ihr nicht mehr tun könnt in eurem Alltag?

Ines: Ich glaube, wir persönlich sind jetzt nicht so eingeschränkt.

Ron: Man kann selbst sogar noch auf kleinere Konzerte gehen. Viele Leute, die ich zumindest kennenlerne sind dann auch ganz cool. Da ist jetzt irgendwie keiner so „uuuh“

Ines: ..die fragen dann nett mal nach ’nem Bild oder wollen anstoßen und ein Bierchen zusammen trinken und das ist in Ordnung.

Wie persönlich geht ihr mit den Anschuldigungen um, das ihr die Oi!-Szene verraten hättet und den Mainstream zu sehr bedienen würdet? Geht euch das wirklich am A**** vorbei?

Ron: Das Geile daran ist, das wird ja bei jedem Album gesagt. Aber dann ist immer wieder das Album davor, dass was dann noch die Fahne hochhält.. Ich glaube, verraten von uns tut keiner irgendwas. Die Szene ist, ich will jetzt nicht sagen allgegenwärtig, aber man weiß wo man herkommt. Das die Alben natürlich nicht so klingen, wie „Fackeln im Sturm 3“ oder so was, ist auch irgendwie klar.

Ines: Ich finde aber auch, wenn man uns das nach all der Zeit immer noch so vor wirft, also… erstens finde ich, wir müssen sowieso niemandem beweisen das wir noch irgendwo zugehören, wir lieben diese Szene, wir kommen aus dieser Szene und die gehört auch noch zu uns, aber ich muss jetzt nicht nur damit die Leute dann sagen „Oh, jetzt sind sie wieder Szene“, Stiefel anziehen und meine Bomberjacke rausholen oder sonstiges. Wenn ich Bock drauf hab, mach ich das aber nicht um irgendjemandem was beweisen zu müssen. Entweder man akzeptiert jetzt endlich,  dass wir so sind wie wir sind oder dann halt auch nicht.

Ron: Meistens sind die, die meckern ja auch die jüngere Generation. Die sich vielleicht profilieren müssen in irgendeiner Gruppierung. Keine Ahnung.

Wandlung gehört ja auch zu einer Band dazu.

Ron: Richtig!

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Aktuell erleben deutsche Rockmusik und deutschsprachiger Rap eine Hochphase durch junge Nachwuchskünstler. Wie seht ihr die Zukunft der Rockmusik in Deutschland gerade im Hinblick darauf, dass eigentlich nur die alteingesessenen Hasen wie z.B. die Toten Hosen, Ärzte oder Onkelz wirklich sichtbare Erfolge haben?

Ines: Schwarz, wenn keiner mehr Geld für Musik ausgeben mag, um es mal auf den Punkt zu bringen.
Ja, weil ich gerade glaube, dass es natürlich denen immer besser geht, die schon ihren Namen haben, wie ihr grade schon erwähnt habt. Aber wenn man jetzt an Nachwuchskünstler denkt oder an jüngere Leute, die versuchen durchzustarten ist es glaube ich, schwieriger wenn der Mensch keine Lust mehr hat Geld auszugeben für Musik. Nicht, dass die davon leben wollen, darum geht es ja gar nicht, aber alleine sich zu finanzieren, ob es alleine nur das Spritgeld ist, um auf’s Konzert zu kommen oder sonst was. Es geht um diese ganzen Kleinigkeiten und je weniger der Mensch gewollt ist, dafür Geld auszugeben, sehe ich irgendwann echt schwarz. Dann werden nur noch die Perlen oder die, die es sich leisten können überleben und dann geht ganz viel Kreativität und Talent verloren.

Aber glaubst du dass die Leute nicht mehr so viel Geld für Live-Konzerte ausgeben wollen bei kleineren Künstlern?

Ines: Ich glaube bzw. ich habe Angst davor, dass generell der Wert der Musik oder die Wertung die Musik haben sollte, dadurch  verloren geht, wenn Leute vielleicht noch zu Konzerten gehen aber generell Musik einfach so als alltäglich hinnehmen als Allgemeingut. Ich glaube, dadurch wird allein der Gedanke oder der Umgang mit Musik kaputt gemacht oder es wird falsch angegangen. Ich könnte mir schon vorstellen, dass die Leute irgendwann kommen und sagen: „Ne, also 30 Euro für ’ne Live-Band, das will ich nicht mehr zahlen! Warum auch, ich kriege die Musik ja auch umsonst im Internet und dann treffe ich mich zu Hause mit drei Freunden und mach‘ die Anlage laut.“

Aber denkst du nicht, dass vielen Leuten auch das emotionale Konzerterlebnis irgendwie fehlt? Ich bin z.B. kein Fan von Live-DVDs..

Ines: Ja, aber du hast Live-Konzerte erlebt. Ich denke halt wirklich an die jüngere Generation, die gar nicht mehr so die Erfahrung hat..wenn ich im Freundes oder Bekanntenkreis nachfrage, hat glaube ich jeder den ich kenne, so im Teenie-Alter zwischen 10 und 14 sein erstes Konzert besucht. Ich glaube, dass dies leider viel verloren geht, grade in den nachfolgenden Generationen. Ich habe Angst davor.

HoGeSa und Pegida sind leider aktueller denn je und man steht dem ganzen Übel bisher fassungslos gegenüber. Seht ihr euch als Band in der Pflicht dagegen ein Zeichen zu setzen? Einer eurer letzten Facebook-Postings ging ja sehr in eine Richtung und hat auch für sehr viel Aufruhr  unter euren Fans gesorgt..

Ines: Ja, aber ich sehe es genauso wichtig, dass eigentlich jeder Mensch der vernünftig denken kann..es die Pflicht ist ganz schnell mal was zu tun oder aufzustehen und zu sagen: „So geht das nicht!“. Nicht nur als Band, man hat natürlich ein größeres Sprachrohr und so die Möglichkeit mehr Leute zu erreichen, glaube aber das es so langsam jeder mal tun sollte. Einfach mal versuchen zu sagen: „Ey, so geht das hier gerade gar nicht, was hier durchs Land geht!“. Ich finde es sehr beängstigend und es ist nicht nur so, dass ich sauer werde und Hass kriege, die Phase ist irgendwie auch da aber ich finde es langsam echt beängstigend und das ist noch viel schlimmer.

Ron: So ist es ja allgemein, also auch schon vor diesen ganzen Pegida und HoGeSa-Sachen. Dieser ganze Rechtsdruck der allgemein durch die Gesellschaft und auch durch die Jugend grade geht.. Klar, haben wir dann durch unser Medium Musik und die Medienpräsenz ein ganz anderes Sprachrohr wie Ines schon sagte, die Leute da drauf aufmerksam zu machen. Es ist auch relativ wichtig aber wie schon gesagt, jeder mit einem normalen Menschenverstand sollte selber drauf kommen, was das Problem ist und nicht dass, das Problem Leute sind, die ihr Leben aufgeben mussten, da wo sie eigentlich am liebsten Leben würden und da nicht mehr leben können. Sie hier hinkommen und dann wird das Abendland islamisiert, was die als großen Aufhänger irgendwie nehmen. Das ist riesiger Schwachsinn! Kriege ich jetzt schon wieder ’nen Hals.

Es ist wirklich beängstigend, was da so brodelt unter der Oberfläche direkt und wie viele Menschen leider dann doch in diese Richtung so leicht schwenken..

Ines: Genau!

Vor allem dann auch dieses Subtile. Das ist eine ganz gefährliche Geschichte, die absolut korrektesten Deutschen sind oft die Schlimmsten. „Ne,ne ich bin ja nicht rechts, aber…“

Ron: „Aber..“ ja, genau! Das ist eine ganz klar rechtspopulistische Strömung!

Kommen wir aber zurück zur Musik..

Lachen bei Ines und Ron.

Ron: Nun also zu etwas komplett anderem…

Ines: Zur Tagesschau…haha

Weiter also zum Sport!

Allgemeines Lachen in der Runde

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Nun aber..eure letzte Live-DVD liegt ja nun schon ein Weilchen zurück und seitdem hat sich ja auch produktionstechnisch einiges bei euch getan. Habt ihr Pläne für die Zukunft? Euer Jubiläum hätte sich da ja schon angeboten.

Ines: Ja, konkret im Moment nicht wirklich.

Ron: Da hatten wir vor allem dieses Jahr viel zu viele andere Sachen im Kopf. Ich glaube, wenn wäre es dann auch in die Hose gegangen (lacht). Da muss man sich natürlich auch Zeit für nehmen und sich was vernünftiges überlegen. Einfach irgendwas so hinschludern, da haben wir auch keinen Bock drauf.

Ines: Aber es wird mal wieder Zeit für Eine!

Ron: An für sich ja. Wann ist die letzte rausgekommen? 2009? 2008 haben wir die aufgenommen…2009 ist die rausgekommen, glaube ich. Oder?

Ines: Ja, 2008 aufgenommen. Ich weiß nicht, ja kann sein.

Also in jedem Falle schon lang her!

Ron: Joah…ja…hm…lass uns noch ein paar Jährchen…(lacht)

Ihr habt bereits mehrere Unplugged-Konzerte gespielt und auch der ein oder anderen Cover-Version seid ihr live nicht abgeneigt. Habt ihr schon mal mit dem Gedanken gespielt ein reines Unplugged-Album oder Cover-Album aufzunehmen? Ein gutes Beispiel sind hierfür ja auch die Hosen mit „Learning English“.

Ines: Bestimmt sogar! Fände ich sogar auch sehr lustig, wenn man wirklich unsere Einflüsse, was man als Jugendlicher mal gehört hat oder ganz toll fand…muss ja nicht mal wirklich was aus der Punkrichtung sein, sondern irgendwas was einen irgendwie beeinflusst hat, fände ich das total lustig. Also ich hätte da Spaß dran! Ach und auch Akustik! Uns macht das extrem viel Spaß im Proberaum zu sitzen und ne Flasche Wein zu öffnen..

Ron: Das ist das Wichtige!

Ines: ..wie können wir jetzt irgendwie was mal spielen, auf welche Art und Weise. Ob es jetzt unsere Lieder sind oder ein Cover, wie auch immer. Mir macht Akustik sehr viel Spaß.

Ron: Definitiv.

20 Jahre. Fast ein Vierteljahrhundert Bandgeschichte – gab es da irgendwann mal den Punkt an dem der Gedanke da war, die Band aufzulösen?

Ines: Wir haben uns mal aufgelöst! Das war 1996, ich glaube für drei Monate.

Ron: Da war ich noch nicht dabei, da war ich also nicht schuld dran.

Lachen.

Ines: Wie war das denn noch mal? Ich muss überlegen…Das war im Sommer, da muss ich Andi und Sammy fragen.. Ich weiß gar nicht mehr genau. Ich glaube, da war ein anderer Mann das Problem. Ein anderer Freund! Die Freundschaft kam da so ein bisschen in die Quere, glaube ich. Wie war das denn noch mal? Oh Gott…

Hattest du keine Zeit mehr für die Band?

Ines: Ich? Ich nicht!! Ich war es nicht! Ne, ne ein Mann unter den Männerfreundschaften. Da kam eine andere Männerfreundschaft dazu, glaube ich. Da war dann irgendwie alles blöd und es waren Sommerferien und da haben wir uns dann mal für drei Monate getrennt. Andi und ich haben mal versucht alleine Offspring zu covern, ja das muss so 95 oder 96 gewesen sein. Aber dann haben wir irgendwann wieder gesagt: „Och nö, komm wir machen alle wieder zusammen Musik.“ Also Sammy, Andi und ich. Da muss ich die Jungs wirklich noch einmal genauer fragen, das kriege ich gar nicht mehr so zusammen.

Aber das spricht ja im Prinzip für euch und den Zusammenhalt innerhalb der Band.

Ines: Das stimmt, das stimmt. Man hat doch sehr schnell gemerkt, dass man sich vermisst und die Freundschaft generell irgendwie auch. Aber ansonsten so ernsthaft nachgedacht, glaube ich nicht…

Ron: Also klar, im Suff irgendwo auf irgendeiner Brücke in was weiß ich, nicht wo. Wo man dann „booaaah eeh scheiße“ und sich gegenseitig die Biere an den Kopf wirft. „Mir reichts…nee ich will nicht mehr…“ – das gibt es auch, aber deswegen werden ja keine Ehen geschieden.

Ines: Zu einer Freundschaft gehört ja auch Streit.

Ron: Genau…und das Versöhnen ist ja immer das Schönste, ne?

Ines: Ich rede auch zwischen Normalen! Perversling! (lacht) Mann, ey…!

Zum Abschluss eurer Konzerte wird seit Jahren immer „Don’t Stop believing“ von Journey eingespielt. Wie kam es dazu, gibt es dazu eine Geschichte?

Ines: Sopranos. Ganz einfach. Ich hoffe nicht, dass ich jetzt etwas verrate, falls einige Leute noch nicht das Ende gesehen haben. Nein bei den Sopranos..also eigentlich verrate ich ja nicht viel. Aber an alle die jetzt nicht wissen möchten, wie Sopranos ausgehen, die sollten ab jetzt bitte überlesen…(SPOILER-Alarm). Es war eigentlich zu der Zeit als ich mit meinem Mann zusammengekommen bin, da haben wir Sopranos geguckt und  wie gesagt, bei der letzten Folge läuft das letzte Lied „Don’t stop believing“ und Marcel drehte sich so zu mir und meinte: „Ey das ist so ein geiles Lied, das solltet ihr als Outro laufen lassen.“. Wir haben dann auch im Proberaum darüber gesprochen und wir fanden alle das Lied so geil und es eine gute Idee.

Das gehört ja jetzt auch so zu euch das Lied. Die Verbindung ist einfach da. Man freut sich ja schon zu Beginn des Konzerts fast schon..

Ron: Ja, hoffentlich ist das Konzert bald vorbei. (lacht)

Ines: Ja, das ist doch ein gutes Lied. Ich denke jedes Mal auch: „Puuh, jetzt freue ich mich..wir haben es geschafft. Es ist alles gut gegangen, es ist nichts passiert auf der Bühne“.

Ron: Das Lied gibt noch mal einen schönen Abschluss. Besser als wenn auf einmal spontan das Hallenlicht angeht und Schluss ist.

Welchen Gin empfehlt ihr eigentlich für eure Gurkenlimonade? Gehen da die Geschmäcker innerhalb der Band auseinander?

Ron: Unser Haus und Hof-Gin, den wir immer trinken ist halt der Hendricks. Der ist halt der einzig wahre mit der Gurke.

Ines: Ja, man hatte auch mal mehrere durchprobiert. Ich glaube, Monkey war auch mal…

Ron: Der ist aber sehr kräuterig…

Ines: Ja..sehr harzig irgendwie..Dann haben wir jetzt letztens, wir hatten ja dieses nette Wohnzimmerkonzert mal versteigert und waren vor einem halben Jahr  da…Ja und von diesen zwei lieben Menschen haben wir aus dem Harz? War das im Harz?

Ron: Nee, das ist bei Sachsen…

War das nicht Annaberg?

Ines: Ach ja genau!

Ron: Annaberg-Buchholz. Ja, das ist Sachsen, fast tschechische Grenze.

Ines: Auf jeden Fall haben wir einen Gin aus Sachsen bekommen, den haben wir bisher noch nicht getestet aber wir testen mal so alles durch. Der Hauswein, äh Gin (lacht) ist schon der Hendricks, auf jeden Fall.

Ron: Den kann man auch überall empfehlen..

Ines: Das ist aber auch der einzige, den man mit Gurke trinkt. Alle anderen sind eigentlich nicht dafür da. Der Hendricks wird auch irgendwie mit Gurke hergestellt oder keine Ahnung, weiß nicht genau.

Ich glaube, Bombay geht dann auch mehr in die Limetten-Richtung.

Ines: Genau, richtig..

Ron: Das ist mehr zitroniger. Es gibt glaube ich, noch einen von Tanqueray den man auch mit Gurke…

Ines: Stimmt, stimmt..aber so eigentlich…

Ron: ..ich erinnere mich da an irgendeine Aftershow-Party, wo mir das irgendeiner erzählt hat…

Ines:… es gibt doch auch so einen Orangenen..oder?

Ron: Ja, aber das ist der Safran-Gin, den wir mal bekommen haben..

Ines: Ach ja, stimmt..

Ron: Den trinkt man dann wiederum nicht mit Tonic sondern mit Ginger Ale.

Ines: Ginger Ale? Ah, okay. Wer Gurke mag, der sollte..

..zum Hendricks greifen…

Ines: ..um auf den Punkt zu kommen, richtig! (lacht)

Aber Ron, hast du nicht immer lieber Cuba Libre getrunken? War da nicht was, das du Gin gar nicht so magst? Ich erinnere mich da an irgendwas mal auf einer Party..

Ron: Ne, das war vor der Ginzeit!

Ines: Bei Cuba Libre bin ich auf jeden Fall dabei!

Ron: Jetzt sind wir in der Gin-Ära. (lacht)

Ines: Jaaa…aber langsam wechsele ich wieder zu Cuba Libre, weil Gin wird langsam so ein bisschen „uuuaaah“.

Ron: Vielleicht ist es ja auch so, wenn jetzt die „Noir“-Tour vorbei ist, finden wir ja ein neues Getränk. Wer weiß?

Broilers ohne Gin ist jetzt aber genauso wenig vorstellbar, wie ohne „Journey“..

Ron: Man  braucht aber immer mal was zum Wechseln! Das wäre vielleicht mal nicht schlecht..

Ich weiß ja nicht, wie viele Teenies ihr jetzt schon zur Gurkenlimonade schon verführt habt…

Ines: Vielleicht sollten wir mal gesponsert werden von denen..

Letzte Frage: Wie sehen eure Pläne für 2015 aus? Was können wir erwarten?

Ines: Also um es jetzt mal aus dem privaten Kästchen zu erzählen, sind wir erst einmal faul im Januar. Wir werden uns ein bisschen ausruhen. Dann werden wir uns im Proberaum treffen und gemütlich essen gehen und alles noch mal so ein bisschen ausklingen lassen. Dann machen wir den Proberaum auch mal wieder schön, der sieht nämlich echt ömmelig aus. Also aufräumen und dann werden wir auch wieder anfangen uns im Proberaum mal wieder einzuschließen und ein bisschen kreativ zu sein. Ich schätze, dann ist auch schon wieder Sommer, also soweit sind wir dann schon (lacht). Eigentlich steht nächstes Jahr also was jetzt Broilers betrifft, erst mal nur die Festivals an und Arbeiten an neuen Sachen.

Ron: Einfach mal wieder an neuem Material arbeiten, was ja auch Spaß macht. Wie Ines schon irgendwo bei einer Frage sagte: „Wein aufmachen, dann ist man kreativer!“ (lacht) Aber da freuen wir uns drauf.

Ines: Ja, das steht erst mal an. Ein bisschen ruhiger was Live-Sachen betrifft und an neuen Sachen arbeiten.

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