Review: Bombshell Rocks – Generation Tranqualized

November 19th, 2014 | By Redaktion

CD Review: Bombshell Rocks – Generation Tranqualized 

bombshellrocksDer Klang von angeschlagenen, langen nachklingenden Gitarrensaiten, plötzlich einsetzende Drums und schon nach wenigen Sekunden ist man mittendrin und es erfasst einen die Energie vom neuen Bombshell Rocks Album. Denn so heißt einen dessen Opener willkommen und zeigt: Die fünf Jungs aus Västerås, Schweden sind zurück und das sogar endlich wieder in ihrer vollen Originalbesetzung. Nachdem Sänger Mårten Cedergran 2003 die Band verließ, veröffentlichten Bombshell Rocks 2005 nur noch zu viert ihr bis dato letztes Album „The Conclusion“. Auf diesem Album übernahmen die Gitarristen Christian Määttä and Richard Andersson den Gesang des fehlenden Frontmanns. 2012 kehrte Cedergran jedoch überraschend wieder in die Band zurück und seitdem sind die Jungs wieder in der Originalbesetzung on the road, wo ich sie bereits diesen Sommer bestens gelaunt im Vorprogramm meiner Lieblingsdüsseldorfer, den Broilers, live erleben durfte. Nach der EP „Scars & Tattoos“ zu Beginn dieses Jahres, erscheint nun nach elf Jahren am 28.11.2014 der erste neue Longplayer der Band „Generation Tranqualized“ in Originalbesetzung mit allen fünf Bandmitgliedern.

Große Erwartungen mit denen die Fans der Schweden dieses Album ersehnen dürften. Ob diese erfüllt werden, muss natürlich jeder für sich selbst beurteilen, denn gerade Fans sind ja oft die größten Kritiker. Ich für mich habe aber auf jeden Fall ein Punkrock Album entdeckt, was ordentlich Spaß macht und mich überzeugt. Ein Album, gemacht für ein paar Bierchen mit Freunden in der Sonne oder eine sommerliche Autofahrt mit heruntergelassenem Fenster. Ein lupenreines Sommeralbum mitten im November – Punkrock aus Skandinavien im kalifornischen Stil à la Social Distortion. Klingt widersprüchlich, weiß aber zu begeistern.

Insgesamt 12 Songs sind auf dem Album vertreten, die allesamt temporeich daherkommen, einige Ohrwürmer zu bieten haben und definitiv gute Laune verbreiten. Wie bereits erwähnt, fühlt man sich hier und da an Social Distortion erinnert, aber auch der Seventies Sound der Ramones oder The Clash klingt ab und zu durch. Und es ist durchaus als ein Kompliment an eine Band zu sehen, wenn man sich bei einigen Songs an die ganz Großen erinnert fühlt.

Der Opener „One Shot“ ist ein sehr schneller und mit 1:40 min. auch sehr kurzer, aber dafür energiegeladener Song. Perfekter Opener halt. Darauf folgt „Poison Radio“, dessen Refrain schnell im Ohr hängenbleibt. Sehr gelungenes Gitarrenintro. Als dritte Nummer ist die Vorabsingle „Without Destination“ zu finden (http://www.youtube.com/watch?v=9plArc_acsQ). Dieser Song war auf Anhieb mein Favorit des Albums, der mich sofort gepackt hat und mitwippen ließ. Bereits nach dem zweiten Hören hatte ich während des Refrains jedes Mal ein breites Grinsen im Gesicht und musste mir den Song mehrere Male hintereinander anhören.

Ebenfalls ein absoluter Anspieltipp und sogleich mein zweiter Favorit ist der Track „This Time Around“ mit einem großartigen Refrain („Sometimes you need a good punch in the chin just to wake up. But this time around, I’ll be the one throwing punches. I’ll be the one standing up.”), der gleich den Einstieg in den Song darstellt. Aber auch die Songs „Glow is Fading“, „Sick Town“ und „Southbound“ gehen einem so schnell nicht mehr aus dem Ohr. Einen würdigen Abschluss des Albums bildet dann der hymnenartige Song „One Vision“.

Zwar ist das Album mit nur etwa 33 Minuten etwas kurz geraten, allerdings ist es für ein gutes Punkrockalbum gar nicht unüblich und verwerflich mit knackigen 2-Minuten-Songs durchgängig Vollgas zu geben. Wer später bremst ist eben länger schnell. Die Kürze der Songs schmälert keineswegs deren Qualität. Die Lieder sind größtenteils sehr refrainlastig, was den Vorteil hat, dass man die meisten Titel bereits nach dem dritten Hören mitsingen kann. Bei mir läuft das Album aktuell in Dauerschleife und entfaltet sich bei jedem Durchgang weiter.

Fans von Social Distortion, Bad Religion, Blink 182, Anti Flag oder generell von gutem Punkrock sollten auf jeden Fall mal reinhören. Das was Bombshell Rocks hier abgeliefert haben, lässt im grauen November die Sonne scheinen. Es ist der perfekte Start ins Jahr 2015, übrigens das 20jährige Jubiläum der Band, indem sie ausgiebig live unter Beweis stellen werden, dass sie wieder da sind und sicherlich noch einiges von ihnen hören wird.

von Jan M.

Tracklist:

1. One Shot
2. Poison Radio
3. Without Destination
4. Shine Some Light
5. This Time Around
6. Glow Is Fading
7. Sick Town
8. Generation Tranqualized
9. Scars & Tattoos
10. Southbound
11. New Journey
12. One Vision

Label: Panic & Action / Soulfood

Release: 28.11.2014

Spieldauer: 33:02 Min.

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