Live Review: Open Flair: 06.08. – 10.08.2014

August 19th, 2014 | By Redaktion

von Kevin Supper

Dieses Jahr war das 30-Jährige bestehen des Open Flairs. Grund genug dort vorbeizuschauen und die MfSFahne hochzuhalten. Das äußerst sympathische Festival in Eschwege (Hessen) überzeugt durch Charme und das Jahr für Jahr starke Line Up. Die familiäre Atmosphäre  ist auch dieses Jahr deutlich spürbar.  Hierbei sei besonders  zu erwähnen, dass hinter diesem Festival kein Veranstalter steht sondern ein gemeinnütziger Verein und somit jeder ehrenamtlich arbeitet. Großen Respekt!

Nachdem Mittwoch und Donnerstag für Campingplatzerkundungstour und das eine oder andere Kreislaufanregende Getränk drauf gingen, ist Freitag endlich Festivalauftakt! Die Sonne meinte es gut mit den Festivalbesuchern, denn bereits morgens knallte sie derart auf Eschwege herab, sodass es fast nur im Schatten erträglich war. Nichts destotrotz war die erste Band, die ich mir anschaute Fiddlers Green auf der Hauptbühne, die mit ihrem Folkrock die Masse zum Tanzen und feiern brachte. Das Publikum war begeistert, starker Auftritt!

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credits: Kevin Supper

Die nächste Band war insgeheim der eigentliche Hauptgrund nach Eschwege zu reisen. Unsere geliebten und sympathischen Düsseldorfer: Broilers. Wo auch immer ich sie dieses Jahr bei meinen zwanzig Konzerten gesehen habe, sie lösen immer eine Begeisterung aus und setzen eine Energie frei die nicht alltäglich ist. Die gelbe Kugel brannte, die Broilers tischten auf und das Open Flair fraß ihnen aus der Hand! Ein Feuerwerk aus der Hitkiste („Zurück zum Beton“, „Zurück in Schwarz“, „In 80 Tagen um die Welt“, „Tanzt du noch einmal…“) brachte die Masse zu Beginn, an dem ohnehin heißen Sommertag, ordentlich zum Schwitzen. Sammy zeigte seine bekannten Entertainer-Qualitäten und meinte „Das geht hier alles nur zusammen!“ Als Dank gab’s Pogo, klatschende Hände und singendes Publikum bis zum Umfallen. Für mich immer ein Highlight: „Wo es hingeht“  mit einer hüpfenden Masse. Den Schluss machten das unkaputtbare „Meine Sache“ und die musikalische „Blume“. So wurde das OF in den Abend entlassen. Die Broilers lieben das Open Flair und das Open Flair liebt die Broilers.

Nächster Act auf der gleichen Bühne war Casper!  Ich habe ihn bereits auf seiner diesjährigen Tour live gesehen und war völlig begeistert. Casper & Band liefern einfach einen grandiosen Auftritt ab. Der gutgelaunte Casper hatte das Publikum fest im Griff und freute sich über den ganzen Zuspruch, auch abseits der dauerkreischenden Mädchen, haha! Persönliche Highlights: „Im Ascheregen“, „Auf und davon“, „20qm“ und „BGS“ von The Buttocks (Punkklassiker!!!)

Boysetsfire

Boysetsfire credits: Kevin Supper

Freitagsabschluss war auf der gegenüberstehenden Freibühne Dave Hause, der seinem Ruf als Top-Musiker alle Ehre machte und mit seiner genialen Stimme und witzigen Ansagen mich total überzeugte. Ein besonderes Highlight war als er einen kleinen Jungen am Bühnenrand aufforderte einen Crowdsurf zu machen. Das wird dem Jungen bestimmt lange in Erinnerung bleiben. 🙂

Samstag standen zuerst die Rogers auf dem Programm, die Punkband aus Düsseldorf konnte das Publikum am frühen Mittag zum Mitmachen bewegen und zeigten einen ganz ordentlichen Auftritt. Nächste Band war Boysetsfire. Da ich sie bisher weder gesehen, noch gehört hatte, waren meine Erwartungen gering, aber was ich das aber zuhören bekam flashte mich richtig! Ganz starker Auftritt mit einem charismatischen Frontmann. Danke für den Tipp an Sarah!

Als Nächstes stand wieder die Punkhochburg Düsseldorf auf dem Programmpunkt. Massendefekt gab sich auf der Seebühne bei herrlichem Ambiente die Ehre. Die Jungs spielten die meisten Songs von ihrem zuletzt erschienen „Zwischen Gleich und Anders“ Album und mit „Mr. Vain“ und „Bro Hymn“ zwei Cover wie sie anders nicht sein konnten! Top!

Massendefekt

Massendefekt credits: Kevin Supper

Dann erwartete mich auf der Hauptbühne (Hr3) SKA-P und es durfte das Tanzbein geschwungen werden. Die Spanier feierten eine rauschende Party und es wurde ein Ska-Circle-Pit im Publikum inszeniert, was hatten wir Spaß! Anschließend schaute ich mir noch SEEED an. Die Berliner beeindrucken zunächst mit ihrer Big Band, die die Bühne komplett ausfüllte. Die Tanzschritte und die Performance wirkten für mich aber zu sehr durchdacht und einstudiert und so hakte ich den Auftritt als „ganz nett“ ab. Die letzte Band am Samstag war für mich auf der Seebühne Steel Panther, die mit ihrer ironischen Verneigung vor 80er-Jahre-Hair-Metal-Bands für einige Lacher sorgten. Da wurde das Klischee Sex, Drugs & Rock’n’ Roll wahrlich gelebt. Ihre Ansagen bewegten sich unterhalb der Gürtellinie doch das erwartete man schlussendlich von ihnen. Für mich ein sehr gelungener Auftritt, ihres ersten Open Flair Besuchs.

Sonntag. Eschwege meets Frankfurt. Wirtz stand auf der Hauptbühne. Nachdem ich auf seiner Unplugged-Tour dieses Jahr war, freute ich mich besonders wieder elektrische und verzerrte Gitarren aus dem Hause Wirtz zu hören. Er hatte das OF gut im Griff und das Publikum zeigte sich begeistert. Ein Highlight war „Siehst du mich“ mit einem verlängerten Mittelteil in dem Keile aus seiner Klampfe alles rausholte und für sein sensationelles Gitarrensolo großen Applaus erntete.

Wirtz

Wirtz credits: Kevin Supper

Danach sollte Frank Turner ganz oben auf der To-do Liste stehen, wenn nicht Petrus kurz vor seinem Auftritt die Pläne durchkreuzte! Es schüttete wie aus Eimern. Oberstes Ziel ein trockenes Plätzchen suchen. Währenddessen standen die Bühnen auf dem OF still, bis sich der Regen einigermaßen beruhigt hatte. Als dies geschah betrat Frank Turner & The Sleeping Souls die Bühne. Trotz der mehr als bescheidenen Wetterverhältnisse und Pfützen, fast so groß wie Schwimmbecken und Matschfeldern, stand das OF nicht still. Es wurde getanzt, mitgesungen und so zeigte sich Petrus gnädig und sogar der eine oder andere Sonnenstrahl drang durch. In diesem Sinne danke Frank Turner & Band für den super Auftritt.

Final sollte der letzte Hauptact auf dem Zettel stehen: Rise Against. Doch der immer wiederkehrende Regenschauer und die völlig durchnässte Kleidung trieb uns zur Entscheidung schweren Herzens zum Campingplatz zurück zukehren. Am nächsten Morgen kurz vor Abreise beobachtete ich wie eine Vielzahl von Autos aus dem Matsch mit Traktoren befreit werden musste.

Am Schluss bleibt zu sagen das 5 Tage Festival seeeehr anstrengend doch definitiv lohnenswert waren. DANKE OPEN FLAIR! Du warst definitiv die Reise wert!

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