BO-Guerilla Aktion

Juli 21st, 2014 | By Sarah

BO-Guerilla Aktion
(veröffentlicht auf onkelz.de am 18.02.2002)

Mit dieser Aktion möchten wir auf die unhaltbare Situation im deutschen Fernsehen aufmerksam machen, auf die nicht mehr zu ertragende Meinungsmache und den perfiden Trendterror, mit dem wir täglich überschüttet werden. Ist das Fernsehen ein Spiegelbild der Gesellschaft?

Wenn dem so ist, dann steht es schlecht um uns. Die Realität imitiert inzwischen das Fernsehen und dieser Zustand ist bedenklich. Die Sender bestimmen, gelenkt von finanziellen Interessen, was wir zu hören, wie wir uns zu kleiden und zu verhalten haben. Eine schleichende Indoktrination, die mit Hilfe von geschickten Marketingstrategien aus jedem aufgeweckten Menschen früher oder später einen gleichgeschalteten, denkfaulen und komsumgeilen Zombie macht. Auch und gerade die Mode-und Musikindustrie investiert Millionen in diesen Markt und macht sich mitschuldig an der geistigen Verarmung unserer Gesellschaft. Gecastete und gehypte Boy-und Retortenbands blockieren die Charts. Musiker und Künstler sind zu fast 100%abhängig von der Akzeptanz der Medien. Wie viel Sympathie aber, kann man für die Medien empfinden? Wieviel Sympathie kann man für etwas empfinden, das sich einer Lüge verschrieben hat, sich an sie kuschelt, und ihr den Arsch küsst?
Unsere einzige Funktion besteht mittlerweile darin, zu essen, zu scheißen und Fernsehen zu gucken. Man hat sich mit Abhängigkeiten umgeben, die keine ehrliche Meinung mehr zulassen. Diese kontinuierliche Verblödung und Verdummung ist ein schleichender Prozess und das Ausmaß hat groteske Dimensionen angenommen. Die Gewalt der unmerklichen Einflüsse, prasselt täglich, in Form von unerträglichen TV-Soaps und Reality TV Shows, Container Voyeurismus, Game Shows, Selbstdarstellungs-und Betroffenheits-Talkshows auf uns ein. Unbedeutende, dumme Menschen äußern sich zu unbedeutenden, dummen Themen. Unsere Gesellschaft fürchtet sich vor allem, was nicht einfach stillsitzt und für ein offizielles Porträt der Realität posiert. Mit anderen Worten, es gibt eine ganze Menge vor dem wir uns fürchten könnten. Vermutlich ist das der Grund, warum die meisten Menschen lieber nicht über ihren Tellerrand, sondern in den Fernseher gucken. Es ist ihnen hoffentlich nicht entgangen, dass wir die ultimative Störung darstellen.

Ihre Onkelz
München, 18.Februar 2002

Hinterfragt alles und glaubt nichts.

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