Der W live in Stuttgart: Der Regen weicht der Familie Weidner

Mai 4th, 2013 | By Sarah

Wir schreiben Samstag den 04. Mai. Nun ist es also soweit, das letzte Konzert der Tour steht heute für mich an. Ein wenig wehmütig aber voller Freude denke ich kurz an die vergangen Wochen zurück. Berlin, Hamburg, Frankfurt und was da noch so alles auf dem Plan stand. Und heute soll es schon vorbei sein? Ein wenig traurig macht es mich ja schon, denn schließlich sind es nicht nur die Konzerte an sich, sondern auch die vielen tollen Menschen die man auf Tour wieder trifft. Die Traurigkeit weicht aber schnell der Vorfreude auf den heutigen Abend. Stuttgart war ja bekanntlich bisher immer eine Stadt auf die man sich stimmungstechnisch verlassen konnte.

Ich werfe meine Kamera und mich ins Auto und begebe mich in Richtung Autobahn nach Stuttgart. Keine Ausflüge, keine Umwege, kein Hotel. Der Weg führt direkt zum LKA. Heute etwas früher als sonst, denn für uns steht noch ein kurzer Interview Termin an. Als Sarah und ich gegen 16:30 an der Halle ankommen machen wir uns erst einmal zu einer kleinen Begrüßungsrunde auf. Vor dem Einlass stehen auch schon die Ersten “Die Hards” um sich, trotz des noch anhaltenden Regens, Ihren Platz ganz vorne zu sichern. Ich bin bei jedem Mal wieder erstaunt, was die Leute alles über sich ergehen lassen nur um ganz vorne zu stehen. Respekt!
Wir reden reden also noch kurz mit ein Paar der Anwesenden über die vergangen Tage und machen uns dann auch schon bald auf um die Location für das Interview zu checken. Noch im Ungewissen wo das Interview denn nun letztendlich stattfinden soll, wählen wir den großen Vorraum des Backstagebereiches um die Technik zu checken und einen ersten Schlachtplan zu entwerfen. Der von Konzertpostern tapezierte Raum sollte uns da einige Möglichkeiten bieten. Wir nutzen die noch verbleibende Zeit, um mit der Crew und einigen Bandenmitgliedern zu reden, bevor dann auch ein sichtlich gut gelaunter Stephan dazu stößt, um uns zusammen mit Dirk Rede und Antwort zu stehen. Die Sterne stehen gut, denn wir sind vorbereitet und die Eintracht hat gewonnen, was sowohl bei uns als auch bei Stephan zu sichtlich guter Laune beigetragen hat. Dementsprechend locker verläuft auch das Interview. Die Zeit vergeht wie im Flug und der Band bleibt nicht viel Zeit, insbesondere Stephan und Dirk nicht, die sich ja gerade erst aus dem Sichtfeld unserer Kamera bewegt haben. Denn es steht direkt der nächste Termin an. Meeeeeet and Greeeeeeet! Die Fans werden von Stefan Kempe in den Backstagebereich geleitet um dort mit der Band einen paar Worte zu wechseln, Fotos zu machen und allerhand W-Stuff unterschreiben zu lassen. Eine Aktion die sich auf jeden Fall lohnt, denn den Fans macht es sichtlich Freude.

Viel Zeit, um mir das Treiben rund um das Meet and Greet anzuschauen bleibt nicht, denn die Vorbereitungen für den Fotograben mussten noch getroffen werden. Da steht die Wahl des Objektivs, es mussten Einstellungen geprüft und der Graben an sich gecheckt werden. Man will ja schließlich nicht unvorbereitet Fotos schießen. Pünktlich um 20:00 Uhr geht es dann auch schon los. Dunderbeist betreten die Bühne und heizen die Menge mit Ihrem, von Sarah so liebevoll genannten “Battle-Metal” schon mal ordentlich ein. Man merkt hier schon, Stuttgart hat Bock heute. Dunderbeist gehören musikalisch sicherlich nicht zu dem favorisierten Genre des gemeinen W-Fans, doch wissen die Jungs durch ihr Können und ihre Qualitäten die Menge schon ordentlich zu begeistern. Das gefällt, und macht Spaß! Im fast ausverkauften Haus wird schon gut gefeiert und sich warm gemacht, was sich auch schnell auf die Temperatur in der Halle auswirkt. Es verspricht ein sehr warmer Abend zu werden. Um 20:45 Uhr ist das Set vorbei und der Umbau beginnt, während sich Dunderbeist bei gebührendem Applaus verabschieden. Wie ich finde eine sehr gute Wahl als Support-Act, wenn auch aus einem ganz anderen Genre stammend. Das macht es für mich aber auch gerade so interessant.

Ich nutze die Zeit des Umbaus, um vor der Tür noch schnell meinem Laster nachzugehen und durfte mit Erfreuen feststellen, dass auch das Wetter nun besser geworden ist. Der Regen musste einem fast wolkenlosen Himmel mit Sonnenschein weichen und sollte erst zu einem späteren Zeitpunkt in der Halle wieder einsetzen. Dazu komme ich aber noch.

Es ist soweit, Henning, Dirk, JC, und Stephan stehen in den Startlöchern und machen sich so langsam warm für die Show. Ich mache mich währenddessen auf in den Graben. Man merkt jetzt auch langsam die Spannung im Publikum. Die obligatorischen “Stephan Weidner” Rufe schallen durchs LKA und den ersten Reihen sieht man deutlich an, dass sie es kaum erwarten können. Ich bringe mich also in Stellung, um die ersten 3 Lieder auf Bild festhalten zu können. In Stellung bringen ist hierbei auch das richtige Wort, denn der Graben bietet nicht viel Platz für schnelle Stellungswechsel.

Aber zurück zum Wesentlichen, dem W., der Band den Weidnern. Dirk, Henning und JC Weidner betreten unter lautem Jubel die Bühne zum Intro. Der Jubel und die lautstarke Freude der Fans steigert sich nochmal um einige Dezibel als auch Stephan die Bühne zu “Operation Transformation” betritt. Es wurde nicht zuviel erwartet, denn Stuttgart zeigt wirklich nochmal, dass Sie ein feierfreudiges Volk sind. Manchmal sogar ein wenig zu feierfreudig, denn Stephan hatte das ein oder andere Mal damit zu kämpfen, seine Ansprachen zwischen den Songs zu platzieren. So musste der ein oder andere Fan kurz getadelt werden und an den “Respekt vor Erwachsenen” erinnert werden. Alles in Allem aber kein Problem und so wurde es ein richtig gutes Konzert. Stuttgart hat hier keineswegs enttäuscht.

Warum aber habe ich ein Paar Zeilen zuvor von “Weidnern” gesprochen? Tippfehler? Nein! Dies ist einer fixen des Herrn am Gesang geschuldet. Bei den vielen “Stephan Weidner” Chören kam dem Front-Weidner die Idee, “den Rest der Band zu adoptieren”, denn so könne man mit den “Weidner” rufen vielleicht auch viel besser leben. Das ist es aber auch was man hier auf der Bühne zu sehen bekommt, eine Einheit die schon fast einer Familie gleicht. Das scheint auch beim Publikum so anzukommen. Stephan erkennt es schon vorweg und redet von dem Gefühl, dass die Leute nunmehr nicht nur wegen einem Ex-Onkel, sondern wegen der Band “Der W” kommen. Das hat sich für mich auch bei dem zum Schluss einsetzenden “Regen” gezeigt. Hatte man zu Anfang der Tour noch das Gefühl, dies wäre der am stärksten gefeierte Song, musste auch ich an diesem Abend freudig feststellen, dass dem nicht mehr so zu sein scheint. Regen ist sicherlich eines der Highlights im Publikum, hat aber gefühlt keinen Schwerpunkt mehr in der Stimmungsskala. So ist es schön zu sehen, dass mehr “Der W” als Band und nicht mehr der Ex-Onkel hier im Fokus steht. Mit diesem Song verabschiedet die Band die Stuttgarter Fans dann auch in die Nacht.
Ein wirklich gelungener Abend und man wird sicherlich gerne wiederkommen. Das Gleiche gilt selbstverständlich auch für mich! Ich packe also langsam meine Sachen zusammen und mache mich zusammen mit Sarah auf, um allen auf Wiedersehen zu sagen bevor Crew und Band sich auf den Weg nach Oberhausen machen.

Das war es von mir aus Stuttgart und Meinem Teil der Tour. Somit verabschiede ich mich in die Nacht, mache mich auf den Heimweg und zurück in den Alltag, während der Tourbus noch ein Paar Tage weiter rollt.

Tobias Stark

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