On Tour with D-A-D 2012 – Part I

Juni 17th, 2012 | By Sarah

Ich fand den Kopenhagen-Vierer ja schon damals auf dem Vaya con Tioz gut, als sie als Support-Act für die Onkelz fungierten, spätestens seit ihrer Teilnahme an der ersten Der W Tour im Jahr 2009 war ich dann aber endgültig infiziert von D-A-D. So war es natürlich klar, dass ich mir die Jungs auf ihrer Europa-Tournee 2012 das ein oder andere Mal anschauen würde.

Da ich schon vergangenes Jahr D-A-D auf einem Festival in Kopenhagen erleben durfte, wollte ich unbedingt ein Konzert der Jungs in ihrer Heimat miterleben und da bot sich das erste Konzert der Europa-Tour an – Esbjerg, West-Dänemark. Deklariert als Club-Show und somit ein Warm-Up für die Jungs, bevor es auf die große Reise durch etliche Länder gehen sollte.

Ich war ziemlich beeindruckt von der Venue in Esbjerg. Ziemlich schick von außen, strahlte das „Tobakken“ und auch innen war die Location wahrlich nicht von schlechten Eltern. In Kombination mit einem Restaurant, konnten die Gäste auch von höher gelegenen „Etagen“ Einblick auf die Bühne haben. Ich zog es natürlich vor mich direkt vor der Bühne in dänischen Menschenmassen aufzuhalten, schließlich wollte ich testen, wie sehr die heimischen Fans D-A-D abfeiern würden. Mit 1500 Menschen war die Show ausverkauft und so viele Menschen hatte ich persönlich ja bei D-A-D noch nie erlebt, wenn man daran denkt, dass die Jungs in Deutschland vor höchstens 800 Mann spielen.

Das Licht ging aus und das Bühnenbild, die neue D-A-D -Flagge erleuchtete in blauem Licht und dann kamen sie raus. Jesper, Jacob, Stig und Laust. Sofort ging es los mit dem neuen Opener „A new age is moving in“ und dieser wurde gleich auf Live-Tauglichkeit getestet. Esbjerg rockte los und schrie sich die Kehle aus dem Leib. Ab und an vermutete ich schon einen leichten Hörsturz, da sich manche Fans hinter mir gar nicht beruhigen ließen und ordentlich Stimmung machten. Da mein dänisch leider nicht so gut ist, verstand ich nicht alles was Jesper dem Publikum erzählte, aber die wichtigsten Wörter wie „for fanden i helvede“, „søde mennesker“ oder „tak for i aften“ verstand ich auch ohne dänischer Native-Speaker zu sein. Ich war wirklich von Esbjerg geflasht und freut mich auf zwei Tage später Rock’n’Roll in Frankfurt.

In der Batschkapp fühlten sich die Jungs richtig zu Hause und Jesper erklärte mehrmals auf der Bühne, dass Frankfurt für sie wie eine zweite Heimat geworden sei. Das liegt sicherlich an der Zusammenarbeit mit 3R und der Nutzung des Studio23 und ich bin wirklich happy, dass die Jungs eine neue Liebe zu Deutschland aufbauen. Beim Konzert an sich, lief es nicht ganz so optimal. Die Gitarre von Jacob war verstimmt und das gleich beim ersten Lied. Nichts ging mehr. Jacobs Backliner Kasper musste erneut die Gitarre stimmen und auch Jacob legte noch mal Hand an. In der Zeit versuchte Jesper mit ein paar wackligen deutschen Sprüchen die Zuschauer bei Laune zu halten, was ihm bestens gelang. „Frankfurt? Stimmung?“ war in diesem Falle ziemlich doppeldeutig und brachten D-A-D einige Lacher.

Auch die neue Single „I want what she’s got“ kam gut in Frankfurt an. Kurzerhand änderte Jesper Binzer den Slogan in „We want what Laust got“ und studierte mit dem Publikum einen schallenden Gesang ein, der sich je krasser das Schlagzeugspiel von Laust Sonne steigerte, umso lauter wurde. In Ekstase rannte Jesper über die Bühne und transportierte „dänisches Talent“ ins Publikum und „ganz viel Liebe“ von den Zuschauern an Laust zurück. Ein netter Dialog in Frankfurt war:

Jesper: „Laust, du hast Freunde in Frankfurt!“
Laust: „Ja viele!“
Jesper: „Was hast du gemacht in Frankfurt, Laust?“
Laust: „Viele Dinge!“

Und das wollen wir auch gar nicht so im Detail wissen. 😉

Nach der Show sah ich die Jungs noch kurz wie sie ihr Gepäck im Bus verstauten. Auch dieses Mal schliefen die Jungs in ihrem Nightliner auf engstem Raum. Die Dänen sind wirklich einiges gewohnt und sehr down to earth, was sie sehr sympathisch macht. Ich unterhielt mich noch eine Weile mit Troels, dem Tourmanager von D-A-D und testete mein brüchiges dänisch an Jesper aus. Es fiel ihm auf, dass ich auch schon in Esbjerg gewesen war und er konnte es so gar nicht glauben, dass neben Frankfurt noch weitere D-A-D -Konzerte auf meinem Plan standen. „Wow..den koster mange penge…“ antwortete er, was so viel wie „..das kostet ja richtig viel Geld…“ bedeutete. Gerührt von so viel Herzblut-Support instruierte er kurzerhand seine Crew und lud mich für die restlichen Deutschland-Konzerte ein. Da war ich dann kurz sprachlos und konnte mich gar nicht auf dänisch für so viel Herzlichkeit bedanken.

Zwei Tage später in Ludwigsburg hatte ich die Chance den Soundcheck der Jungs mitzuerleben. Sie spielten „Girl Nation“, weil sie bei diesem Song alle ihre Instrumente perfekt testen können, wie sie erzählten. Die Bühne in Ludwigsburg war jedoch ein Witz. Kurzerhand schickte der Veranstalter die Band von der großen Halle in einen kleinen Raum unters Dach, der vielleicht für 200 Leute Platz hatte. Dementsprechend wenig Stauraum bot die Bühne, aber die Jungs werden ja nie unfreundlich und nahmen alles professionell auf. Hauptsache die Show stimmte und die hatte es in sich in Ludwigsburg.

Kurzerhand entschied sich Stig auf den Song „Reconstrucdead“ zu verzichten, obwohl Kollege Jacob die passende Gitarre schon um hatte. Aber ein Kopfschütteln des schillernden Bassisten sagte mehr als 1000 Worte. Jacob musste seine Gitarre austauschen und die Band stieg mit „Riding with Sue“ ein, indem Bassist Stig die Leadvocals hat. Während des letzten Liedes, was traditionell „It’s after dark“ ist, verschwand Jacob Binzer aufeinmal mit seiner Gitarre im Publikum und die Band schaute ihm verdutzt hinterher. So was gab es auch noch nicht und zeigte wieder einmal das große Improvisationstalent der Band.

Nach der Show schaute ich noch kurz bei den Jungs im Backstage vorbei. Ziemlich entspannt saßen die Jungs vor ihren Laptops, spielten mit ihren Handys oder genehmigten sich das ein oder andere Getränk. Von wilder Party war hier nichts zu sehen, die Jungs waren professionell genug um zu wissen, dass noch einige Konzerte anstanden und das man sich besser zurück hielt. Ich interviewte Troels für meine Diplomarbeit und gesellte mich nachher noch zu einer netten Gesprächsrunde zwischen Jacob, Kasper dem Backliner und meinen Freunden, die den mitgebrachten Apfelwein aus Frankfurt gerne mit den Jungs teilen wollten – doch in Ludwigsburg wird bei der Band auf ungewöhnlichen Alkohol verzichtet. Man blieb lieber bei Bier, da weiß man was man hat – und einen Kater wollte keiner der Jungs am nächsten Morgen in Berlin riskieren.

Fortsetzung folgt..

2 Responses to “On Tour with D-A-D 2012 – Part I”

  1. Aljosha sagt:

    Hi Sarah,
    schöner Konzertbericht zu einer schönen Tour.
    War selber leider nur beim Konzert in der Hamburger Markthalle.
    War ein grandioser Abend.
    Wisst ihr zufällig ob die Jungs planen von der Tour ne DVD/Live-CD zu veröffentlichen?
    Wäre echt schade sollte die Nachwelt darauf verzichten müssen.

  2. Sarah sagt:

    Hi Aljosha,
    danke erst mal. 🙂
    Also, soweit ich weiß, wurden nur die Konzerte in Kopenhagen 2012 gefilmt. Ob die Jungs daraus was machen? Gute Frage.
    Würde wirklich mal wieder Zeit werden für eine neue Live-DVD.
    Aber D-A-D kommen wahrscheinlich noch mal im November zurück auf die Bühne – eine weitere Europa-Tournee ist in Planung, vielleicht dann mit Kameras?

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