Interview: The Scarlets (Berlin 12/11)

Januar 5th, 2012 | By Tobias

Die Scarlets. Neben Eschenbach waren auch die sympathischen Australier als Opener für die beiden Berlin Konzerte von „Der W“ gesetzt.
Wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen und die Vier für euch vor Ort zum Gespräch gebeten. Wie eine Band, vom anderen Ende der Welt, zu „Der W“ kommt und was dabei für Hürden aber auch Erfolgserlebnisse auftreten, könnt ihr in diesem Interview erfahren.

Foto: Edmund Hartsch

Wie würdet ihr die Stilrichtung eurer Musik beschreiben?

Nick: Nelli, was hat Stephan zu dir gesagt?

Nelli: Letzte Nacht? Er sagte, dass es einiges an guter Punk-Rock-Energie hat, nur dass eine dieser 40er Jahre Filmstar-Sexbomben an der Front steht. *lacht*

Nick: Ja, wir wollen diese starke Energie auf die Bühne bringen, wie ihr vielleicht gestern schon bemerkt habt. Wir spielen auch keine Balladen, da wir nicht wollen, dass unser Publikum einschläft. Im großen und ganzen kann man sagen, dass es Rock ’n Roll mit einem hohen Maß an Energie ist und natürlich mit Nelli am Mikrofon. Eigentlich sogar noch mit Lizzy an den Drums, aber leider konnte Sie bei dieser Tour nicht dabei sein. Ums kurz zu fassen, zwei Mädels und zwei Jungs die kräftig Gas geben. *lacht*

Warum kann Lizzy nicht dabei sein?

Nick: Da wir ja bei keinem Label unter Vertrag stehen, müssen wir noch arbeiten gehen. Auf Grund der Weihnachtszeit und der dadurch anfallenden Arbeit hat ihr Arbeitgeber sie nicht gehen lassen. Wir haben das natürlich akzeptiert, dass sie arbeiten muss, was wir ja leider alle noch müssen, und dadurch nicht mitkommen kann. So musste sie also zu Hause bleiben und wir haben Tom als Ersatz bekommen.

Ist Lizzy denn auch so ein großer Onkelz-Fan und nun traurig, dass sie daheim bleiben muss?

Nick: Ja, traurig ist sie schon, aber ich würde sie jetzt nicht als großen Onkelz-Fan betrachten. Sie kennt die Onkelz und sie steht auf Punk-Rock aber ich denke sie ist mehr ein Fan der Toten Hosen. Ich glaube ja, dass sie ein wenig auf Campino steht. *lacht*

Also werdet ihr nächstes Jahr die Toten Hosen als Support Band begleiten? *lacht* 

Nick: Hey, ich habe gelernt niemals nie zu sagen. So dachte ich auch, dass das hier niemals möglich wäre und doch ist es passiert. So gesehen, vielleicht schon? Wer weiß? *lacht*

Aber nochmal zurück zu eurem Drummer Tom. Habt ihr ihn hier in Berlin aufgegabelt?

Nelli: Ja er kommt hier aus Berlin. Er ist der Drummer in der Band unseres Tourmanagers. Als wir wussten, dass Lizzy nicht mitkommen kann haben wir es unserem Tourmanager erzählt. Daraufhin bot er uns direkt seinen Drummer  an was wir natürlich dankend annahmen. Also haben wir uns Tom ausgeliehen und es war wirklich gut mit ihm zu spielen.

Ist er Deutscher oder auch Australier wie ihr?

Nelli: Nein, er ist Deutscher! Er wurde hier in Berlin geboren, spricht allerdings ein besseres Englisch als wir. *lacht* Für uns ist das ein wenig beschämend. *lacht*

Nick: Australier sprechen ein sehr faules Englisch, daher ist es sehr lustig jemand korrektes Englisch sprechen zu hören. Manchmal fragen wir uns, was er uns genau sagen wollte, bis wir dann langsam darauf kommen und sagen „Ah OK, das meint er“. Es tut uns auch ganz gut zu lernen wie man korrektes Englisch spricht. *lacht*

Wir haben gelesen, dass ihr eine Menge an deutscher Musik als eure Einflüsse angebt. Da sind zum Beispiel einige unserer Favoriten dabei wie die Böhsen Onkelz, Der W und die Broilers. Wieso seid ihr gerade von diesen Bands inspiriert? Gerade wegen der deutschen Texte, was es sicherlich nicht einfach macht.

Nick: Meine erste deutschsprachige Band waren die Toten Hosen. Als ich ihre Musik das erste Mal gehört habe, empfand ich es als sehr Energie geladen und es hat sich nach Spaß angehört, allerdings interessierte es mich nicht was Campino da gesungen hat. Es gab zwar einige englischsprachige Lieder, welche einem das Verstehen etwas vereinfacht haben, allerdings war es für mich reine Spaßmusik und da hat es mich nicht interessiert, ob ich die Songtexte verstanden hab oder nicht. Wenn du dir die Onkelz anhörst, auch speziell solche Lieder wie „Danke für Nichts“, dann hört sich Kevin wirklich sauer an. Ich wusste zwar ungefähr was der Titel des Liedes bedeutet, aber ich wollte auch wissen warum er so heißt. Also habe ich mir die Songtexte herausgesucht und sie von Nelli übersetzen lassen. Sie versteht Deutsch einfach besser als ich.

Alex: Ich kam über den Song „Hier kommt Alex“ zu den Toten Hosen, allerdings brachte mich Nick zu den Onkelz und Der W, die ich dann auch aus so ziemlich den selben Gründen anfing zu mögen. Da ist dieser Kerl, der soviel Aggression in seinem Gesang hat und man sich fragt warum er denn so wütend ist. Da möchte man einfach mehr herausfinden und mit der Zeit erfährt man auch immer mehr zu ihrem Hintergrund. So erkennt man, dass sie zu dem stehen was sie sind und genau da angelangt sind wo sie hinwollten.

Nick: Ja genau, und genau damit können wir uns eben auch identifizieren. Auf Grund unsere weiblichen Sängerin und Schlagzeugerin erwarten die Leute gewisse Dinge von uns welche uns schnell in die Außenseiterrolle schlüpfen ließen. So müssen auch wir uns unseren Weg erkämpfen und ich denke, dass ist der Grund warum wir uns so mit den Onkelz und Stephan Weidner identifizieren können.

Was sind denn Eure Lieblingssongs von Der W, den Böhsen Onkelz oder den Broilers?

Nelli: Meines ist „In stürmischer See“. Ich liebe es! Ich war so überrascht, dass es NUR auf der EP „Was ist denn hier nicht los“ erschienen ist. Ich mag Stephans langsamere Lieder. Es ist so viel schwerer einen wirklich guten, langsamen und schönen Song zu schreiben, als einen guten Schnellen. Ich respektiere sein Können als Textschreiber und finde, dass er ein wahnsinniges Talent hat wenn es um die langsameren und gefühlvolleren Lieder geht.

Nick: Für mich ist es ebenfalls „In stürmischer See“. Eigentlich lustig, weil ich stehe eher auf die schnelleren und härteren Sachen. Als ich dann die EP gehört habe und die Balladen überspringen wollte hat Nelli mich gebeten mich hinzusetzen und sie mir anzuhören. Sie drehte die Anlage auf und ich war total überrascht wie unglaublich gut dieser Song war. Also ja, „In stürmischer See“ ist definitiv mein Lieblingssong von Stephan. Bei den Broilers ist es „Ein harter Weg“. Ich liebe diesen Song und das ganze Album ist unglaublich gut.

Nelli wie stehst du zu den Broilers? Magst du Sie genauso?

Nelli: Ich habe sie kürzlich gehört und mochte auch was ich da gehört habe, aber ich würde sie nicht als meine Lieblingsband bezeichnen. Aber sie sind auf jeden Fall eine weitere sehr gute Band auf der anderen Seite der Welt. Es ist schön so tolle Musik in einer anderen Sprache zu hören. Ich kann es zwar verstehen, aber für mich klingen die Stimmen mehr nach Musik wenn die Worte mir nicht so viel bedeuten. Ich höre Dinge zum ersten Mal und verstehe vielleicht 60 – 70% davon, aber es sind mehr die Stimmen und die Musik die mir etwas bedeuten als die Sprache. Ich liebe es einfach und will auch gar keine englisch sprachige Musik mehr hören. Es langweilt mich einfach. *lacht*

Alex, was ist dein Favorit?

Alex: Für mich ist es der erste Song der EP, „Was ist denn hier nicht los“.

Wie ist eigentlich der Kontakt mit Der W für die Tour zustande gekommen?

Nick: Genau vor einem Jahr haben wir Bon Jovi in einem Stadion vor 80.000 Menschen supportet. Das war für uns schon ein sehr großer Erfolg, da wir bisher alles selbst in die Hand nehmen mussten was die Band betrifft und uns niemand wirklich unterstützt hat. Ich habe mich sehr von Stephans Musik inspirieren lassen und konnte mich damit auch gut identifizieren was mir sehr geholfen hat. Gerade dann wenn du denkst, dass niemand der Band helfen will und du dich fragst ob man sie nicht lieber aufgibt oder doch weiter macht. Doch dann hörst du, wo er durch musste und du denkst dir „deine Probleme sind gar nicht so groß aber das was die Onkelz durchmachten war es.“ Darauf hin schrieb ich Stephan eine Mail über das Forum seiner Seite um ihm zu danken. Ich habe mich also angemeldet und Nelli hat für mich alles übersetzt. Ich schrieb, dass er wahrscheinlich nichts von uns gehört hat und dass ich in einer Band spiele die von den Onkelz und besonders ihm beeinflusst wurde. Solche Sachen eben. Ein bis zwei Monate habe ich nichts gehört, was auch in Ordnung war. Wenn er es gelesen hat, schön. Doch dann eines Tages bekomme ich eine Email von Stephan zurück. Einer meiner Freunde heißt ebenfalls Stephan und ich dachte erst „Oh man was will der jetzt schon wieder“ also hab ich sie geöffnet und musste völlig geplättet feststellen, dass die Mail von Stephan Weidner kam. Er schrieb, dass er sich unsere Band auf YouTube angesehen hat und sie gut fand. Wir haben uns dann erst ein paar Mal hin und her geschrieben. Zu dem Zeitpunkt hatten wir geplant für ein paar Shows nach Berlin zu kommen. Ich schrieb ihm, dass wir uns Karten für die Berlin Konzerte gekauft haben und ob die Möglichkeit besteht sich dort mal zu treffen. Ein paar Mails später fragte er, ob wir den Support für Berlin übernehmen wollten. Ich dachte natürlich erst dass es sich um einen Scherz handelt und sagte einfach mal zu. Ich habe dann erst einmal lange nichts mehr gehört und nun sitzen wir hier. Die Unterstützung von Stephan und 3R sind unglaublich. Selbst die Fans haben uns gut angenommen was uns wirklich glücklich macht.

Du hast gerade den Support bei Bon Jovi erwähnt. Wie kam es dazu?

Nelli: Das wohl größte und einzige Rock Radio Australiens, Driple M, hat einen Wettbewerb gestartet um eine Support Band zu finden. Ich habe es zwar gehört aber mir nicht viel dabei gedacht, doch Nick wollte es probieren. Ein paar Tage später rief er mich an und hatte mir gesagt, dass wir in den Top 5 gelandet waren. Darauf hin gab es eine öffentliche Abstimmung in ganz Australien die wirklich intensiv war und wir letztendlich mit Sechs- bis Siebentausend Stimmen gewannen. Das war schon abgefahren, weil wir als unbekannte Band ohne Label uns wenig Chancen ausgerechnet haben. Aber sie haben uns im Radio gespielt und den Leuten schien es zu gefallen. Ein ganz schöner Schub für unser Selbstbewusstsein und zusätzlich wurden unsere Lieder öfter im Radio gespielt. So bekamen wir dann auch den Supportplatz für das Bon Jovi Konzert. Die erste Show spielten wir in einer Arena vor rund 18.000 Besuchern und die zweite wie schon erwähnt in einem Stadion vor ca. 80.000 Menschen. Das ist jetzt genau ein Jahr her und ich bin so viel glücklicher hier in Berlin vor 1.800 Leuten zu spielen als vor 80.000 in Melbourne. Es ist einfach viel intimer. Ich kann die Hitze der Menge spüren, sie hören und sie sehen. Wenn du vor einem Publikum mit 80.000 Menschen spielst kannst du die Menge und die Energie nicht spüren. Und genau darum geht es mir, deswegen mache ich Musik. Ich will sie sehen, sie hören und ihr Lächeln auf den Gesichtern sehen, wenn ihnen gefällt was sie hören. Es ist wunderbar hier zu sein und mit Stephan zu spielen, es bedeutet mir mehr als mit Bon Jovi.

Nick: Absolut! Es ist eine große Ehre. Ich meine hey, Bon Jovi, eine der größten Bands der Welt … aber Sie sind nicht unbedingt meine Lieblingsband. Ich fühle keine Verbindung zu der Band oder deren Musik. Natürlich ist es toll in einem großen Stadion zu spielen und das würde auch niemand ablehnen aber es war keine wirkliche Verbindung zu diesen Shows vorhanden. Stephan hat sich noch bei uns entschuldigt und gemeint, es täte ihm leid dass die Konzerte so klein wären. Ich sagte zu ihm: „Stephan, 1800 Leute ist nicht wirklich klein.“ *lacht* „einige würden dafür töten um vor so einer Menge zu spielen“. Es ist einfach cool für jemanden zu spielen der einem selbst soviel bedeutet.
Auch sehr lustig, dass Alex damals in der Menge des Bon Jovi Konzerts war.

Alex: Fragt mich bitte nicht warum. *lacht*

Nick: Warum?

Alex: Ich habe die Karte geschenkt bekommen. Nein ich kam natürlich nur um die Scarlets zu sehen *lacht*

Nelli: Du hast 153 Dollar bezahlt um die Scarlets zu sehen? *lacht*

Ein Jahr später stehst du mit den Scarlets auf der Bühne!

Alex: Sie haben schon vorher klar gemacht, dass sie mich in der Band haben wollten. Leider lief es wohl mit dem vorherigen Gitarrist nicht so gut aber ich war zur selben Zeit in meiner eigenen Band. Nelli und Nick wollten dass ich es mit ihnen versuche. Ich musste aber ablehnen, da ich mit Freunden eine eigenen Band hatte und wir sehen wollten wie weit wir es damit bringen können. Leider löste sich die Band ungefähr sechs Monate später auf und da stand ich dann. Wie der Zufall es so will lief es mit dem anderen Gitarristen ebenfalls nicht so gut sie fragten mich erneut ob ich den Job nicht übernehmen wollte. Warum nicht, dachte ich. Eine Woche später fand ich dann auch heraus, dass wir nach Deutschland kommen und hier sind wir nun.

Es scheint als würde euch Deutschland wirklich gefallen. Nelli nimmt sogar an einem deutschen Sprachkurs teil.

Nelli: Ja, ich habe sechs oder sieben Deutschstunden genommen aber ich habe irgendwie ein Talent für Sprachen. Ich absorbiere das ganze recht schnell. Außerdem habe ich einen kleinen Vorteil was das angeht. Ich habe ungefähr drei Monate in Österreich gelebt, was aber auch schon 10 Jahre her ist. Es hatte sich damals zwar auf Sätze wie „Bitte sprechen Sie englisch“ beschränkt aber da hat sich so langsam der Gedanke deutsch zu lernen in meinem Kopf festgesetzt. Deswegen, ja, ich bin hier sehr glücklich und habe auch schon einiges auf deutsch aufgeschnappt, was verdammt gut ist. Ich kann vorallem mit dem Publikum auf Deutsch reden, was mir sehr viel bedeutet. Ich weiß, dass viele englischsprachige Bands nur Englisch mit dem Publikum reden, egal in welchem Land sie gerade sind. Das mag ich aber nicht und ist auch nicht mein Ding. Ich schätze die Fans und bin dankbar dafür, dass sie zu den Konzerten kommen. Es dauert 5 Minuten bis man Danke in der jeweiligen Sprache gelernt hat oder ein bis zwei Sätze zu den Zuschauern sagen kann. Das ist für mich das Mindeste was ich machen kann für die Menschen die kommen um uns zu sehen.

Verstehst du alles wenn jemand auf Deutsch mit dir spricht?

Nelli: Nicht die Dialekte. *lacht* Nein, wenn die Leute deutsch mit mir reden kann ich sie schon verstehen nur bei den Dialekten nicht. Also meistens verstehe ich alles was um mich rum passiert. Das ist schon sehr gut.

Was mögt ihr an Deutschland noch? Irgendein Essen oder etwas in der Art?

Nick: Wir hatten leider keine Currywurst. Wir wollten zwar eine essen aber leider passte es zeitlich nie.

Nelli: Ich liebe die Falafel in Deutschland. Da ich Vegetarier bin esse ich hier eine Menge Falafel.

Das ist aber nicht typisch deutsch?!

Nelli: Ja das weiß ich, aber typisch deutsches Essen besteht aus Dingen die mich krank fühlen lassen. Aber ihr habt einfach die beste Falafel auf der Welt.

Nick: Wir hatten Schnitzel aber ich glaube das ist mehr typisch Österreichisch. Hatten wir überhaupt was typisch Deutsches hier?

Alex: Ich hab keine Ahnung.

Nelli: Ja doch. Astra!

Nick: Stimmt das Bier. Das Bier hier ist größer und billiger. Ich glaube das liebe ich in Deutschland am meisten. Der Alkohol ist ziemlich günstig hier. *lacht*
Aber auch die Landschaft. Man läuft durch Berlin und sieht all diese alten Gebäude und die Stellen wo die Mauer stand. So etwas sieht man in Australien nicht weil es ein relativ junges Land ist mit neuen und modernen Gebäuden. Da gibt es einfach nichts Altes. Wenn du dann aber nach Deutschland kommst und die ganze Geschichte siehst, kannst du es fast fühlen. Das ist schon sehr cool.

Was ich aber natürlich an Deutschland am meisten mag ist die Musik. Ich ging zum MediaMarkt und habe ungelogen 1000 Euro für CDs ausgegeben. In Australien kann man leider keine deutsche Musik kaufen und Online bekommt man auch nicht viel. Deswegen habe ich mir die Hände voll gepackt und eine Menge Geld da gelassen.

Könntet ihr euch vorstellen zurück nach Deutschland zu kommen?

Nelli: Absolut, ja! Wir überlegen schon wann wir wieder kommen können. Ich hoffe dass wir es bis spätestens Juni oder Juli schaffen um ein paar Festival Shows zu spielen. Ich möchte Deutschland im Sommer sehen. Wie ihr sagt, „hier ist es arschkalt“. Also möchte ich sehen wie es hier ist wenn es nicht so kalt ist und ich will wirklich ein paar Festivals hier spielen. Hoffentlich bekommen wir das geregelt.

Nick: Und D-A-D touren nächstes Jahr durch Deutschland. DAS wäre doch cool! *lacht* Aber das haben wir leider nicht zu entscheiden.

Gestern war die erste „Der W“ Show. Wart ihr nervös?

Nick: Fragt am besten Alex. *lacht*

Alex: Ohja ich war nervös! Das war meine erste große Show. Die anderen haben ja schon ein paar größere Konzerte gespielt aber für mich war das schon groß. Bisher habe ich nicht vor so vielen Leuten gespielt, dementsprechend nervös war ich auch ja.

War es etwas Besonderes weil es „Der W“ war?

Nelli: Bei mir war alles in Ordnung bis ich gestern aufgewacht bin. Da zeigte sich die Nervosität langsam. Als wir angekommen sind und ich draußen noch eine Zigarette rauchte, war in der Halle gerade der Soundcheck am laufen und die Band probte „In stürmischer See“. Da bin ich sofort in die Halle gegangen, konnte aber wegen des Lichts nur einen Schatten mit einer Gitarre sehen und seine Stimme hören.

Das war das erste Mal dass du ihn Live gehört hast oder?

Nelli: Ja, das aller erste Mal. Er kam dann auch runter und war wirklich freundlich. Er hat sich vorgestellt und ich hab ihm Orangensaft übergeschüttet.  *lacht* Ich hatte eine Flasche Orangensaft in meiner Hand und hab diese vor lauter Aufregung die ganze Zeit geschüttelt. Bis dann der ganze Orangensaft überschwappte und er alles abbekam. Es hat mir so leid getan und ich hab mich gefühlte hundert Mal entschuldigt aber er nahm es locker und meinte dass es nicht so schlimm sei. Auch verrückt war die After Show Party letzte Nacht. Wir spielten Kicker und ich dachte mir nur, was passiert hier du spielst Kicker mit Stephan Weidner.
Also es war schon sehr schön hier gewesen zu sein und er ist auch so ein netter Mensch und so offen. Es ist gut zu sehen, dass jemand der schon so lange erfolgreich ist noch so ehrlich und normal rüberkommt. Er sagte uns, dass es für ihn eine Ehre wäre mit uns zu spielen und für uns ist das einfach nur verrückt da es wie ein Traum ist. Selbst nachdem die Fans 2 1/2 Stunden draußen in der Kälte standen hat er immer noch Zeit gehabt um Autogramme zu geben und ihnen die Hände zu schütteln. Toll, dass jemand wie er nicht abgehoben ist und dankbar dafür ist, wo er und seine Fans herkommen und das nach 30 Jahren in der Musikindustrie.

Nick: Selbst für mich. Ich identifiziere mich so sehr mit seinen Texten welche mir geholfen haben ein stärkerer Mensch zu werden und dann sitzt er neben dir am Tisch. Unglaublich, da man ihn sonst nur im Fernseher gesehen hat.

Nelli: Ja es ist verrückt. Normalerweise leben diese Menschen bei uns im Fernseher und auf einmal sind sie echt. *lacht* Man trifft sie, schüttelt ihnen die Hand und bekommt einen Drink spendiert. Ich glaube ich muss mich mal zwicken.

Jetzt da ihr ihn persönlich kennt, ist er so wie ihr ihn euch vorgestellt habt?

Nick: Oh, ich bin ziemlich enttäuscht. *lacht* Nein! Man weiß nie so recht was einen erwartet wenn man die Leute im Fernsehen sieht bis sie dann vor einem stehen. Als wir ihn kennengelernt haben war er so nett und überhaupt nicht abgehoben. Wie einer von uns. Es ist nicht selbstverständlich dass man ein Bier angeboten bekommt oder solche Dinge aber er tut so etwas halt, was das ganze ziemlich cool macht. Meistens ist es ja so, dass man sein Idol kennenlernt und dann ziemlich enttäuscht ist.

Nelli: Oh mein Gott, er ist so klein! *lacht* Ich dachte er wäre viel größer. *lacht*

Was er erwartet ihr euch von eurer zweiten Show heute? Wird es irgendwelche Änderungen zu gestern geben?

Nelli: Gestern war so etwas wie ein WarmUp für uns. Wir hatten ein paar technische Schwierigkeiten mit unserem Ton aber Dirk war so großzügig und hat Alex seinen Gitarren-Amp geliehen, damit wir heute einen besseren Sound bekommen. Die Tontechniker haben uns auch etwas früher dran genommen heute zum Soundcheck damit wir an allem noch etwas arbeiten und verbessern können. Heute sind wir da also ein wenig zuversichtlicher. Ich meine, es ist immer hart wenn man als Band ein Konzert eröffnen muss, besonders für jemanden wie Stephan der solche Die-Hard-Fans hat. Die Reaktionen des Publikums waren allerdings gestern schon ziemlich gut und da ich denke, dass viele davon heute auch wieder da sein werden, hoffe ich dass es heute noch besser wird.

Alex: Ja das war wirklich sehr großzügig von Dirk. Er stand beim Soundcheck vor der Bühne und hat sich alles angehört und überlegt was man verändern könnte. Er kam dann auf die Bühne und bot mir seinen Amp an. Ich war so dankbar. Gerade bei größeren Shows ist es meistens so, dass die größeren Bands es gar nicht gern sehen wenn du ihr Equipment auch nur anfasst, weil sie alles voreingestellt haben und Angst haben du könntest was verstellen oder gar kaputt machen. Da ist es umso schöner wenn jemand zu dir kommt und dir seinen Amp anbietet.

Nick: Zu Hause benutzen wir in der Regel In-Ear-Monitore aber die haben wir nicht mit nach Deutschland gebracht. Wir hatten bedenken wegen der verschiedenen Stromanschlüsse oder das irgendetwas verloren gehen könnte. Die Band aber bot uns an ihre In-Ears zu benutzen um uns wohl zu fühlen beim spielen, worüber wir wirklich sehr dankbar waren.

Nelli: Ich sage auch nicht, dass wir so eine Behandlung verdient hätten aber es tut so gut zu sehen dass eine Band mit diesem Status andere kleinere Bands so behandelt und respektiert. Auch die Crew, es ist toll mit ihnen zu arbeiten. Alle sind so nett zu uns. Ich kann gar nicht mehr zählen wie oft ich „Dankeschön“ gesagt habe. Der Gedanke daran, morgen wieder nach Hause zu fliegen macht mich echt traurig.

Nick: Ich will noch mehr Shows spielen! *lacht*

Nelli: Wir haben versucht unseren Aufenthalt hier zu verlängern. Ich habe unseren Agenten in Australien angerufen, der mir dann sagte, dass es für jeden ungefähr 1500 Dollar kostet damit wir bis Januar bleiben könnten. Das wäre der Preis für ein komplett neues Flugticket. Das war uns dann aber leider doch ein bisschen zu teuer. *lacht*

Die letzten Worte gehören Euch. Irgendetwas, was ihr den deutschen „Der W“ oder auch euren neuen Fans sagen möchtet?

Nelli: Ja. „Wir danken euch“.

Nick: Ich sag es dann lieber auf Englisch. *lacht* Ich möchte den Fans danken dass sie uns so gut angenommen und akzeptiert haben. Danke, dass wir zu euch kommen durften, wir haben es sehr genossen. Und natürlich danke an die Jungs von „Der W“ und der ganzen Crew. Jeder einzelne war einfach unglaublich toll. Ihr von Mindfuck Society genauso, es war so cool. Einfach ein Danke an jeden!

Alex: Ich glaube, ich möchte das selbe  sagen. Ich möchte mich für den Respekt bedanken der uns entgegen gebracht wurde. Jeder hat alles dafür getan, dass wir uns willkommen und wohl gefühlt haben. Man kann nicht genug Danke sagen.

Nick: Ich glaube das könnte unsere zweite Heimat sein. *lacht*

Nelli: Ich denke das ist meine erste Heimat!!

Nick: Ja, es war wirklich toll in Berlin. Danke euch allen!

Ein schöner Abschluss. Wir danken Euch für eure Zeit und wünschen euch noch viel Spaß!

One Response to “Interview: The Scarlets (Berlin 12/11)”

  1. paul121982 sagt:

    gut gemacht schönes cover von leinen los

    http://www.youtube.com/watch?v=CAJXKZmk7yw

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