D-A-D :: DIC.NII.LAN.DAFT.ERD.ARK Review

November 6th, 2011 | By Sarah

Die bekannten Musikmagazine pfiffen es bereits von den Dächern: Die neue D-A-D wird groß! Dieser Vermutung kann ich mich nahtlos anschließen und möchte in den gemeinsamen Lobgesang mit einsteigen. Bin ich befangen? Ja, wahrscheinlich bin ich das – aber dennoch werde ich meine Meinung zu DIC.NII.LAN.DAFT.ERD.ARK hier verkünden. Diese Dänen schaffen es einfach immer wieder sich musikalisch neu zu erfinden und Abwechslung in ihre Diskographie, der mittlerweile 28 jährigen Bandgeschichte, zu bringen.

War der Vorgänger „Monster Philosophy“ von 2008 teilweise doch sehr poppig und nicht klar in ein bestimmtes Hauptgenre einzuordnen, rockt DIC.NII.LAN.DAFT.ERD.ARK ziemlich straight um die Ecke. Einzeln finden sich Fragmente aushelpyourselfish-Zeiten in den Songs wieder, sei es Jesper Binzers Stimmlage oder die deutlich härteren Riffs. So dürften die treuen D-A-D-Fans schon beim Opener „A new age moving in“ feuchte Augen bekommen. Der Name des Liedes ist Programm, denn der Kopenhagen Vierer bricht in eine weitere D-A-D-Ära auf. 

„The End“, der übrigens der Song der vorab veröffentlichten D-A-D Leaks war, scheint wie ein verloren gegangener A-Side-Track von „helpyourselfish“. Mich jedoch stört die Unverständlichkeit Binzers. Texte verstehen gestaltet sich bei „The End“ und einigen anderen Kandidaten doch etwas schwierig. Deutlich melodischer und verständlicher geht es bei  „Fast on wheels“ zu. Dieser Track ist nicht nur der Name der kommenden Tour, sondern auch ein erfrischend leichtes Stück, das nach guter Laune und einem melodiösem Refrain ruft, der gleich beim ersten Durchhören hängen bleibt. Sicherlich ein passender Song für heiße Openair-Konzerte im Sommer 2012.

Mein persönliches Highlight ist aber die einzige Ballade auf der Scheibe. „Your lips are sealed“ verdient für mich den Titel der Ballade des Jahres. Leider bin ich noch nicht für diese Titelvergabe zuständig, so hoffe ich zumindest auf eine Live-Interpretation dieses Ohrenschmauses. Die Frage die wir uns dann stellen dürfen ist, wer am Klavier für das berührende Solo sitzen wird. Schließlich sind mit Jacob Binzer und Laust Sonne gleich zwei Tastenstreichler zur Auswahl. Doch auch das Gitarrensolo, eingespielt von Jacob Binzer, macht „Your lips are sealed“ wieder einmal zu einem echten D-A-D-Knaller und reiht sich anstandslos an die Balladenspitze rund um „Something good“ oder „Soft Dogs“ ein.

Nicht vergessen sollte man die Single-Auskopplung „I want what she‘s got“, die schon im Vorfeld nicht nur musikalisch für Aufregung gesorgt hat. Schließlich erwartet uns dazu noch ein heißes Musikvideo, indem die Jungs zu sexy Dragqueens mutieren. Dies gibt es heute Abend auf der offiziellen Website von D-A-D zu sehen. Zwar platzieren sich im Refrain von „I want what she‘s got“ vereinzelt Pop-Elemente, doch das groovige Start-Riff lenkt den Song wieder zurück in eine glänzende Rocknummer.

Skurril, verzerrte Piano- und Gitarrenklänge eröffnen „We all fall down“, dass tief in der Lyrikkiste wühlt. „We‘re digging up the past / your own karma bytes your ass/ like the invisible man in the rain“. So kennen und lieben wir D-A-D. Deutlich melancholisch und schwerfällig knarzt der Track seine fünf Minuten durch die Box und trägt zurecht das Prädikat „Made in Scandinavia“.

„Breaking them heart by heart“ ist nach „I want what she‘s got“ sicherlich die radiotauglichste Nummer und ich hoffe, dass der Song einen Platz in der Setlist der „Fast On Wheels“- Tour findet. Hier passt alles. Monoton ist hier nichts. Das Lied wird stellenweise von einer cleanen Gitarrenline begleitet, dass Erinnerungen an einen der schönsten D-A-D Tracks, „Nineteenhundredandyesterday“, entflammt. Im Refrain wird die klare Gitarrenline jedoch von härteren Riffs abgelöst, was den Song zu einem krachenden Ohrwurm wandelt.

Die Dänen haben sich sehr bedeckt zu ihrem neuen Album gehalten. Das einzige was wir von Mindfuck Society, Jacob Binzer entlocken konnten war: „Es wird anders, als alles andere, was wir bisher gemacht haben.“ Damit hatte der gute Mann verdammt Recht! Und dafür lieben wir D-A-D!

 

One Response to “D-A-D :: DIC.NII.LAN.DAFT.ERD.ARK Review”

  1. petes sagt:

    Zzzu…

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