Interview mit MOTORJESUS

Juni 14th, 2011 | By Tobias

credits: motorjesus official

MOTORJESUS haben auf die erste Hälfte der vergangenen Autournomie für „Der W“ eröffnet und sicherlich bei einigen einen mächtigen Eindruck hinterlassen. Für uns Grund genug die Jungs jetzt nachdem die Tour vorbei ist, nochmal zu einigen Themen zu befragen.

Schön, dass ihr euch bereit erklärt habt, unseren Lesern hier nochmal kurz Rede und Antwort zu stehen. Ein wirklich erstklassiger Job den Ihr auf der Bühne leistet, was auch sichtlich gut vom Publikum angenommen wurde. Wie ist die Tour aus eurer Sicht verlaufen?

Roman: Ja, als wir das Angebot bekommen hatten, waren wir erst etwas skeptisch ob das überhaupt so funktioniert mit einem der wohl bekanntesten und erfolgreichsten Deutschrocker und einer englisch singenden Band wie wir es sind. Klar, D.A.D haben das bereits vor uns gemacht, aber trotzdem … das ungute und unsichere Gefühl war allgegenwärtig, hatte sich dann aber spätestens nach dem Tourauftakt in Kreuth verabschiedet.
Nach dem zweiten Gig war´s uns dann so langsam allen klar : „ das klappt ja ! “ 

Natürlich war so´ne große Tour für uns völliges Neuland, jedoch haben wir uns recht schnell eingefunden, was zum größten Teil auch an dem supernetten Empfang der ganzen W-Crew lag, die sich wirklich mehr als 1A um uns gekümmert hat. Damit hatten wir nun so gar nicht gerechnet, vom Koch bis hin zum Herrn Weidner, durch die Bank weg haben wir nur supernette und hilfsbereite Leute kennen gelernt, wirklich unglaublich was man da so „mitgenommen“ hat an Erfahrungen und Erlebnissen in dieser kurzen Zeit.
Schön auch, dass so viele Freundschaften entstanden sind. Das Publikum war allererste Sahne, also wie die gefeiert und mitgemacht haben war der Hammer.
Die Resonanz der Leute war echt nur Positiv und einfach nur ÜBERWÄLTIGEND. Wir standen ja nach jedem Gig am Merch-Stand und hatten unzählige nette Gespräche mit W-Fans, was ebenfalls super war da echt ne Menge zurückgekommen ist von den Leuten… sowohl bei und nach den Gigs.

Auch nach der Tour haben wir viele bekannte Gesichter der “Autournomie“ bei unseren Shows gesehen und uns gefreut, dass die Leute wieder gekommen sind. Auch hier wurde wieder viel gequatscht vor und nach den Shows.

Nee, was soll man sagen ???

Die Tour war ein voller Erfolg !!!!!!!!!!!!!!

Als es die ersten Kontakte zustande kamen und das Vorhaben „Vorband für Der W“ Gestalt annahm, wurde ja sicherlich auch im beruflichen, musikalischen und privaten Umfeld darüber gesprochen. Gab es dazu irgendwelche kritischen Meinung in Bezug auf den Ex-Onkel Stephan Weidner und wenn ja wie seid ihr damit umgegangen?

Chris: Ja wie Roman schon sagte waren wir etwas skeptisch ob das so funktioniert denn man wusste nicht wie Crew und Band so drauf sind und es hätte bestimmt auch anders laufen können. Denn als Vorband ist man da schon ein bisschen in einer anderen Position und man kann ja froh sein dabei sein zu dürfen. Wir haben aber schon am 2. Tag gemerkt dass Crew und Band total freundlich und total auf dem Boden waren. Wir hatten oft nette Gespräche mit Stephan in denen wir über alles mögliche gequatscht haben und so auch seine private Seite etwas kennenlernen konnten. In diesen Gesprächen entstand auch die Idee fast jeden Abend mit Der W zusammen auf die Bühne zu gehen und einen Rose Tattoo Klassiker zu schmettern. Ich glaub wir waren uns einfach alle symphatisch, und darum hat Stephan auch jeden Abend „ein gutes Wort für uns eingelegt und die Fans animiert sich auch n Motorjesus Shirt zu kaufen. Das hätte er auch nicht machen müssen und war ne sehr feine Geste von ihm.

Im nachhinein betrachtet haben wir glaub ich vielleicht gerade weil wir andere Musik machen und relativ normale Jungs ohne Allüren sind sehr gut zur ganzen Truppe gepasst.

In Dortmund habt Ihr euch den Part als Opener ja schon mit Eschenbach geteilt und in Oberhausen wart ihr ebenfalls nochmals zu Gast, wo ihr die Möglichkeit hattet euch das Set anzuschauen. Habt ihr euch im Vorfeld schon mit den Jungs vertraut gemacht und was ist euer Eindruck jetzt nachdem die Tour vorbei ist?

Guido: In Dortmund hab ich aufgrund des aufregenden Umfelds nur sehr wenig von Eschenbach mitbekommen und in Oberhausen war ich erst zum Set von Der W vor Ort. Klar hat man sich vorher mal auf YouTube umgesehen. Ich denke, dass die Tour für Eschenbach, genau wie für uns, eine große Bereicherung war und sie viele neue Fans gewonnen haben.

Dortmund, das Ruhrgebiet, eine enorme Halle und drei Sorten Rock ‘n Roll. Was geht einem da durch den Kopf? Schließlich ist ein Konzert in dieser Größenordnung (wenn auch nicht komplett Ausverkauft) keine Alltäglichkeit.

Roman: Für mich als Ruhrpott-Bewohner war´s der Kracher. Jeder kennt die Halle und hat da schon mal irgendwen live angesehen. Das war schon ein ganz besonderer Abend der sehr überwältigend war. Erst gegen Ende des Gigs, beim letzten Song , habe ich so richtig gepeilt : „…. Ey, ich stehe gerade in der Westfalenhalle 1 … AUF DER BÜHNE !“ .

Das kann einem keiner mehr nehmen.

Chris: Ja das war der Absolute Hammer, mir zitterten die Knie und ich war meganervös….wenn ich jetzt die Fotos sehe bin ich immer noch ganz ehrfürchtig 😉

Guido: Mit dem Konzert in Dortmund ist für mich ein Jugendtraum in Erfüllung gegangen. Ich habe versucht jede Sekunde aufzusaugen. Ich glaube nach ca. 500 Gigs in verrauchten Läden haben wir uns die Westfalenhalle verdient ;-)!

Auf Tour gibt es ja immer wieder Momente, die man sich später noch grinsend bei ein paar Bier erzählt und an die man gerne zurück denkt. Gab es da von Euch aus irgendwelche Anekdoten zur Tour, die Ihr uns verraten wollt?

Roman: Das war am Morgen nach dem Gig in Kiel. Wir sind zu unserem Bus gelaufen der auf dem Parkplatz vor dem Hotel stand. Der Bus war lecker blau und sah aus wie ein THW Einsatzfahrzeug. Als wir uns reingesetzt hatten, waren die Türen noch auf und ein älterer Herr lief vorbei und sprach uns an : „ … aha .. seid ihr auch von THW“ ??
Das „THW“ klang mit diesem Kieler Dialekt wie „seid ihr auch von Der W (THW = Teha Weh)“ .. ja, und unser Drummer Oli stieg dann direkt mit einem „ja klar“ ins Gespräch ein.
Älterer Herr :“ ja … die von THW sind ja gerade unterwegs hier ..“
Oli : „ .. genau, wir sind zusammen auf Tour … „

Und so redeten beide für einige Minuten lecker aneinander vorbei und irgendwie doch nicht … war echt geil ! Tränen gelacht !!!

Chris: Wir hatten nen Day off in Dresden und hingen abends im Hotel rum. Da haben Andy und Guido auf Guidos „I-Pad“ zusammen Musik gemacht. Da sind ein schöner Techno Song und eine Hip Hop Hymne entstanden, die wir bald aufnehmen werden 😉 man kann es so ausdrücken wir lagen sprichwörtlich auf der Erde vor Lachen…..

Und die beste Anektdote kennt ihr doch selber;) ich sag nur Hamburg, Reeperbahn…..

Wollen wir die Tour aber mal kurz bei Seite lassen. Schon durch euren Bandnamen „Motorjesus“ erkennt man, dass ihr einen gewissen Faible für PS-Starke Autos habt, was sich auch in Eurer Musik erkennbar widerspiegelt. Gehört Ihr zu den Menschen die, von Eurer Musik mal abgesehen, jede Minute ihrer Freizeit damit verbringen an alten Muscle Cars zu schrauben?

Roman: Wir mögen alle fette Karren, haben privat aber leider nur normale Alltagsautos. Schön wär´s natürlich an jeder freien Minute an alten Karren zu fuddeln, aber Job und Mucke – und bei einigen von uns zusätzlich noch Familie – sind schon ausreichend um nen Tag rum zu kriegen.
Vor einige Jahren habe ich noch hobbymäßig an Auto´s rumgeschraubt und an Motorrädern, aber dazu ist seit ner Weile einfach keine Zeit mehr vorhanden.

Ihr seid viel unterwegs und gerade auch jetzt im Sommer kann man euch wieder auf so einigen Festivals antreffen. Ist die Musik schon zum Beruf geworden oder müsst ihr eure Brötchen noch anderweitig verdienen?

Roman: Leider ist Musik machen so schlecht bezahlt, dass ich noch gutbürgerlich und altmodisch mein Geld verdiene

Chris: wollen wir hoffen das sich das noch weiter steigert und wir alle unsere Jobs kündigen und nur noch Rock n Roll machen können 😉 das wär was…..

Ich habe es gerade schon angesprochen, ihr seid wieder auf einigen Festivals gemeldet und geht mit „The New Black“ auf Tour. Wann können wir denn eventuell mal mit einer Motorjesus-Headliner-Tour rechnen?

Chris: Also zunächst mal sind wir ja noch dabei so viel live zu spielen wie möglich und haben noch viele Festivals und Einzelkonzerte vor uns. Ich denke wenn wir ein neues Album machen wird bestimmt ne Club Tour als Headliner möglich sein. Wir mögen aber auch einfach unsere Position im Vorprogramm weil man sich dort immer neue Leute erspielen kann die einen vorher eventuell nicht kannten.

Gibt es zum Abschluss noch etwas was ihr unseren Lesern da draußen mit auf den Weg geben wollt?

Chris: Vielen Dank für das Interview und nen fetten Gruss an die ganze Mindfuck Society von denen wir auf Tour einige sehr nette Menschen kennenlernen durften. Das war n unvergesslicher Trip! Danke!

Roman: Rocken Roll und Danke an alle die in irgendeiner Form dabei waren und die Tour zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben.

Guido: Vielen Dank für den support durch Mindfuck Society und den vielen Der W Fans – es ist schön den ein oder anderen auf unseren Konzerten wiederzusehen!!

Vielen Dank, dass Ihr euch trotz der laufenden Konzerte Zeit für das Interview genommen habt. Wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen!

Leave a reply