Tour-Tagebuch: Kreuth / Dresden DER W

März 14th, 2011 | By Sarah

So, wird Zeit das ich mich nun auch mal zu Wort melde. Nach dem ordentlichen Tour-Start in Kreuth und einem absolut rockigen Konzert in Dresden ist heute Montag und somit der erste Off-Day auf der laufenden W-Tour. Zeit also um den Laptop rauszuholen und die letzten zwei Tage Revue passieren zu lassen.

Wieso man auch schon zu Onkelz-Zeiten des Öfteren Kreuth als Auftaktshow auswählte, weiss ich immer noch nicht. Der Ort liegt mitten in der oberpfälzischen Provinz in der Nähe von Amberg und bietet außer endlosen weiten Wiesen nicht wirklich etwas. Die Landschaft nutzte Stephan vor den Proben noch kurz für eine Runde Joggen, bevor gegen Nachmittag der Soundcheck erst von der W-Band und dann von den Jungs von Motorjesus eingeläutet wurde. Durch die Festhalle Rieden erklingen lieblich wohlige Gitarrenklänge, als Stephan zu „Sterne“ lässig auf einem Barhocker sitzt und die Saiten zupft. Das geht selbst schon beim Soundcheck unter die Haut, wie soll das erst live vor Publikum mit passender Atmosphäre werden? Ein Highlight definitiv.

Im Vergleich zur ersten Tour hat sich das Fanverhalten zumindest in Kreuth und Dresden etwas geändert. Waren 2009 schon früh morgens die ersten Anhänger vor den Hallen, wartete man 2011 vergebens auf eine ordentliche Menschenmenge. Lässig scheint es zu werden, die Fans trudeln zum späten Nachmittag ein und bekommen dennoch gute Plätze in den vorderen Reihen.

Ich spreche vor der Show noch kurz mit Chris, dem Sänger von Motorjesus, der ziemlich aufgeregt vor der musikalischen Feuertaufe ist. Jedoch völlig unbegründet, denn Motorjesus sorgen für eine gute Show in Kreuth. Sofort gehen die Hände in die Luft, es wird geklatscht und angefeuert. So einen guten Stand hatte noch nicht jede Vorband zu Anfang, wenn ich mich da an Onkelz-Zeiten zurück erinnere. Chris und seine Jungs haben Spaß und sind euphorisiert, so kann es doch bitte weitergehen. Wirklich ein netter sympathischer Haufen diese Mönchengladbacher Buben.

Doch kommen wir nun zum Headliner des Abends: Der W. Der W ist jetzt eine Band, so steht es nicht nur auf einem neuen Merchandise-Shirt, sondern diesen Eindruck bekommt man auch sofort auf der Bühne. Vier gleichberechtigte Musiker, die sich gefunden haben und prima ergänzen. Die Rolle des Frontman ist öfters gar nicht so klar, Dirk Czuya, Gitarrist der W-Band, ist mehr und mehr als sicherer Fels in der Brandung zu sehen. Was ist noch anders? Das Schlagzeug steht jetzt links bzw. nutzt JC während der Show zwei Drums. Übrigens spielt er auch nicht mehr barfuss. Wieso? Das gilt auch noch heraus zu finden. Das Bühnenbild ist abwechslungsreicher als auf der ersten Tour, da haben sich die Zuständigen wirklich ein dickes Lob verdient.

Kreuth ist leider nicht ausverkauft, die Stimmung hätte sicherlich noch ein bisschen besser sein können, aber im Großen und Ganzen wurde dem W und seiner Band ein ordentlicher Empfang bereitet. Ein paar Verspieler im Set waren auch zu verschmerzen und am meisten ärgerte sich sicherlich Stephan selber drüber. Jedoch kam er später noch raus vor die Halle und verteilte ein paar Autogramme an die wartenden Fans, die mit einem glücklichen Gefühl die Heimreise antreten konnten. Für den Tourtross ging es dann direkt weiter nach Dresden.

Ich habe im Alten Schlachthof in Dresden den W schon zwei Mal gesehen und jedes Mal hat die Bude dort ordentlich gerockt, Respekt an Dresden, denn das war auch gestern wieder so. Zwar gab es ein paar Vollidioten im Publikum mit hohem Aggressionspotenzial, die aus Pogo beinahe einen Massenschlacht gemacht hätten, aber darüber kann man hinweg sehen, weil das Konzert einfach an sich zu gut war. Stephan war leider ziemlich gebeutelt durch eine Erkältung, die er sich in Kreuth geholt hatte, stand jedoch motiviert auf der Bühne und spielte sich in einen regelrechten Euphorie-Rausch. Die Halle kochte, es waren wieder „1000 Grad“ und selbst einige Textpatzer (Lied für meinen Sohn) ließen Stephan heute nicht selbstkritisch werden. Ein lustiger Moment war sicherlich, als Stephan auf seine gestimmte Gitarre wartete und das Publikum in der Zeit fragte: „Was wollt ihr denn so hören?“ – Diese legendäre Frage sollte ihm natürlich zum Verhängnis werden. Sofort ertönte aus den Kehlen der Zuschauer: „Mexicoooooo“ und die erste Strophe des legendären Onkelz-Klassikers wurde angestimmt. Henning, Dirk, JC und Stephan waren erst kurz verdutzt, konnten sich dann jedoch das Lachen nicht verkneifen, als sie merkten ,dass Stephan es regelrecht mit seiner Ansage heraufbeschworen hatte. Somit waren die Onkelz-Rufe zu verzeihen Dresden!

Für mich sind die Live-Highlights der neuen Platte definitiv „Sterne“, „Was ist denn hier nicht los“ und „Autonomie des Ichs“. Selbst mit „Mamas kleines Monster“ und „Machsmaulauf“, die mich mittlerweile auf Platte nur noch abnerven, kann ich mich live hervorragend arrangieren. Super Songs, die sich live erst richtig entfalten und den Kessel brodeln lassen – Davon will ich mehr!

5 Responses to “Tour-Tagebuch: Kreuth / Dresden DER W”

  1. Anschar sagt:

    Danke für deinen Bericht, Sarah!
    Aber um Himmels willen, Rieden / Kreuth liegt in der OBERPFALZ!, sieh zu dass du das änderst!

    mfG

  2. Mirsi sagt:

    Danke für den Bericht Sarah.
    Du standest doch nach dem Konzert auch hinter der Halle oder? Die Frau mit der Kamera 😉

    mfg

  3. sarah sagt:

    @Anschar: Ich dachte das wäre noch Franken..huch.. 😉

    @Mirsi: Genau, ich hatte noch gefilmt in Kreuth.

  4. ´DVO sagt:

    wo du von fanferhalten gegenüber vorbands anfängst erinner ich mich an die motorhead tour 2009 in hamburg mit black stone cherry und DER W als vorband wo es die motorheadfans noch nicht mal für nötig empfunden haben sich die vorbands überhaupt anzuhören sind alle erst später gekommen

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