Review: Winnebago Deal – Career Suicide

November 14th, 2010 | By Sarah

winnebago-dealBrauchen Sie eine gute Abrissfirma? Hart, schnell und kompromisslos? Gestatten, hier sind Winnebago Deal. Das Duo aus England, das Nick Oliveri bei Mondo Generator verstärkt, knüppelt mit „Career Suicide“ den Putz von den Wänden, und das in gerade einmal 30 Minuten.

Mit einem ordentlichen Rumms stürzt der Opener „Heart Attack In My Head“ wie eine Abrissglocke durch die Mauern und setzt das erste sichtbare Zeichen in Sachen Lärm. Monströs à la Motörhead rumpeln die Briten los. Die E-Gitarre schraubt sich aggressiv, wie ein heiß glühender Akku-Schrauber durch die Wände. Eines ist klar: hier sind Leute am Werk, die ihr Handwerk beherrschen.

Die Lunte von „I Want Your Blood“ zündet nach einigen Sekunden, bis der Track durch die Boxen knallt. Wütend rebellieren sich Winnebago Deal durch den Song und zelebrieren feinsten Pogo, bei dem die angestaubten Familienbilder freiwillig von der antiken Mahagoni-Kommode springen. Notfalls muss man eben mit „Nobody’s Fault But Mine“ nachhelfen, denn auch da bebt der teure Parkettboden gewaltig. „I don’t give a fuck about dying„, so ein Statement regiert einfach! Rotziger geht’s nicht!

Grobe Gitarrensplitter fliegen bei „You Don’t Exist“ durch die Luft, so gnadenlos vergewaltigen Winnebago Deal ihre Werkzeuge. Eine Staubwolke aus feinsten Wüsten-Rock-Partikeln begräbt rigoros alles, was sich ihr in den Weg stellt. Kratziger, ohrenbetäubender Sound hallt in „Set In Stone“ über die Baustelle. Ben Perrier (vocals/guitar) hustet sich die letzten brachialen Töne aus seiner bröckligen Staublunge. Spätestens jetzt blinkt das ‚Betreten Auf Eigene Gefahr’–Schild. Es fehlt nicht mehr viel und alles liegt in Schutt und Asche.

Zum finalen Schlag holen Ben und sein Kompagnon und Namensvetter Ben Thomas (drums) mit „Frostbiter“ aus. Wie von Sinnen bringen Punk-Drumming, Hardcore-Shouts und Rock’n’Roll-Gitarren in nur einer verdammten Minute das komplette Haus endgültig zum Einsturz. Krawall, Bumms und aus! Das nennt man schnelle und verlässliche Arbeit!

von Sarah Rademacher

Tracklist von „Career Suicide“:

1. Heart Attack In My Head
2. Tokyo Rip
3. I Want Your Blood
4. Nobody’s Fault But Mine
5. You Don’t Exist
6. Poison
7. Ain’t No Salvation
8. Murder Will Out
9. Career Suicide
10. Avalanche
11. Set In Stone
12. Suicide Pact
13. Frostbiter
14. Can’t See, Don’t Care, Don’t Know

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