Interview Rupert Keplinger (06/10)

Juni 4th, 2010 | By Sarah

Sarah Reinke von Mindfuck Society stellte Rupert Keplinger nach seinem Ausstieg aus der W-Band ein paar Fragen in Bezug auf seine musikalische Zukunft. Wir wünschen Rupert auf jeden Fall beruflich, sowie persönlich alles Gute.

Rupert, wie gehts dir? Was steht grade bei dir so an Projekten oder Studioarbeiten an und für welche Künstler?

Rupert Keplinger: Danke der Nachfrage, mir geht’s sehr gut! Im Moment arbeite ich wieder an mehreren Sachen gleichzeitig. Da wäre zum einen der Sänger „Kolja“, mit dem ich in den letzten Monaten an zehn Titeln geschrieben und produziert habe. Mit im Boot ist auch der Autor „Klaus Hirschburger“. Acht dieser Titel haben wir komplett fertig gemacht, von Zeit zu Zeit kommt noch ein neuer Song dazu. Der Schwerpunkt bei diesem Projekt liegt im Moment aber bei der Vermarktung und Konzerten. Wir haben jetzt zwei kleine, aber überraschend erfolgreiche Gigs in Hamburg gespielt und planen gerade das Showcase für die Medienpartner. Interessanterweise hat sich ergeben, dass wir die Songs live in akustischem Gewand präsentieren. Das hätten wir uns bei der Produktion auch nicht gedacht, aber Musik lässt sich halt nicht planen…trans.gif

Dann arbeite ich mit „Franky Ziegler“ zusammen, dem Sänger der Band Panik (Ex-Nevada Tan), die sich ja aufgelöst haben. Franky macht jetzt ein Soloalbum und dafür haben wir zusammen mit der Texterin Katrin Schröder bis jetzt drei tolle Songs geschrieben und produziert; beim letzten nehme ich heute abend noch die Gitarren auf. Das ganze Ding ist noch im Entstehen, also bis es davon was zu hören gibt, wird noch einige Zeit vergehen. Die meisten Songwritingjobs mache ich mit zusammen mit Katrin Schröder, mit ihr hab ich ja auch die ganzen Maffay-Nummern geschrieben, mittlerweile sechs Stück. Ebenso den Song „Alles was bleibt“ für das Soloalbum von „Peter Keller“. Auch da ist die Produktion noch am Laufen…Zwischendurch helfe ich auch „A und O Filmmusik“ beim Vertonen einer ZDF-Serie, die im Herbst fertig wird.

Wann und wo kann man dich mal wieder live bei einer Band auf einer Bühne erleben?

Rupert Keplinger: Im Moment nur bei den kleinen Unplugged-Gigs mit Kolja, die Termine stehen auf www.koljaaa.de.
Im Herbst ist einiges mit Peter Keller geplant, da werde ich dann endlich mal wieder als Bassist aktiv sein, das hab ich schon vermisst…

Bleibst du weiter freier Berufsmusiker für andere Bands/Solokünstler, oder strebst du irgendwann nochmal eine längerfristige Bindung an eine Band an?

Rupert Keplinger: Ja und ja. Ich denke, ich werde immer frei arbeiten; von Bands, die einem verbieten mit anderen Künstlern zu arbeiten, halte ich nicht viel. Aber so was ist mir auch noch nicht passiert. Trotzdem bin ich natürlich gerne in eine Band wie die von Kolja eingebunden, solange effizient und professionell gearbeitet wird.

Wie läuft die Arbeit mit Peter Keller und Kolja? Was hat dich daran gereizt?

Rupert Keplinger: Beide sind sehr gute Freunde von mir, das ist schon mal das wichtigste. Und beide sind äußerst musikalisch und sehr fokussiert in dem, was sie machen. Außerdem finde ich es großartig, wenn man sich gegenseitig ehrlich und schonungslos kritisieren kann, ohne dass jemand beleidigt ist. Das ganze oberflächliche „Klingt super, total geil!“-Gerede bringt einen ja kein Stück weiter. Es klingt nämlich NICHT immer alles super, das ist einfach Fakt.

Wie würdest du im Nachhinein die Zeit und Arbeit mit Stephan Weidner und den Bandmitgliedern beurteilen. Hat es dich irgendeiner Weise inspiriert oder war es nur ein Projekt?

Rupert Keplinger: Naja, „inspiriert“ ist vielleicht nicht ganz das richtige Wort, ich schreib ja keine Songs mit Gedanken an diese Zeit. Es war in den ca. 2 Jahren ein recht intensives Projekt. Ich hab natürlich auch viel dazugelernt, am meisten hab ich mir wahrscheinlich von Michael Mainx abgeguckt. An Stephan fand ich super, dass er so offen war für Songwriting-Ideen von mir, das ist schließlich nicht selbstverständlich. Und die Band war sowieso cool. Mit Dirk hab ich eh schon jahrelang zusammengespielt, JC hab ich schon bei der Produktion ins Herz geschlossen, der einzige „Neue“ war Henning. Aber wer Henning nicht sofort total gerne mag, muss ein komischer Mensch sein 🙂

Hast du nach dem Ausstieg bei „Der W“ Fanreaktionen persönlich mitbekommen und wenn ja, wie sahen diese aus?

Rupert Keplinger: Ein paar Leute haben mich über MySpace angeschrieben, natürlich nur die, für die das ein Thema war.

Besteht noch weiterhin Kontakt zu den einzelnen Musikern?

Rupert Keplinger: Ja klar, lustigerweise am meisten zu dem, der am weitesten weg wohnt. Ich hab im Januar wieder die ganzen Florida-Guys um Pro-Pain besucht. JC macht einfach die besten Burger, da kommt keiner ran! Dirk kenne ich schon seit ca. 6 Jahren, der ist durch seinen Job als Gitarrenlehrer und Familienvater immer sehr eingespannt, aber manchmal kann man ihn mit Bier und Jägermeister rauslocken 😉 Bei Henning war ich letztens beim Konzert seiner Band Jingo de Lunch. Das sollte jeder mal gesehen haben! Im Moment bin ich aber selten in Berlin und Henning kaum in Hamburg.

Du hast auch mal bei „Übergas“ als Gitarrist mitgewirkt. „Übergas“ ist ja eine deutsche Metal Band und im Vergleich zu Peter Maffay schon extrem anders. Was hat dich daran fasziniert? Wie würdest du die Zeit rückblickend kommentieren? Hast du noch Kontakt zu Übergas?

Rupert Keplinger: Klar, Übergas klingt komplett anders, aber das macht ja nix. Ich komme ja aus der Metal-Ecke, und finde es immer herrlich, wenn man mal wieder richtig laut sein darf. Die Zeit mit Übergas war super und hat großen Spass gemacht. Krispin, der Sänger, ist auf jeden Fall ein sehr außergewöhnlicher Mensch! Zu ihm hab auch noch Kontakt, G-Man ist oft in seiner Heimat USA und war dort mit Nneka auf Tour und Gudze treff ich irgendwie nicht so oft.

Wie bist du zu Popstars gekommen und hat die Arbeit Spaß gemacht oder war es eher eine Qual mit Anfängern zu arbeiten?

Rupert Keplinger: Ich hab bei Popstars im Team um Peter Keller die Playbacks für die Shows produziert; aus rechtlichen Gründen müssen die neu aufgenommen werden. Ich hab dafür Bass und Drums gemacht, dabei hatte ich den ganzen Sommer nie was von den Kandidaten mitbekommen. Gegen Ende sollten die Sänger sich auch mal mit einer Live-Band im Rücken bewähren. Also bin ich mit Freunden von mir nach München, dort haben wir erstmal Weißwurst und Leberkäse-Semmeln gegessen und dann haben wir die Aufzeichnung gemacht. Ich hab ja schon viel mit unterschiedlichsten Sängern gespielt und es ist nur sehr selten, dass man jemanden hat, der wirklich ein guter Vokalist ist. Meistens geht es ja um den Personenkult. Deshalb hab ich’s wie immer gemacht, nicht zu viel Gesang auf den Monitor und ab geht’s 😉

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