Archive for April, 2010

Interview mit Krispin von Übergas online

April 26th, 2010 | By Sarah

Sarah Reinke von Mindfuck Society traf sich Anfang April im Studio mit Übergas.

Herausgekommen ist ein kleines nettes Interview mit Krispin.

Hört mal rein und vergesst nicht die neue Übergas CD im Herbst zu kaufen.

Hier geht es zum Interview.

Danke für sieben Jahre Support!

April 25th, 2010 | By Sarah

Exakt genau vor zwei Jahren ging die Mindfuck Society online. Davor gab es schon fünf Jahre lang GUSD und somit die brandheissesten News von Stephan Weidner und Pe Schorowsky zu diskutieren.

Heute an diesem sonnigen Tag sagen wir von der Mindfuck Society danke an euch Leser und User !

Danke für die jahrelange Treue, Aktivität und Support !

“Was wir sind  – sind  wir zusammen!”

Viele Grüße aus Berlin

Fazit Diskussion Fanz 89/09 in Leipzig

April 23rd, 2010 | By Sarah

Fanz 89/09 lud zur Präsentation und zum Diskurs zum Thema „Wir hatten keine Väter aber Onkelz“ – das Gefühl nach der Wende ein.

Regisseurin Mareike Mikat inszenierte ihr Stück mit einer Filmpräsentation plus schauspielerischen Live-Performancen. Auf Leinwand konnten die knapp 199 Fans Interviews mit Onkelz-Fans, die ihren Unmut über die Zeit nach der Wende äußerten verfolgen, sowie die Bedeutung der Onkelz in der DDR. Bilder wurden von weinenden Menschen beim Fall der Mauer gezeigt sowie von trauernden Onkelz-Fans auf dem Lausitzring. Was verbindet diese Menschen war eine der entscheidenden Fragen des Abends. Die Menschen weinen immer erst, wenn etwas vorbei ist und es sie selbst betrifft – erst dann fühlen sie sich betroffen. Diese Aussage teilten die Diskussionsteilnehmer allesamt. Neben Regisseurin Mikat, Stephan Weidner waren auch Soziologe Wolfgang Engler und Moderator Uwe Bautz zu Gast.

Ein reger Diskurs kam nicht wirklich zu Stande, zu breit gefächert schien dann doch das Thema zu sein. Der Zusammenhang zu den Onkelz war nicht immer erkennbar. Gott sei Dank entfachte sich keine „Onkelz und Rechts“ Diskussion und auch einige Publikumsfragen, die keine Relevanz zur Veranstaltung hatten, z.B. irgendwelche Kevin Russell Pressegeschichten, wurden ziemlich schnell im Keim erstickt.

Mikat hat dennoch mit ihrer Präsentation einige Tränen der Erinnerung in Fans und auch in Stephan Weidner hervorgerufen. Zu groß ist einfach das Band zwischen Band und Fans. Die Szenen vom Lausitzring waren wieder ins unmittelbare Gedächtnis gerückt worden.

Heute in der Skala Leipzig: Fans 89/09 mit Stephan Weidner

April 22nd, 2010 | By Sarah

Wer die Möglichkeit hat heute abend um 20:00 Uhr in Leipzig zu sein, der sollte sich unbedingt den Diskurs “Fans 89/09″ von Regisseurin Mareike Mikat sich ansehen.

„Insofern glaub ich, dass es eine Suche ist, diese bedingungslos ehrliche, aus dem Bauch herauskommende Energie wiederzufinden, die man aber ganz schwer zu fassen kriegt, wenn man sie gedanklich oder nennen wir es mal intellektuell versucht zu transportieren. Das führt, glaube ich, dazu, dass man entweder in den Rückzug geht und sagt ‚OK, das war ’ne schöne Jugendzeit und ich arrangier mich jetzt mal ’n bisschen‘; oder man versucht relativ verzweifelt, nach dieser Zeit zu graben, und sagt ‚Ich will dieses Gefühl wieder haben‘. Ich versuch das wahrscheinlich auch, weil mich das so maßgeblich geprägt hat, dass ich viele Dinge danach einfach nicht mehr ernst nehmen kann.“ „Klar, früher waren es die BÖHSEN ONKELZ, jetzt ist es RAMMSTEIN, und es wird immer Gruppen geben, die Gefühle ausdrücken, also Gefühle von Generationen.“ „Nach der Wende ging’s ja richtig los. Da waren echt krasse Leute unterwegs. Wenn die dir Dresche angeboten haben, dann meinten die das ernst, die meinten nicht nur ‚Ich schubs dich mal ’n bisschen rum‘.“ Nach Arbeitspräsentationen und Diskussionen stehen im Langzeitprojekt FANZ 89/09 jetzt die Interviews im Mittelpunkt, die während der Recherche von Mareike Mikat geführt wurden. Die Interviews sind Ausgangsmaterial für den Versuch, das Phänomen der Generation Übergangsphase theatralisch zu verarbeiten und auf die Bühne zu bringen. Pubertät, also persönliche Wende, und gesellschaftlicher Umbruch fielen hier zusammen, alles wurde umgeworfen, alles verändert und keine Richtung ausgewiesen, der man hätte folgen können. Die Musik, die harten Texte der BÖHSEN ONKELZ verliehen vielen Mitgliedern dieser Generation jenen Halt und Ausdruck, den sie anderswo nicht fanden.

Im Anschluss an diese Präsentation diskutieren Regisseurin Mareike Mikat, Soziologe Wolfgang Engler und Stephan Weidner von den Böhsen Onkelz über die Zeit nach 1989, die Auswirkungen des Systemwechsels auf das Selbstverständnis der damaligen Jugend und die Rolle ,die die Musik der Böhsen Onkelz dabei spielte.

Ein Teil der Mindfuck Society wird vor Ort sein und hoffentlich mit einem Bericht von der Veranstaltung wieder zurück kommen. Wir sind sehr gespannt und freuen uns auf die Diskussion.

Alles weitere findet ihr unter : http://www.centraltheater-leipzig.de/centraltheater/programm/skala/inszenierung/aktuell/fanz_8909/

Tourtagebuch: Der W live in Stuttgart 07.April 2009

April 13th, 2010 | By Sarah

Lange hat’s gedauert, hier gibt es nun unseren exklusiven Tourtagebuchbericht zum Konzert von der W in Stuttgart am 07.04.2009 zu lesen.
Ich habe es immer noch nicht geschafft die ganze Tour für mich aufzuschreiben, deswegen bitte ich um Verzeihung das es mit den weiteren Reviews noch ein wenig dauern kann…

Der W live im Longhorn/LKA Stuttgart, 07.April 2010

Dieses Mal musste ich Gott sei Dank nur drei Tage auf mein nächstes W-Konzert warten.
Nachdem ich mir schon einige Gedanken über Stpehans Verfassung gemacht hatte, war ich sehr gespannt, wie fit er heute auf der Bühne sein würde. Ich stellte mich schon mal auf keine Zugabe ein.

Leider hatte ich an dem Tag noch Uni und konnte erst gegen Mittag Richtung Stuttgart starten. Ein kurzer Zwischenstop in Mannheim um mit Meli und Michaela weiter zu reisen, die mich heute begleiten würden.
Die Fahrt von Mannheim zog sich ewig ,wir kamen in einen Stau und die allgemeine erste Reihe Panik machte sich schon wieder breit. „Wir kommen bestimmt viel zu spät an…oh nein..“ Zig solcher Gedanken machten sich wieder in unseren Köpfen breit und wir waren schon am Rande des Wahnsinns… 😉
Allerdings hatten wir das Glück, dass auch Kristina und Thomas, die wir im Laufe der Tour kennen gelernt hatten, heute vor Ort in Stuttgart sein würden. Als wir vor dem LKA Longhorn in Stuttgart ankamen ,war schon eine beachtliche Menge an Fans da. Kristina und Thomas hatten sich schon vor der Einlasstür platziert, denn dieses Mal gab es keine Schleusen. Die Halle schien dafür zu klein und der Vorplatz vor dem Club schien mit seinen Treppen dafür auch nicht geeignet zu sein. „Darf ich mal durch..“ „Achtung..“ „Ich müsste mal..“ „Ich kenne da jemanden..“ mit diesem Repertoire an Sprüchen boxten wir uns bis nach vorne durch und nahmen von der Halle bei Kristina und ihrem Freund platz.
Der W live in Stuttgart

Ich musste natürlich sofort wieder die Fans mustern und dieses Mal schien es mir eine gute Mischung zu sein. Viele Onkelzfans waren da, die mit Sicherheit schon einiges an Konzerten mitgenommen hatten in der Vergangenheit. Jedenfalls wirkten sie nicht wie blutjunge und unerfahrene W-Konzertgänger. Aber natürlich gab es auch einen Haufen junge Fans, die es wieder nicht lassen konnten ,sich vor dem Club ins Nirvana zu saufen. Da tranken die Halbstarken wieder cool aus ihren Bierdosen, stimmten Onkelzlieder an und waren dermaßen textunsicher, dass einem speiübel werden konnte. Letztendlich sangen sie ein paar Mal hintereinander „Mexico“, denn das war das einzige Lied, was fehlerfrei von statten ging. Auffällig war ein Punkmädel im Alter von maximal 17 Jahren. Sie soff die ganzen Jungs dermaßen unter den Tisch, rülpste, torkelte und grölte. Doch zu ihr werde ich mich nachher noch mal näher äußern.

Die Nightliner standen heute direkt vor dem Club und wir hatten einen schönen Ausblick auf die Busse. Ich dachte mir ,dass Marco (Backliner) sicherlich irgendwo in der Nähe sei und schickte ihm eine SMS. Es dauerte nicht lange und ich bekam Antwort. „Ich seh dich.“ – Verwirrt blickte ich mich um, konnte aber nirgendwo in der Menge einen Marco erblicken. „Ah, er ist bestimmt im Bus..“ dachte ich mir und schrieb ihm meine Vermutung zurück. Als Feedback bekam ich die Anweisung zu ihm in den Crewbus zu kommen, er hatte keine Lust sich durch das Fan-Gemenge zu wühlen. Also verließ ich meine Tourbande kurz und machte mich auf zum Crewbus. Marco bat mich herein und wir machten es uns erst mal auf den Ledersitzen bequem. Er erzählte mir von den Shows in Pratteln, von lustigen Tournächten nach Salzburg und das er jetzt der neue „Tourfriseur“ sei. Er hatte Dirk Czuya und vielen von der Crew in Pratteln spontan einen Irokesenschnitt verpasst. Ich blickte mich im Bus um und entdeckte doch tatsächlich meine Luftgitarre von Leipzig wieder ,die ich Stephan auf die Bühne geworfen hatte. Jetzt hatte sie also einen Platz im Crewbus gefunden und Marco berichtete mir ,dass es an manchen Abenden im Bus schon einen kleinen Contest mit der Gitarre gegeben hätte. Das klang nach jeder Menge Spaß und Action.
Der W live in Stuttgart

Durch die verdunkelten Scheiben konnte ich mir die Fans draussen angucken,  wie sie vor der Halle warteten. Auf der anderen Seite des Busses sah man durch  die Fenster, wie einige männliche Fans direkt hinter dem Nightliner ins  Gebüsch pinkelten. Ja, damit hatten sie wohl nicht gerechnet, dass man aus  dem Bus hinaus sehen konnte ,aber nicht hinein.. 😉

Ich wollte meine Bande nicht zu lange warten lassen ,schließlich war auch  bald schon wieder Einlass, so verließ ich den Bus wieder, denn Marco wollte  sowieso noch eine Runde Schlaf tanken.
Vor der Halle begegnete mir Micha und er erzählte, dass es einige technische  Probleme im Vorfeld gegeben habe. So verzögerte sich der Soundcheck ,da gut  eine Stunde Stromausfall in der Halle war und man jetzt eifrig mit den  Stromwerken in Verbindung stehen würde, um eine Garantie zu haben, dass  heute Abend auf der Bühne kein erneuter Ausfall passieren würde. „Sonst gibts  eben W Unplugged..“ grinste Micha und die Vorstellung gefiel mir natürlich.

Das der Einlass sich verzögerte viel natürlich den meisten Fans vor der Halle auf und es begann unruhig zu werden. Öfters mal öffnete sich der Türspalt der schweren Stahltür und ein Security lugte kurz heraus. Dieses Mal gab es keine Schleusen. Die Fans mussten durch eine Tür rennen und wurden zwischen Tür und Foyer kurz von den Securitys gestoppt um die Karten zu entwerten. Aufgrund der fehlenden Schleuse gab es natürlich auch keine zivilisierte Schlange am Einlass und alle drängelte sich um die Stahltür herum. Blöderweise ging die auch noch nach außen auf, aber das wollten einige Fans direkt dahinter nicht verstehen.

Auch das junge Punk-Mädel stand dort und fiel durch ihren Biergestank meiner Nase mehrmals auf. Ich habe ja nichts gegen ein zwei Bier auf Konzerten – aber das man sich vor dem eigentlichen Spektakel schon so dermaßen zu Grunde richtet, dass man kaum noch stehen kann ,verstehe ich nicht wirklich.

Da mir das Mädel aber immer mehr auf die Pelle rückte und ich so etwas partout nicht leiden kann, versuchte ich mich, mit ihr gut zu stellen. Sie klagte über Hunger und ich bot ihr meinen Kuchen an, den ich mir aus der Mensa noch eingepackt hatte. Das gefiel ihr und sie vergnügte sich mit meinem zerbröckelten Marmorkuchen und  verzog sich ein paar Zentimeter weg von mir.

Der W live in Stuttgart

Der Einlass folgte dann doch noch und gegen 18:45 Uhr stürmte der Mob durch die Tür. Die Location war nicht wirklich groß und die erste Reihe nicht sonderlich breit. Zwar kamen alle von unserer Bande in die erste Reihe, doch das war ab der ersten Minute kein Vergnügen. Es wurde gedrängt und geschupst und das von der Seite. Die Punkerlady stand doch tatsächlich zwei Leute weiter von mir und pöbelte massiv herum. Das sollte noch ein Spaß mit ihr werden.

Mir tat die Hüfte nach einiger Zeit des Stehens so weh, dass ich mich kaum noch auf den Beinen halten konnte – so sehr wurde von links und rechts gedrückt. Von hinten kam komischerweise überhaupt kein Druck.

Pro Pain kamen um 20:00 Uhr auf die Bühne und dies war meine erste Pro Pain Show aus der ersten Reihe, nachdem ich in Salzburg glücklicherweise Backstage war. Die Jungs sind sympathisch, doch musikalisch nicht ganz meine Welle. Allerdings kam ich mir Mühe ein bisschen mit zu wippen, damit die Zeit schneller vergehen würde.

Das tat sie auch und das Gedränge nahm kontinuierlich zu. „Wir wollen den Weidner sehen, wir wollen den Weidner sehen..“ die Gesänge begannen wieder und als blaues Licht die Bühne bestrahlte konnte es auch schon los gehen. Das Intro und die ersten Töne vom „W,2,3“ erklangen und Stuttgart rockte. Die Bühne war so dermaßen tief, der Weidner war zum greifen nah und er hatte sichtlich Spaß. Auch humpelte er gar nicht mehr so stark, wie in Salzburg – es schien ihm besser zu gehen. Nach einigen Liedern hatte sich der Club stark aufgeheizt und der Satz „Sind hier drin 1000 Grad oder ist es Fieber“ bekam eine ganz neue Bedeutung. Stephan verteilte mehrmals Wasser und Bier an die Leute und ich war dankbar auch eine Flasche Wasser zu bekommen. Das alles hatte schon wieder „Onkelz-Konzert-Charakter“ und es war wirklich ein geiles Gefühl.

Premiere des heutigen Abends war natürlich die neue Zugabe. „Too drunk too fuck“ flog leider raus und präsentiert wurde „Dancing with myself“ von Generation X. Ein so geiles Lied mit einer so geilen W-Performance – Ich mochte es sofort.

Stephan äußerte sich mehrmals dass Stuttgart ganz großes Kino gewesen wäre und das Konzert konnte als „Topspiel“ abgehakt werden.

Nach der Show gesellte ich mich noch kurz zu Micha, der allerdings mit dem Abbau der Backline beschäftigt war. Draussen vor der Halle gaben Pro Pain und auch Rupert noch einige Autogramme. Wie Augenzeugen berichteten wurde Stephan Weidner später noch beim nahgelegenen MC Donalds gesichtet, ja auch Mucker werden hungrig und haben manchmal das Verlangen nach einem dicken Burger.

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