Wer die DVD “Von A nach W” hat, der erinnert sich vielleicht wie schlecht Stephan Weidner nach seinem Gig im Captitol Hannover im April 2009 drauf war. Die Leute standen ihm damals zu weit weg und er kam gute fünf Minuten nicht mehr aus dem Meckern raus, wie man in den Backstage-Sequenzen auf der DVD sieht.
Was ich gestern allerdings in der AWD-Hall in Hannover erlebt habe, hätte den W auf DVD bestimmt eine Stunde lang meckern lassen. Diese Support-Show gestern war mit Abstand das aller schlechteste Konzert , was ich jemals erlebt habe – und ich habe schon viele Onkelz/W-Konzerte erlebt.
Doch ich will Argumente für meine negative These bringen:

1.Punkt: Die Halle
Als ich gegen mittag das erste Mal die Halle betrete, kommen sofort wieder Erinnerungen an die Halle Münsterland in Münster 2004 hoch. Für alle, die damals nicht in Münster waren: Die Halle war mehr breit wie lang und dementsprechend sah ein Großteil der Fans damals nichts was auf der Bühne passierte und dränge von außen in den Innenraum. Die Folge war damals, ein Gedrücke der Extraklasse und das schon bei der damaligen Vorband “Wonderfools” – überstanden habe ich 2004 die erste Reihe aus diesen Gründen nicht. Also ahne ich schon ein schlimmes Gedränge für die Motörhead Show und gehe davon aus, dass es auch beim W so sein wird ,schließlich lief schon der ein oder andere Fan im W-Merch draußen vor der Location herum.

2.Punkt: Die Stimmung
Als das Konzert dann vom W um 19:45Uhr begann, war die Halle, die eine Kapazität von 5000 Leuten hat, kaum gefüllt. Auf den zwei Sitzrängen im hinteren Bereich saß ein Großteil Fans, vorwiegend natürlich Motörhead. Im eigentlichen Innenraum verirrten sich vielleicht 2000 Leute? Wenn überhaupt..Stephan zockte die ersten drei Lieder “W,2,3″,”Liebesbrief” und “Heiss” runter und ich kam mir vor, wie auf dem heimischen Sofa. Ich hatte in der ersten Reihe so viel Platz, ich hätte mich symbolisch hinlegen können. Von hinten kein Druck, von der Seite kein Druck – locker fünf Schritte zurück hätte ich gehen können..in der ersten Reihe schon ein paar W-Fans, aber Stimmung kam da auch nicht auf. Teilweise kam ich mir echt doof vor, weil ich die einzige Person vorne war, die ihre Hände hoch riss oder ab rockte. Je weiter die Show von Stephan voran schritt, desto mehr konnte man auch seine “Enttäuschung” ansehen. Er bemühte sich wirklich die Leute einzuheizen, aber es gelang ihm einfach nicht.

3.Punkt: Die “Fans”

Ich verstehe nicht, wieso einige W-Fans vor Ort waren und dann beim W wie die Ölgötzen rumstehen. Da hat sich kaum jemand bewegt oder mal für Stimmung gesorgt ,damit “unser” W mal ordentlich Support bekommt.
Dramatischer Höhepunkt des Abends war, als Stephan bei einem Lied gedankenversunken Gitarre spielte und ein Becher aus dem Publikum haarscharf an ihm vorbei flog. Kommentiert hat er die Sache nicht, aber ich gehe davon aus, dass er es bemerkt hat.
Als Stephan kurz hinter die Bühne verschwand um die Gitarren auszutauschen erklungen die ersten Publikumschöre mit “Auf Wiedersehn, Auf Wiedersehn”. Nein, in Hannover machte sich Stephan wirklich keinen Stein ins Brett.

Tapfer spielte der W seine 45 Minuten runter, manchmal dachte ich schon, er streicht ein-zwei Lieder aus dem Set, weil er vielleicht kein Bock mehr hat. Genauso gut hätte er vor leerer Halle spielen können. Zum Schluss verabschiedete er sich mit Worten wie etwa”Danke Hannover, auch danke an die, die mich vorher vielleicht noch nicht kannten und sich dennoch jetzt meinen Scheiss angehört haben”.

Ich habe dann auch sofort die erste Reihe verlassen, denn auch meine Stimmung war unter Null. Kurz sah ich noch ,wie Stephan draussen eine Zigarette rauchte und sich unterhielt, wahrscheinlich auch über den misslungenen Gig. Ich zog mir noch eine Weile Motörhead rein, entschied mich dann aber auch zur frühen Heimfahrt um schnell dieses Debakel zu verschlafen…