Archive for Dezember, 2009

Mindfuck Jahresrückblick

Dezember 28th, 2009 | By Sarah

Der Jahresrückblick ist fast schon Tradition bei uns, doch findet er dieses Jahr das erste Mal im Mindfuck Blog statt.
Schaut man nun auf die vergangenen 12 Monate zurück, fällt einem auf, dass 2009 wirklich ein Konzert-Jahr war. So eine Dichte an guten Konzerten gab es selten.

Weidner rockte im Frühjahr die Hallen

Begann es doch im März mit der ersten Tour von Stephan Weidner unter dem Namen Der W, die schöner hätte nicht sein können. Eine Reise durch ganz Deutschland, Österreich und die Schweiz innerhalb von vier Wochen. Einen Großteil hatten die Mitglieder der Mindfuck Society mit bereist ,dass stand alles außer Frage. Und man wurde nicht müde.
Es gab so viele Highlights, sei es die Aufführung von “Sleeping my day away” von D-A-D zusammen mit Der W in Göttingen und Frankfurt oder der erste gemeinsame Auftritt von Eschenbach im CocoonClub auf der Tour-Abschluss-Party vom W. Alles Momente an die man gerne zurück denkt.

Ohne Ende Festivals

Weiter ging es im Mai mit Wacken Rocks Berlin, wo neben D-A-D und dem W auch Volbeat ordentlich rockten. YEN gab im Juli ordentlich auf dem “Gute Töne Festival” in Pforzheim Gas und stellte damit den eigentlichen Headliner “Die Happy” ziemlich in den Schatten. Auch machten sich YEN mit ihrem ersten Unplugged-Album “Sofa-so good” in Deutschland bemerkbar. Wahrscheinlich die erste Band, die mit einem rollenden Sofa quer durch die Republik im vergangenen Sommer tingelte.
Der W war derweil auf Wacken und dem With full Force unterwegs, bevor er Ende August seine finalen Festival-Shows in Aurich, Kreuth und Dresden spielte.

Besuch aus Dänemark und lange Nächte im CocoonClub

D-A-D kam im September zurück nach Deutschland um ihre eigene Tour zu starten. Auch diese vier Dänen haben sich einen Platz in meinem Herzen erspielt und gehören auf jeden Fall in das Repertoire an Künstlern der Mindfuck Society. Bleibt zu hoffen, dass sie im nächsten Jahr Deutschland wieder besuchen werden. Ansonsten gibt es eine weitere Auslandsreise der Mindfuck Society, dieses Mal dann aber nach Dänemark.
Im November erschien endlich die Tour-DVD von Stephan und auch das Debüt-Album von Eschenbach. Es gab eine schöne Party im CocoonClub in Frankfurt, bei der Fans und Künstler zusammen feierten. Auch diese Party wird lange in Erinnerung bleiben.

Motörhead als Jahresabschluss

Wer dachte das Jahr wäre nun vorbei, der irrte sich gewaltig. Stephan Weidner wäre nicht Stephan Weidner wenn er nicht ordentlich noch mal nachlegen würde. Kurzerhand wurde er Vorgruppe bei der Deutschland-Tour von Motörhead. Neun Konzerte spielte er im Dezember und gewann dabei einiges an neuen Fans. Doch auch die üblichen Verdächtigen tummelten sich wieder in den ersten Reihen bei den Konzerten um den W gebührend zu unterstützen, denn es war nicht immer einfach.

Ausblick 2010

Jetzt kehrt langsam Ruhe ein und man kann gespannt auf das kommende Jahr blicken.
Was erwartet euch?
Zunächst einmal ein Interview mit Stephan Weidner auf die etwas andere Art und hoffentlich auch das lang geplante und sehnlichst erwünschte Interview mit Eschenbach. 
Live wird es auch wieder abgehen ,denn Eschenbach und auch YEN starten im Februar ihre ersten Konzerte.
Ja und was macht eigentlich Pe? Von Pe werden wir bestimmt 2010 das ein oder andere noch hören, denn irgendwann muss auch er fertig werden – das werden wir hier alles genau unter die Lupe nehmen.
Vielleicht werden auch neue Künstler bei Mindfuck Society auftauchen, die Tür steht offen, das Bier ist kalt – wir warten auf einige nette Tage und Nächte 2010.

Auf in ein neues Jahr, rutscht gut und spart euch eure Support-Kräfte für 2010 gut auf.

Eschenbach Tourdates 2010

Dezember 20th, 2009 | By Sarah

Folgende Tourdaten für Eschenbach sind bis jetzt bekannt:

06/02/2010 – Turbinenhalle, Oberhausen
07/02/2010 – Underground, Köln
12/02/2010 – Sinkkasten, Frankfurt
13/02/2010 – TBA, TBA
14/02/2010 – Backstage, München
18/02/2010 – Spektrum, Augsburg
19/02/2010 – Riders Café. Lübeck
20/02/2010 – Knaack, Berlin
21/02/2010 – Markthalle, Hamburg
25/02/2010 – TBA, Nürnberg
26/02/2010 – TBA, Bremen
27/02/2010 – N8, Osnabrück

sowie das Kister Rock Open Air am 14.August 2010 in Kist.

Der W supports Motörhead: Day nine – 12/12/09 Chemnitz

Dezember 18th, 2009 | By Sarah

Der letzte Halt auf der kleinen Winter-Support-Tour für Motörhead führt uns tief in den Osten, genauer gesagt nach Chemnitz.

Chemnitz ist keine schöne Stadt, da hatte ich mir nach meinen Impressionen aus Leipzig und Dresden schöneres erhofft.

Doch wir sind ja auch nicht zur Stadtbesichtigung da, sondern um ein letztes Mal für 2009 den W und seine Bande zu supporten.

Mittags machen wir uns auf ins Chemnitz Center ,ein Einkaufszenttrum am Rande der Stadt, direkt an der Autobahn, wo der W heute fleissig Autogramme geben wird.

Location für das Spektakel ist der Saturn. Wir kommen um kurz vor 14:00 Uhr dort an und staunen nicht schlecht. Der ganze Laden ist überschwemmt von Onkelz oder W-Fans und aus den Boxen dröhnt wieder einmal die Live in Berlin. Organisatorisch ist das alles ein Fiasko und man wünscht sich sehnlichst die Disziplin und die Ordnung zurück, wie sie in Berlin im Alexa stattfand. 

In Chemnitz ist die Autogrammstunde direkt im Saturn drin, dass heißt, in den engen Gängen zwischen Mp3-Player und Waschmaschinen ist ein kleiner Tisch aufgebaut an dem der W gleich Platz nehmen soll um Autogramme zu schreiben. Dieser Bereich ist total umringt von hunderten Fans. Da fragt man sich doch, wie soll der W in diesen “Käfig” erst einmal gelangen? Klar ,er muss sich durch die Menge schlagen, welch eine grandiose Organisation, denkt man da sich und schüttelt mit dem Kopf. Auch hier im Saturn werden die Fans animiert “Wir wolln den Weidner sehen” zu rufen und unbeteiligte Einkäufer sind ziemlich verwundert über diesen Lärm.

Ich sehe Stephan wie er sich mit Till durch die Leute bahnt. Sofort geht ein Knipslichtgewitter los und die Leute drängen sich dicht an dicht. Alle wollen ganz nah an Stephan Weidner sein, am besten bevor er in seinem 4qm Käfig ist. 

Stephan läuft an mir vorbei ,sieht mich, stupst mich kurz an und grinst. Das obligatorische “Na auch schon wieder da?” kommt aus seinem Mund. Klar, denn eine muss doch den Support am Leben erhalten.

Stephan verschwindet in seinem Bereich und die Autogrammstunde beginnt. Wir schauen uns das Treiben einige Meter von hinten an und inspizieren das Geschehen. Für uns sind bei diesen Autogrammstunden viel mehr die Fans interessant, als Stephan. Jeder von uns hat genug Autogramme und/oder findet es unsinnig sich dort anzustellen. Für was denn? Das sieht alles sehr nach Massenabfertigung aus und schön wirkt das nicht. Allerdings kann ich jeden Fan verstehen, der noch kein Autogramm von Stephan Weidner hat und endlich mal sein Idol treffen möchte. Als ich den W vor guten 6 Jahren das erste Mal traf war mein erster Wunsch auch ein Autogramm – das liegt wohl in der Natur des Fans. Mittlerweile kann ich dieses Unterschriftenspektakel nicht mehr nachvollziehen.

Zumal es auf den Autogrammstunden dieses Mal nicht mal eine persönliche Widmung oder ein Foto mit Stephan gibt,

Aber egal, es gibt genug glückliche Fans, die sich freuen Stephan kurz zu sehen und das freut auch mich. Immer wieder stelle ich fest ,dass er wirklich die Gabe hat, mit dem was er macht ,Leute glücklich zu machen und das ist schön und das sieht man sich auch definitiv gerne an.

Nach 15 Minuten ist mir das Gedränge und Geglotze aber zu viel und wir ziehen es vor an die Arena in Chemnitz zu fahren.

Dort angekommen, erinnert alles wieder an die Arena Treptow in Berlin. Genauso trostlos und ein ähnlich hässlicher Kasten. Die Akustik wahrscheinlich genauso schlecht.

Mirko, der Merchandiser vom W, ist hoch motiviert. Erstens: Es ist die letzte Show, denn das Heimweh nach Frau und Kind hat ihn gepackt und er ist mehr als froh, wenn das Tour-Spektakel vorbei ist. Zweitens: Er hofft auf einen guten Merchandise-Verkauf. Wieso? Weil auf der Headline-Tour Chemnitz ausgelassen wurde. Vielleicht schlummern hier noch potenzielle W-Merch-Käufer?

Ich helfe ihm kurz den Stand verkaufsfertig zu machen, bevor ich mir den Soundcheck von Motörhead und der W-Band angucke.

Ich habe keine Chance gehabt auf Tour mit Lemmy zu sprechen und dies wird sich wahrscheinlich auch heute in Chemnitz nicht ändern. Da wird man gerne noch mal untergebener Fan, bei so einer Legende..und ich hätte wirklich gerne ein Foto mit Rock’n’Roll Lemmy gehabt, aber die Scheu davor ihn anzusprechen, siegte mal wieder. Vielleicht war es auch besser so. Ich habe kaum Menschen gesehen, die direkt Kontakt hatten mit ihm. Selbst Mittags sah ich ihn nie in der  Halle…kurz beim Soundcheck ,wenn überhaupt und dann erst wieder später am Abend, wenn er auf die Bühne ging. Schon eine krasse Gestalt, aber cool…Ehrfurcht lässt grüßen.

 

Die W-Band macht heute ohne Stephan Soundcheck ,dass finde ich ein wenig traurig, aber da kann man nix machen. Dafür sind Dirk, Henning und JC super drauf und machen jede Menge Faxen beim Soundcheck. Micha Mainx hat damit zu kämpfen, dass alles einigermaßen gesittet zu Ende geht.

 

Der Einlass ist dieses Mal pünktlich um 18:00 Uhr und der Ansturm auf die erste Reihe ist groß. Neben mir platziert sich ein Motörhead-Fan. Er ist allein, total still und das wirkt schon wieder komisch.

Bei Black Stone Cherry geht es heute nicht so gut ab, allerdings schenkt mir Drummer Jon seinen Drumstick zum Schluss. Nette Geste, die werde ich mir doch in Erinnerung behalten. Den Typ neben mir leider auch ,der stand steif wie ein Brett in der ersten Reihe. Keine Bewegung. Okay, vielleicht sagt ihm die Vorband nicht zu, aber man kann sich ja wenigstens etwas bewegen und nicht so doof seine Arme auf dem Gitter lassen.

Es ist viertel vor acht und das Intro vom W ertönt. Ich freue mich und bin traurig zu gleich. Das ist also die letzte W-Show 2009. Da muss doch noch mal alles gegeben werden!

Ich will abrocken aber ich kann nicht! Hinter mir ist ein riesiges Loch. Es gibt sozusagen keine zweite oder dritte Reihe. Erst danach steht ein neues Pulk mit Menschen, die ziemlich desinteressiert auf die Bühne blicken.

Auch der Typ neben mir steht starr wie eine Salzsäule. Das kann doch alles nicht wahr sein ,denke ich und versuche dennoch abzurocken. 

Doch es gelingt mir einfach nicht. Dadurch, dass der Typ neben mir steif wie ein Brett in der ersten Reihe steht, kann ich nicht gescheit abgehen, denn immer wieder bleibe ich mit meinem linken Arm an seinem hängen. Doch es interessiert ihn nicht. Er bleibt stehen und glotzt  nur desinteressiert auf die Bühne. Einmal erwischte ich ihn, wie er mich total verwirrt von der Seite angaffte. Ich glaube mit meinem überschwänglichen W-Support hatte er nicht gerechnet.

Zunehmend machte mich der Typ mehr aggressiv. Ich wollte doch das letzte Konzert gebührend feiern aber so ging das einfach nicht. Hinter mir kein Druck und keine Stimmung und links neben mir auch nicht.

Es ging soweit, dass ich mir mehrmals dachte :”Ey Sarah, geh raus…geh raus aus der ersten Reihe, dass ist hier einfach nur noch peinlich und scheisse..” und so kam es dann auch. Ich packte meine sieben Sachen und verließ meinen Platz.

Ich drängte mich in Reihe zwei hinter meine Mindfucker Thomas, Meli und Mella und versuchte dort weiter mit Stimmung zu machen.

Wir waren wirklich die einzigen W-Fans da Vorne, die sich bewegten und nicht nur doof auf die Bühne starrten.

Also rockte ich ein Lied in Reihe zwei, bevor ich mich dann zwischen Meli und Mella drängelte um wieder ganz Vorne zu stehen. Jetzt war es dementsprechend eng vorne und die Hüftknochen begannen wieder weh zu tun. Ja, also..endlich..endlich wieder Konzertgefühl wie es sein muss.

Leider war das Konzert vom W von der schlechten Stimmung in Publikum doch sehr überschattet, so war zumindest mein Empfinden.  Till hingegen meinte ,dass im hinteren Bereich schon einige Leute gestanden hätten, die Stimmung gemacht hätten. Davon bekam ich leider nichts mit.

Die Show von Motörhead lief dagegen deutlich besser ,wie erwartet. Ich schaute mir dieses Mal fast das komplette Set vom linken Bühnenrand aus an und sie gefallen mir wirklich immer besser. Dieses Schlagzeugspiel von Mikkey Dee, echt der Wahnsinn.

J.C. taucht neben mir auf, er filmt das Drumming von Mikkey Dee. Ob sich da jemand was abgucken will für die nächste Tour? Cool wäre es ja.. ;-)

Nach Motörhead geht wie immer alles ziemlich schnell. Die Busse fahren um 2:00 Uhr nachts weiter und bis dahin muss alles abgebaut sein. Während die Crew der jeweiligen Bands, alles in den Trucks verstaut, beginnt im Backstage ein kleiner Umtrunk. Stephans Freundin Heidi feiert heute ihren Geburtstag und das will man nett im “kleinen” Kreise feiern.

So wird also mit Sekt und Musik die Support-Tour für Motörhead zu Ende gebracht – Danke an alle Beteiligten, es waren wirklich coole zwei Wochen Rock’n’Roll.

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