CD Review Eschenbach

Oktober 28th, 2009 | By Sarah

Eschenbach – “Eschenbach” (Release: 13.November 2009)

Eschenbach. Mitunter eine der Scheiben 2009, auf die man sehnlichst gewartet hat. Viel ging durch die hauseigene Presse beim Labelpartner 3R Entertainment. So wurde man das erste Mal neugierig auf die Band als der Name Ben Tewaag als Leadsänger fiel. Nach einigen Studio-Sessions rappelte es dann im Karton in der Frankfurter Nordendstraße und die Band wurde umformiert. Aus Eschenbach wurde zunehmend ein Projekt mit mehreren Gastsängern. Die Neugierde wurde zunehmend geschürt und erstmalig konnte man in das  musikalische Ergebnis auf der diesjährigen Tour von „Der W“ rein hören. Dort lief nämlich still und heimlich, in den Umbauphasen, die unveröffentlichte Eschenbach. Nur wer ganz genau hinhörte konnte erste Songfragmente wahr nehmen.

Lauter und deutlicher wurde es dann beim ersten offiziellen Konzert der Band im CocoonClub im April 2009. Endlich konnte man sich ein Bild von der Band machen. Neben Philip Eschenbach und Nils Berger, die mit Ben Tewaag auch unter dem Namen „Ultima Ratio Regis“ bekannt waren, stieß der neue Leadsänger Riitchy Schwarz dazu, der seinen Job mehr als gut macht.
Als Verstärkung für die CD wurden Produzent Stephan Weidner aka. Der W, Nina C.Alice (Skew Siskin), Sängerin Yen (YEN) sowie Ben Tewaag geholt.

Und das Debüt-Album entschuldigt das lange Warten, denn hier trifft auf jeden Fall der Spruch zu „Gut Ding will Weile haben“. 

Oder doch lieber „Vorfreude ist die schönste Freude“ ?

 Mit 14 Songs inklusive Instrumental-Intro knallt die Scheibe durch den CD-Player und es gibt kein Lied, welches als Lückenfüller die Platte bedienen könnte.

„Blick in den Spiegel“ und „Zwischen Schuld und Sühne“ waren schon vorab auf dem MySpace Profil der Band und geben eine gute Mischung des Albums im Vorfeld wieder. Während „Zwischen Schuld und Sühne“ eher härtere Töne anschlägt, zeigt die Stimme von Riitchy Schwarz bei „Blick in den Spiegel“ auch gefühlvolle,sanfte Facetten.

Getoppt wird diese Emotionalität sicherlich von dem Song „Reise zur Sonne“, der einem Gänsehaut Feeling beschert. Mit Liedern wie „Nachtlicht“, „Schwarze Löcher“ und „Allein“ rocken Eschenbach auf jeden Fall in der lauten brachialen Rock/Metal-Liga mit.

Aber auch Ben Tewaag dürfte auf der CD nicht fehlen. Er leiht „Russisch Roulette“ und „Warum nur“ seine Stimme und man muss ihm Anerkennung für seine Stimme zollen. Wer dachte, dass Tewaag nur als Sohn von Uschi Glas und Schauspieler zu gebrauchen sei ,der täuscht. Niemand könnte besser den Satz „Ihr könnt beten, das ich der Letzte bin – Aber ihr wisst, dass es nicht so ist“ ( „Warum Nur“) ins Mikro rotzen.

Das auch Frauen ihre Berechtigung im Rock‘n‘Roll haben zeigen die Songs mit Nina C. Alice („Bist du Deutschland“) und Yen („Frag dich selbst“). Nina C.Alice ist durch ihre Gesangskunst bei Skew Siskin weitgehend bekannt, deswegen will ich mein Augenmerk auf die Präsens von Yen lenken, die das erste Mal einen deutschen Titel singt. „Frag dich selbst“ ist eines der Highlights auf dem Album.

Umso erstaunlicher ist es, dass die zwei Songs, denen Stephan Weidner seine Stimme gibt etwas hinten runter fallen. Im Vergleich zu den restlichen Liedern der Platte, erscheinen sie in meinen Ohren etwas schwach. Einziger Pluspunkt der Songs ist meiner Meinung nach der Gedanke, dass er für „Halt aus“ und „Mach‘s gut“ die Texte geschrieben hat, die den unverkennbaren W-Touch haben. Dennoch ist es ja gerade die Mischung der Gastsänger, die diese CD so erstaunlich gut machen.

Anspieltipps von mir:

 

„Frag dich selbst“ (Yen)

 „Reise zur Sonne“ (Riitchy Schwarz)

„Schwarze Löcher“ (Riitchy Schwarz)

„Russisch Roulette“ (Ben Tewaag)

Wer Weidners Texte liebt, wird sich bestimmt über „Halt aus“ freuen.

Leave a reply