Leipzig, Haus Auensee – 28.März 2009

Juni 7th, 2009 | By Sarah

Nach zwei Secret-Shows stand für mich nun die erste „offizielle“ Show von Stephan Weidner an.
Als im August 2008 der Kartenvorverkauf losging , war für mich klar, dass ich auf jeden Fall den Tourauftakt in Leipzig besuchen würde. Das es davor noch einige kleine Warm-Up Shows geben würde, konnte man ja noch nicht erahnen.
Damit wir ausgeschlafen in Leipzig sind, entschieden wir uns schon Freitag Mittag in den Osten zu fahren. Unsere Reisegruppe bestand aus Wibbe,  Janina, Meli und mir – alle begeisterte Mindfucker und W-Fans.
Da Meli mit ihrem Auto aus Mannheim kam, trafen wir uns in der Nordendstraße in Frankfurt – der zentrale Abfahrort der W-Tour und auch den einzigen Ort, den Meli in Frankfurt kannte. 😉
Da Meli uns drei allerdings eine gute Stunde, auf Grund des starken Verkehrs warten ließ, suchten wir noch mal die Toilette in meinem Büro auf. Es muss übelst lustig ausgesehen haben, wie drei Mädels mit drei Rollkoffern über den Innenhof schlenderten. Drinnen im Büro chillten wir noch ein wenig, bis ich auf einmal laute Motorengeräusche hörte. „Ist Meli etwa in die Hofeinfahrt gefahren?“ scherzte ich und blickte aus dem Fenster in den Innenhof. Ich traute meinen Augen nicht; Stephan Weidner stieg aus seinem Jeep und verschwand im Büro von 3R. „Hä? Heute ist doch gar kein Day Off?“, ging es mir durch den Kopf und auf meiner Uhr war es schon 14:30Uhr. „Der spielt doch heut noch die Secret Show in Hannover? Mann, dass wird aber knapp für ihn.“ ,scherzten wir und waren wirklich verwundert, was der W noch in Frankfurt machte. Vor allem kam uns die Vorstellung äußerst doof vor, wenn wir drei Mädels wieder mit den drei Koffern über den Hof laufen würden. Womöglich würden wir Stephan noch in die Arme laufen und er würde uns für komplett durchgeknallt halten. Nein, diese Beschämung wollten wir dezent umgehen… 😉 Ich mache es kurz, sonst halte ich mich ewig am Vorspann des Berichts auf: Wir sind einzeln rausgegangen! Total bescheuert aber effektiv. Wir liefen weder dem W noch anderen Leuten in die Arme, die sich womöglich gefragt hätten, was wir mit drei Rollkoffern in der Nordendstraße machten. Denn wie Stars, die grad auf der Durchreise sind und mal eben die wichtigen Geschäfte im Büro checken mussten ,sahen wir nun alle drei nicht aus. Also weiter geht’s!
Als Meli endlich in Frankfurt ankam, verstauten wir unseren ganzen Krempel im Auto und konnten endlich starten. Natürlich blieben wir nicht von Stau verschont und das Allerschlimmste war, dass das mobile W-Lan an meinem Laptop nicht funzen wollte. „Für was habe ich das Teil denn nun mitgenommen?“, fluchte ich das Auto zusammen. Ich wollte doch direkt von unterwegs Tourbilder hoch laden und den Tourbericht ins Netz stellen. Da auch Wibbe nicht mit dem Gedanken leben konnte 48 Stunden ohne Internet zu sein, fuhren wir einen Umweg über Kassel und waren geschlagene 2 Stunden in einem Media Markt. Dort beschäftigten wir locker 5 Mitarbeiter, die sich verzweifelt an meinem Mac Book zu schaffen machten und vor einem großen Rätsel standen, wieso der mobile W-Lan Stick von Wibbe nicht funktionieren wollte. Ich hatte die Hoffnung fast aufgegeben, bis auf einmal einer der Mitarbeiter die Idee hatte, die Software neu aus dem Internet runterzuladen. Und siehe da: Das W-Lan reagierte und ich war mit meinem Mac Book online in Kassel. „JUHUH!“
Mittlerweile war es 18:00Uhr und wir waren noch nicht mal die Hälfte der Strecke gefahren. Es erschien unmöglich bis 20:00Uhr in Leipzig zu sein, danach würde die Pension ihre Türen schließen. Gott sei Dank konnten wir die Inhaberin bezirzen und sie rückte ihre Handynummer raus. Wir sollten uns melden ,wenn wir in Leipzig ankommen würden, dann würde sie uns ausnahmsweise noch die Tür aufschließen.

Ankunft im „Land der Frühaufsteher“ (ja, so stand es doch tatsächlich auf einem Autobahnschild) war dann letztendlich gegen 21:30Uhr und wir standen vor einem Abrisshaus. Das komplette Haus war eingehüllt und mir schien es mehr unbewohnt zu sein. Ich konnte mir beim besten Willen dort keine Pension vorstellen, doch ich wurde eines Besseren belehrt. Es hatte wirklich was von einem besetzten Abrisshaus mit eigenen Wohnungen für die Besetzer. So hatten auch wie eine 2-Zimmerwohnung mit zwei Schlafzimmern, Bad und Küche für uns.
Am ersten Abend machten wir noch kurz Leipzig unsicher, stellten fest, dass Cocktails für 2,95 Euro einfach nur Scheiße schmecken können und schauten noch ein paar Weidner Videos bei You-Tube, bevor wir ins Bett gingen.
Am nächstn Tag war es ja auch endlich soweit: Das W Konzert in Leipzig stand an. Das eigentliche Opening-Event der W-Tour. Heute erstmals vor 2000 Leuten und keine popeligen 300 wie zuletzt in Aschaffenburg.
Ich glaube, uns war einfach langweilig, denn wir machten uns gegen 13:00Uhr schon auf den Weg zur Halle. Während der Fahrt durch Leipzig, fing es an zu regnen. Es war kein leichter Nieselregen, nein es schüttete heftigst und man konnte erahnen, dass der Tag sich noch richtig schön einregnen würde. Kurz vorm Ziel sah ich auf der Straße eine bekannte Person laufen. Diese Person war kein anderer als W-Bassist Henning Menke, der es wohl im Regen sehr eilig hatte zum „Haus Auensee“ zu kommen. Kurzerhand hupte ich ihn von der Straße und bot ihm an, dass wir ihn die letzten Meter zur Halle mitnehmen könnten. Dieses Angebot nahm er auch dankend an. So fuhren wir zur fünft zur Location mit dem Bassist des heutigen Abends im Gepäck. 🙂

Vor der Halle warteten schon ca. 10 Fans bei strömenden Regen. Henning verschwand im Inneren, es war Zeit für den Soundcheck.
Wir Mädels platzierten uns in unseren Regencapes direkt vor der Einlassschleuse und ernteten sofort den Spot der anderen. Im Nachhinein waren wir allerdings diejenigen, die zum Schluss am lautesten gelacht haben ,denn wir waren trocken und alle anderen klatschnass. Da soll mal einer sagen, dass Regencapes uncool wären.
Was mir auffiel war, dass der  durchschnittliche W-Fan in Leipzig auch wieder sehr jung war. Till bestätigte mir das sogar mit dem Satz „Ich glaube Sarah, heute bist du die Älteste.“ Das man sich mit 22 Jahren schon alt fühlen kann, bekam ich also deutlich zu spüren. Es wurde natürlich wieder einiges an Bierkisten vor der Halle gelehrt und die typischen Onkelzgesänge blieben auch nicht aus. Für Till war es gut, denn er hatte einiges zu filmen. Man darf gespannt sein, ob Leipzig es auf die DVD schaffen wird.

Der Einlass war pünktlich um 18:30Uhr und wir rannten, rannten und rannten und schafften es erfolgreich in die erste Reihe. Alles andere wäre sowieso für uns undenkbar gewesen. Micha Mainx kam noch zu uns runter, quatschte ein wenig mit uns und der ein oder andere Fan hinter uns wollte auch sofort ein Foto mit Micha machen, was dieser natürlich auch gerne erfüllte.
Skew Siskin fing pünktlich um 20:00Uhr mit ihrem Set an. Im Nachhinein ,wenn ich alle Shows mit Skew Siskin betrachte, muss ich sagen, dass Leipzig mir am Besten gefallen hat. Nina war super cool drauf und das Publikum verstand es auch das erste Mal richtig Gas zu geben und Stimmung zu machen.
Über die Show vom W kann ich gar nicht mehr so viel sagen. Er war sehr gut drauf, man merkte aber schon deutlich ,dass ihm sein Knie auch wieder bei dieser Show zu schaffen machte. Wir Mädels hatten als Gag zuvor in Frankfurt noch eine Luftgitarre gekauft, die wir ihm auf die Bühne werfen wollten. Es sollte ein kleiner Wink mit dem Zaunpfahl sein ,dass der Bass an ihm irgendwie fehlte. Mein erster Wurf ging deutlich daneben und das Ding landete einfach im Graben vor mir. Ich war nie der beste Werfer, dass musste ich wieder einmal feststellen. Aber das Ding wollte auch nicht so wirklich fliegen. Also probiere ich es noch mal zum Schluss bei „Pass gut auf dich auf“ und siehe da, das Ding flog wirklich auf die Bühne. Ja, und nun lag es da und der W schenkt dem Ding auch wirklich erstmal keine Beachtung. „Na toll, umsonst gekauft..“ dachte ich. Fast wäre der W auch noch rückwärts über die Luftgitarre gestolpert und ich malte mir schon die Schlagzeile im Tourtagebuch aus. „W-Tour abgesagt! Weidner bricht sich den Fuß – Schuld war Sarahs Luftgitarre!“. Doch dann nahm der W die Gitarre auf einmal in die Hand und uns gelang ein lustiger Schnappschuss davon. Also hatte sich die Investition doch gelohnt. 😉

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8 Responses to “Leipzig, Haus Auensee – 28.März 2009”

  1. Buddhistpunk sagt:

    Schön geschriebener Bericht mit vielen Randinformationenen. Ich wär sowieso dafür gewesen das Sarah das W-Tourtagebuch schreibt, die hätte es auf jeden Fall ambitionierter gemacht als Till.

  2. sarah sagt:

    Danke, da fühle ich mich doch sehr geschmeichelt.. 🙂

  3. handballer83 sagt:

    lol , das wär ne schlagzeile gewesen.

  4. Moni sagt:

    Wollte ich auch gerade schreiben….zuspät….supi Bericht Sarah!

  5. Freddy sagt:

    Toller Bericht!
    Sehr interessant, was man alles auf W-Tour erleben kann 😀
    Ich wär gern dabeigewesen 😉

  6. sany sagt:

    toller bericht …und witzig geschrieben

  7. Wibbe sagt:

    Wir haben ja hier unser eigenes Tourtagebuch, hehe 😉

    Wir waren mal wieder die Ersten, die in die Halle gestürmt sind. Immer wieder witzig, wie die Securitys geguckt haben, wenn der erste Fan in die Halle kommt und wie ein Irrer in die erste Reihe rennt … *g*

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