Karlsruhe, Crystal Sound, Secret Show : 25.März 2009

Mai 6th, 2009 | By Sarah

Da war er also, der Tag X.
Der 25.März 2009, ein Mittwoch im März.
Regen bestimmt den Tag, doch das kann meiner Freude keinen Abbruch verleihen.
Denn heute ist es endlich soweit, die Tour des W beginnt.

Wie lange habe ich auf diesen Tag gewartet? Ja, seit dem Lausitzring. Seit jener Nacht in der Stephan Weidner zu mir sagte :“ Klar sehen wir uns wieder, aber mit meiner neuen Band.“ – und er hatte Recht, wir sollten uns also wirklich wiedersehen in einer Konzerthalle. Er auf der Bühne und ich unten davor ,wie in alten Zeiten.

Schon ein irreales Gefühl. Ich konnte es auch nicht wirklich begreifen, dass ich heute Stephan Weidner auf einer Bühne live performen sehen würde. Das war schon was anderes, als ihn in Frankfurt irgendwo zu sehen.
Denn auf den Brettern heißt; er macht Musik! Und das ist verdammt gut so!

Vor der „Halle“, dem Crystal Sound kam meine Stimmung aber etwas ins Wanken. Wir waren wirklich früh da, weil wir uns natürlich einen guten erste Reihe Platz (wie eben in alten Zeiten) sichern wollten, aber das wirklich noch gar kein Fan vor dem Areal war, wunderte mich doch und brachte mich leicht aus der Fassung.
Waren wir auch an der richtigen Halle?
Ich sollte noch erwähnen, dass wir uns zuvor erst verfahren hatten und in Karlsruhe- Weingarten ankamen, da meine Begleitung als Straße „Sandfeld“ eingegeben hatte. Das dort weit und breit kein Truck zu sehen war, lag daran, dass das eigentlich Venue in der Straße „Am Sandfeld“ in Karlsruhe-Neureut liegt, geschätzte 20km entfernt von Karlsruhe-Weingarten. Na da ging die Tour für mich ja schon gut los.

Die Fans wurden auch nicht wirklich mehr vor der Halle. Lag es am Wetter?
Oder kommt der W-Fan neuerdings später zum Konzert als der Onkelzfan?
Ohne zu lügen, eine halbe Stunde vor Einlass befanden sich grade mal 15 Fans vor dem Einlass, wovon ich die Hälfte aus alten Onkelztagen schon kannte. Wie familiär!
Die Securitykontrolle fiel dementsprechend locker aus, ein kurzes Abtasten und ein „Viel Spaß“ mehr gab es von den IH-Security Jungs nicht zu hören und ich wollte mich bereit machen für meinen „Erste Reihe – Run“.

Als ich jedoch die Halle betrat, stockte ich erst mal. Ich musste unweigerlich grinsen und verlangsamte meinen Schritt. Das war keine Halle. Das war auch keine Location. Das war wie ein Wohnzimmer!
Von der Größe mit Abstand das allerkleinste Konzertareal der kompletten W-Tour und man brauchte grade mal 10 Schritte um in der ersten Reihe vorne am Gitter zu stehen.

„Verkehrte Welten!“ ging mir durch den Kopf, während ich an alte Onkelzkonzerte und die riesigen Venues von damals dachte. Einen Graben mit Security gab es aus Platzgründen auch nicht. Die Bühne grenzte sozusagen direkt an die erste Reihe.

Um 20:00Uhr fiel der Startschuss der W-Tour 2009 und Skew Siskin enterten die Bühne um Karlsruhe ordentlich zu rocken.Ich muss sagen, mir gefallen Skew Siskin. Schöner Oldschool Rock, Nina’s Stimme sehr angenehm in den Ohren und die Jungs wirken wirklich absolut cool an ihren Instrumenten. Leider habe ich nicht viel von den Texten verstanden und man konnte nicht mitsingen, wie man wollte. Während Nina die Bühne rockte, habe ich am Seitenrand der Bühne noch Chris, den Gitarrist von YEN erblickt, der sich das Spektakel natürlich auch nicht entgehen lassen wollte.

Tja, was soll ich sagen..um 21:00Uhr war es dann auch soweit: Die Stunde der W-Band hatte geschlagen! Jetzt ging Stephan Weidner aka. Der W das erste Mal mit seiner neuen Band auf die Bühne und bretterte gleich mit „Der W, zwo, drei“ los. Ich musste mich ganz schön dran gewöhnen, Stephan nicht mehr am Bass zu sehen. Es hat ein paar Konzerte für mich gedauert, um zu kapieren, dass er jetzt Leadsänger ist. In Karlsruhe hatte er noch sichtlich Mühe eine gescheite Position für seine Hände zu finden und es wirkte manchmal noch ein wenig hilflos. Dies machte er allerdings mit seinem charmanten Grinsen wieder wett und man achtete nicht weiter drauf. Wenn das mal nicht Kalkül war, Herr W.

Was allerdings dem Publikum ein Grinsen ins Gesicht bescherte, war der offene weidner’sche Hosenlatz. Man hätte drüber hinweg sehen können, wenn es minimal  gewesen wäre, aber der Spalt war schon so gut offen, dass man gar nicht mehr weggucken konnte.

Da ich direkt vor ihm stand machte ich ihn mit zwei weiteren Fans durch diverse Gestiken auf sein Missgeschick aufmerksam, die er erst nicht deuten konnte. „Häh? Was wollen die denn?“ muss es ihm durch den Kopf gegangen sein, bis er es endlich kapierte.
Ziemlich berührt riss er sich den Verschluss hoch und war doch deutlich beschämt, musste aber selber über seinen Fauxpas grinsen, und musste kurz den Text auslassen. Auch nach dem Song, äußerte er sich noch mal zu seinem Hosenlatz und versank in einem kleinen Lachanfall, den er aufs Publikum übertrug. Das Konzert konnte nun also weiter gehen.

pict00333

Nach ein paar Liedern fiel mir aber auf, dass sich ein Riss in Weidners Hose auf dem linken Oberschenke gebildet hatte. Ich war mir nicht sicher, ob die Hose schon bei Beginn des Konzerts kaputt war, oder ob sie vielleicht durch die abrupte Reissverschluss-Hochreiss-Aktion gerissen war. Jedenfalls war dies auch sehr amüsant zu betrachten. 🙂

Gut, komme ich wieder zum Konzert..wer will schon über zerrissene Hosen einen Blog lesen? Ein Highlight war natürlich „Bitte töte mich“, da Nina C.Alice die Bühne stürmte und mit Stephan einen heißen Kampf am Mikro sich lieferte. Die zwei haben wirklich perfekt harmoniert.

Für mich war allerdings die größte Überraschung das Lied, welches sich hinter dem Titel „Mein W“ verbarg. Ich kam ja aus dem Schmunzeln nicht mehr heraus. So eine Genialität kann man einfach nur Stephan zutrauen. Ich meine, wie kommt man auf so eine Idee, ein Lied von Harald Juhnke zu covern? Es passt auch so perfekt vom Text auf den W, dass es einfach Spaß macht, ihm dabei zu zusehen, wie er schauspielerisch dieses Lied verschönert. Wenn Stephan was kann, dann sind das übertriebene schauspielerische Aktionen auf der Bühne! Dafür gebührt ihm allein schon großer Applaus – ein genialer Entertainer.

„Pass gut auf dich auf“ habe ich erst gar nicht erkannt, bis der W uns aufklärte, dass es das Lied nun als rockige Variante zu hören geben würde. Wahnsinn, was ein Brett. Ich war ja damals schon sehr geflasht davon, und jetzt nach der Tour muss ich sagen, dass es zu meinem persönlichen Lieblings-Live-Lied geworden ist.

Als Zugabe folgte noch „Too drunk to fuck“, ein Lied der Dead Kennedies. Super coole Rocknummer,  Stephan fegte über die Bühne und gab echt noch mal alles.

Und dann war das Konzert auch schon vorbei. „Was so schnell?“ dachte ich und war echt leicht schockiert, dass der erste Spaß schon um war. Eine Stunde und 40 Minuten hatte der W jetzt also gerockt, kein Vergleich zu den Onkelz damals, aber er hat ja bis jetzt leider auch nur ein Album und was hätte er noch spielen sollen? Ich denke, viele hätten sich noch „Unser Stadion“ gewünscht, aber Lieder wie „Komm schon“, „Mein W“, „Too drunk to fuck“ und auch „Gewinnen kann jeder“ in der rockigen Version haben das Konzert auf jeden Fall klasse abgerundet.

Ich habe noch die erste Setlist der Tour von Marco, an eine wunderbare Konzert-Premiere. Außerdem habe ich, laut Mike (Chefmerchandiser) auch das erste offizielle Tourshirt des W an diesem Abend gekauft. So muss das sein! 🙂

6 Responses to “Karlsruhe, Crystal Sound, Secret Show : 25.März 2009”

  1. sany sagt:

    na da hat sich das warten auf den bericht doch gelohnt…grins super geschrieben…dankeschön und ich freu mich auf weitere ..auch wenn du keine lust dazu hast …hüstel und lach…

  2. Freddy sagt:

    Sehr lesenswert, danke! Weiter so 😉
    Cool, Setlist & 1. Shirt 🙂

  3. Engel In Zivil sagt:

    „Naja das ganz ganz Originale davon ist ja nicht von Harald Junke sondern von Frank Sinatra“!

  4. Sarah sagt:

    Das ist mir schon klar, dass die Musik bekannt ist von „My Way“ von Frank Sinatra, komponiert hat es aber übrigens Paul Anka.

    Aber es ging ja hier um den Text, den Harald Juhnke interpretiert hat.

  5. Engel In Zivil sagt:

    achso na dann nehm ich alles zurück sorry !

Leave a reply